
Medienschau
22. Mai 2003 Unternehmensnachrichten
Siemens begibt Wandelanleihe über 2,5 Milliarden Euro
Der Siemens-Konzern begibt überraschend am Donnerstag eine Wandelanleihe über rund 2,5 Milliarden Euro. Die Laufzeit betrage sieben Jahre und werde mit einem Kupon von 0,875 bis 1,375 Prozent ausgestattet, teilte Siemens am Donnerstag in einer Pflichtveröffentlichung mit. Die Wandelprämie liege zwischen 45 und 50 Prozent. Die Anleihe sei in ungefähr 45 Millionen Siemens-Aktien wandelbar. Der Erlös aus der Emission solle die finanzielle Flexibilität des Konzern stärken, hieß es. Der Markt für Wandelanleihen sei aufgrund niedriger Zinsen und hoher Volatilität derzeit günstig. (Reuters)
IKB mit Ergebnisanstieg - Dividende unverändert
Die Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB Deutsche Industriebank AG hat in dem zum 31. März geendeten Geschäftsjahr 2002/03 ihr Geschäftsergebnis verbessert und will den Aktionären eine unveränderte Dividende zahlen. Das im MDax notierte Institut teilte am Donnerstag mit, das Ergebnis im gewöhnlichen Geschäft sei um 4,1 Prozent auf 167 Millionen Euro gestiegen. Die Aktionäre sollen nach den Angaben mit 0,77 Euro je Aktie eine unveränderte Dividende erhalten. Der Zinsüberschuß kletterte den Angaben zufolge im abgelaufenen Geschäftsjahr um 2,9 Prozent auf 485 Millionen Euro, der Provisionsüberschuß um 25 Millionen Euro auf 64 Millionen Euro. Wegen der unverändert schwierigen Risikosituation sei die Nettorisikovorsorge um 44 auf 248 Millionen Euro aufgestockt worden, hieß es weiter. (Reuters)
Deutsche-Post-Tochter DHL verkauft Anteil an DHL Airways
Die Post-Tochter DHL verkauft ihre Anteile an der amerikanischen Fluggesellschaft DHL Airways und räumt damit einen Konflikt aus dem Weg, durch den die Muttergesellschaft in den vergangenen Wochen in Amerika unter Druck geraten war. Eine Investorengruppe um den Chef der Fluggesellschaft werde von DHL Holdings und einem Investor Aktien für 57 Millionen Dollar Aktien kaufen, teilte die Fluglinie am Mittwoch mit. Ein Sprecher der Deutschen Post bestätigte am Mittwochabend den Verkauf der DHL-Airways-Aktien durch ihre Tochter DHL. Mit dem Schritt will DHL Airways der Kritik an seiner Eigentümerstruktur begegnen. Hintergrund sind Gesetze in Amerika, die verhindern sollen, daß Ausländer die Kontrolle über Inlandsfluggesellschaften erlangen. Die Post war unter Druck geraten, weil sie angeblich DHL Airways kontrolliert, obwohl sie nur eine Minderheitsbeteiligung hält. (Reuters)
Zurich mit 114 Millionen Dollar Quartalsgewinn
Der Schweizer Versicherungskonzern Zurich Financial Services hat im ersten Quartal 2003 einen Gewinn von 114 (Vorjahresperiode sechs) Millionen Dollar erzielt. Der von Zurich als maßgeblich erachtete operative Geschäftsgewinn, der das Anlageergebnis und außergewöhnliche Einflüsse ausklammert, stieg auf 785 (391) Millionen Dollar, teilte Zurich am Donnerstag mit. Das konsolidierte Eigenkapital belief sich per Ende März auf 16,374 Millionen Dollar nach 16,805 Milliarden Dollar per Jahresende 2002.
Zurich-Konzernchef James Schiro begrüsste das Quartalsergebnis, „weil es zeigt, daß unser Restrukturierungsprogramm Fortschritte mach,“ wie er in der Medienmitteilung zitiert wurde. Zurich publizierte zum ersten mal ein Quartalsergebnis. Die Prognosen der von Reuters befragten Analysten für das Nettoergebnis hatten von einem „signifikanten Verlust“ bis zu einem Gewinn von 350 Millionen Dollar gereicht. Die Schätzungen für den operativen Geschäftsgewinn hatten weit zwischen 130 und 754 Millionen Dollar geschwankt. (Reuters)
Swatch erwartet 2003 und danach “positive Entwicklung“
The Swatch Group AG erwartet für 2003 und die folgenden Jahre eine “positive Entwicklung“. Die Umsatzzahlen 2002 und die Höhe der Erlöse der Monate Januar, Februar und März des laufenden Jahres rechtfertigten eine solche Einschätzung, teilt der Chairman des Uhrenherstellers, Nicolas Hayek, im Geschäftsbericht 2002 mit. Dieser liegt seit Donnerstag vor. 2002 hatte Swatch einen Nettogewinn von 494 Millionen Schweizer Franken und einen Umsatz von 4,06 Milliarden Franken erwirtschaftet.
Intel bilanziert Aktienoptionen weiterhin nicht als Aufwand
Die Intel Corp wird ihre Aktienoptionen weiterhin nicht als Aufwand bilanzieren. Allerdings stimmte am Mittwoch nur eine knappe Mehrheit der Aktionäre gegen den Vorschlag, Aktienoptionen in der Bilanz als Aufwand auszuweisen. Die Organisationen United Brotherhood of Carpenters und Joiner of America Pension Fund hatten auf der Jahreshauptversammlung einen entsprechenden Antrag eingebracht. Sie begründeten den Schritt mit einer höheren Transparenz des Ergebnisses. So sei der Gewinn je Aktie in den zurückliegenden Jahren zu hoch ausgewiesen worden, argumentierte ein Sprecher der United Brotherhood of Carpenters.
Führungskräfte seien in den Genuß zu hoher Boni gekommen, weil sie die Prognose auf diesem Weg erfüllt hätten. Dies schade den Interessen der Aktionäre. Der Finanzvorstand von Intel, Andy Bryant, hingegen sprach sich gegen eine Bilanzierung der Aktienoptionen als Aufwand aus. Nur zwei Prozent der Aktienoptionen seien für den Vorstand von Intel vorgesehen, sagte er. Der Rest werde an das mittlere Management verteilt und komme diesem zugute. Das Financial Accounting Standards Board (FASB) will die Bilanzierung von Aktionoptionen für sämtliche amerikanische Unternehmen zur Pflicht machen. (vwd)
Privatisierung des Großflughafens Schönefeld gescheitert
Die Privatisierung des Berliner Großflughafens Schönefeld ist nach einem Rundfunkbericht endgültig gescheitert. Der Aufsichtsrat der Projektplanungsgesellschaft Schönefeld beschloss am Mittwochabend, die Verhandlungen mit dem Bieterkonsortium um den Baukonzern Hochtief und die Immobilienholding IVG ohne Ergebnis abzubrechen, wie der Rundfunk Berlin-Brandenburg berichtete. In Aufsichtsratskreisen hieß es demnach, mit den Investoren sei eine so genannte Abwicklungsvereinbarung getroffen worden. Danach wird das Konsortium keinerlei Schadenersatzklagen oder andere rechtliche Schritte gegen die Entscheidung anstrengen. Im Gegenzug solle die öffentliche Hand den Investoren Teile ihrer Planung abkaufen. Dem Vernehmen nach wurde den Bietern hierfür eine Summe von rund 40 Millionen Euro in Aussicht gestellt, berichtete der RBB. (AFP)
DaimlerChrysler verzichtet auf Bau von Werk in Kanada
Die DaimlerChrysler AG verzichtet auf den geplanten Bau eines Werkes in Windsor, Kanada. Das Geschäftsumfeld habe sich seit vergangenem Oktober verändert, es sei derzeit nicht richtig, die Kapazität auszubauen, sagte der Vorstand der Chrysler Group, Dieter Zetsche am Donnerstag. Gründe für die Entscheidung seien der Preiswettbewerb, die weiter angebotenen verkaufsfördernden Maßnahmen und die wachsenden Überkapazitäten im nordamerikanischen Markt. Die Zahl der Produkteinführungen ändere sich durch die Entscheidung nicht. In den bestehenden kanadischen Werken würden 2002 bis 2005 weiter Investitionen von 2,6 Milliarden Kanada-Dollar vorgenommen. (vwd)
Beate Uhse übernimmt Kondomeriet-Beteiligung von Condomi
Die Beate Uhse AG übernimmt mit Wirkung zum 1. Januar 80 Prozent an der norwegischen Kondomeriet A.S. Wie Beate Uhse am Donnerstag mitteilte, wurden 51 Prozent von der Condomi AG, Köln, und 29 Prozent von einem Privatinvestor erworben. Der Kaufpreis wurde mit drei Mio EUR angegeben. Die verbliebenen 20 Prozent an Kondomeriet würden weiterhin von dem Management gehalten. (vwd)
Jenoptik weitet Konzernbetriebsverlust im Quartal aus
Der Jenoptik-Konzern hat im ersten Quartal 2003 seinen Betriebsverlust deutlich ausgeweitet. Der Betriebsverlust betrage 8,4 Millionen Euro nach 4,3 Millionen Euro im Vorjahr, teilte das im TecDax gelistete Unternehmen am Donnerstag mit. Der Umsatz stieg im Quartal um vier Prozent auf 263 Millionen Euro. Jenoptik bekräftigte, 2003 einen deutlichen Umsatzsprung mit Erreichen der Zwei-Milliarden-Euro-Marke erzielen zu wollen. (Reuters)
Funkwerk übernimmt Netzzugangslösungs-Spezialist BinTec
Die Funkwerk AG übernimmt die BinTec Access Networks GmbH mit 75 Mitarbeitern und deren gesamtes Anlagevermögen sowie alle Rechte der in Liquidation befindlichen BinTec Communications AG. Damit werde der Geschäftsbereich Private Netze ausgebaut, teilte Funkwerk am Donnerstag Ad hoc mit. Mit der Akquisition gewinne Funkwerk ein Umsatzpotenzial für 2003 von rund 15 Millionen Euro hinzu. Die bisherige Planung eines Umsatzes von 126 Millionen Euro und eines EBIT von elf Millionen Euro könne nach oben korrigiert werden. Funkwerk machte jedoch keine detaillierten Angaben zur Ergebnisprognose. Mit der Übernahme werde Funkwerk zum Komplettanbieter von Netzlösungen für Unternehmen. Gleichzeitig erhalte das Unternehmen einen neuen Vertriebskanal, insbesondere für Märkte in West- und Südeuropa. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. Funkwerk habe die Anteile an dem Nürnberger Hersteller von Netzzugangslösungen rückwirkend zum 1. Mai 2003 erworben. (vwd)
Highlight: 2003 hat “vielversprechend begonnen“
Das Jahr 2003 hat für die Highlight Communications AG “vielversprechend begonnen“. Das Ergebnis je Aktie belaufe sich auf 0,10 Schweizer Franken im ersten Quartal, teilte Highlight am Donnerstag bei Vorlage der Zahlen für das erste Quartal weiter Ad hoc mit. Zum Ende des Quartals habe das Eigenkapital der Highlight-Gruppe 118,1 Millionen Franken betragen, zum Jahresende 2002 lag der Wert bei 111,2 Millionen Franken. Die Eigenkapitalquote hat sich den Angaben zufolge auf rund 60 Prozent der Bilanzsumme belaufen. Die gesamten Verbindlichkeiten gegenüber Banken beliefen sich auf 24,9 Millionen Franken, als Liquiditätsreserven wurden 72,32 Millionen Franken bilanziert. (vwd)
Repower bekräftigt Prognose für 2003
Die Repower Systems AG hat ihre Prognose für 2003 bestätigt. Danach werde unverändert eine Gesamtleistung von 330 (251) Millionen Euro erwartet, teilte das Unternehmen am Donnerstag Ad hoc mit. Das angestrebte Wachstum sei durch den Auftrags- und Projektstand weitgehend gedeckt. Der Auftragsbestand weise Ende März 2003 Kaufverträge über 140 Windenergieanlagen mit einer Gesamtnennleistung von 233 MW aus. Dies entspreche einem Volumen von rund 196,2 Millionen Euro, hieß es weiter. (vwd)
FJA und Heubeck schließen sich zur FJH AG zusammen
Die FJA AG, München, und die Heubeck AG, Köln, schließen sich zusammen. Das neue Unternehmen werde FJH AG heißen, teilte FJA am Donnerstag Ad hoc mit. Im Zuge der Transaktion erwerbe die FJA AG 100 Prozent an der Heubeck AG. Der Kaufpreis besteht den Angaben zufolge aus einer wesentlichen Beteiligung an der FJH AG in Höhe von 570.000 Aktien aus einer genehmigten Kapitalerhöhung und aus einem angemessenen Barbetrag. Nach dem Zusammenschluß der beiden Unternehmen wird Klaus Heubeck neben seiner Funktion als Vorstand der Heubeck AG auch in den Vorstand der FJH AG eintreten. Die Umfirmierung zur FJH AG soll von der ordentlichen Hauptversammlung am 26. Juni 2003 beschlossen werden. (vwd)
Wirtschaftsnachrichten
Greenspan hält Hoffnung auf US-Wachstum aufrecht
Der amerikanische Notenbank-Chef Alan Greenspan hat am Mittwoch die Hoffnung aufrechterhalten, daß die US-Wirtschaft das Tempo ihres Wachstums in den kommenden Monaten erhöhen kann. Zugleich betonte Greenspan die Wachsamkeit der Notenbank (Fed) gegenüber der Gefahr einer Deflation. Möglicherweise sei auch das Handeln der Zentralbank erforderlich, sagte er in seiner Anhörung vor einem Ausschuss des Kongresses. Zur Lage der Konjunktur sagte er, es sei zwar zu früh, um die Verfassung der Wirtschaft nach Ende des Irak-Kriegs sicher einschätzen zu können. Es sei aber nicht unangemessen, eine konjunkturelle Belebung zu erwarten, wie sie sich auch abzeichne. Mit dem Hinweis auf seine Handlungsbereitschaft hielt sich der Notenbank-Chef die Tür für weitere Zinssenkungen offen, signalisierte aber gleichzeitig, daß er zumindest derzeit noch abwarten möchte. Der Schlüsselzins liegt derzeit mit 1,25 Prozent auf dem tiefsten Stand seit mehr als 40 Jahren.
Greenspan schloß selbst eine robuste Erholung der Wirtschaft nicht aus: „In dieser Phase ist es noch unklar, ob wir am Beginn einer recht deutlichen wirtschaftlichen Erholung stehen", sagte er. Analysten bezeichneten die Äußerungen des weltweit einflussreichsten Notenbankers als wenig überraschend. Greenspan lege sich noch nicht auf einen grundlegenden Konjunkturtrend fest und daher sei noch ungewiss, ob die US-Notenbank (Fed) bei ihrem nächsten Zinstreffen im Juni die Geldpolitik lockern werde. (Reuters)
Gericht verwirft Milliarden-Sammelklage gegen US-Tabakfirmen
Ein amerikanisches Berufungsgericht hat eine Sammelklage im Milliardenumfang gegen die amerikanische Tabakindustrie verworfen und ihr damit einen großen juristischen Sieg beschert. Das Gericht in Florida wies am Mittwoch ein Urteil von Juli 2000 zurück, nach dem die fünf größten Tabakkonzerne der USA 145 Milliarden Dollar Strafe zahlen sollten. Die dem Urteil zu Grunde liegenden Rechtsvorgänge seien wegen schwerer juristischer Fehler nicht mehr nachvollziehbar und stünden im Widerspruch zu den Gesetzen des Bundesstaates, da sie die Firmen in den Konkurs treiben könnten, teilte das Gericht auf seiner Website mit. Grundsätzlich könnten die Klagen zudem wegen der angeblichen Irreführung der Verbraucher über die Gesundheitsrisiken des Rauchens nicht als Sammelklage geführt werden.
„Das ist für die Industrie das bestmögliche Ergebnis und es reduziert das juristische Risiko auf eine Art und Weise, wie es kaum etwas anderes tun könnte", sagte der Tabakindustrie-Experte David Adelman von Morgan Stanley. „Es markiert das Ende der Sammelklagen.“ In dem ursprünglichen Verfahren waren die Firmen für die Krankheiten von schätzungsweise 700.000 Rauchern in Florida verantwortlich gemacht worden. „Das Schicksal einer ganzen Industrie und bis zu einer Million Bürgern Floridas kann nicht von einem so grundsätzlich unfairen Verfahren abhängen", urteile das Gericht nun. (Reuters)
Deutsche Wirtschaft vor allem wegen Importanstiegs geschrumpft
Die deutsche Wirtschaft ist Anfang dieses Jahres vor allem wegen eines starken Anstiegs der Importe und rückläufiger Bauinvestitionen geschrumpft. Die Importe seien zum Schlussquartal 2002 real um 1,9 Prozent gestiegen, während die Exporte lediglich um 0,7 Prozent zugelegt hätten, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit. Damit habe der Außenbeitrag das Wachstum im Quartalsvergleich um 0,4 Prozentpunkte gebremst. Die Bauinvestitionen sanken zum vierten Quartal um 3,3 Prozent. Die gesamten Bruttoanlageinvestitionen gingen um 1,7 Prozent zurück und reduzierten das Wachstum um 0,3 Prozentpunkte.
Die Statistiker bestätigten ihre vorläufigen Berechnungen von vergangener Woche, nach denen die Wirtschaftsleistung im ersten Vierteljahr zum Vorquartal um 0,2 Prozent gesunken und gegenüber dem Vorjahr um 0,5 Prozent gestiegen ist. Die Ausrüstungsinvestitionen stiegen im ersten Quartal unter Herausrechnung der Inflation (real) um 0,3 Prozent. Der Privatkonsum legte um 0,6 Prozent zu, der Staatskonsum um 0,1 Prozent. Die gesamte inländische Verwendung stieg damit zum Vorquartal um 0,1 Prozent. (Reuters)
Grünen-Expertin sieht 2004 Haushaltsloch von 15 Milliarden Euro
Trotz der von der Bundesregierung geplanten Reformen wird in der rot-grünen Koalition mit einem beträchtlichen Haushaltsloch im Jahr 2004 gerechnet. Die Haushaltsexpertin der Grünen, Anja Hajduk, sagte der “Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (Donnerstagausgabe), sie erwarte einen zusätzlichen Bedarf von 15 Milliarden Euro. Auch die Opposition sei aufgefordert, konstruktive Vorschläge zu machen. Hajduk warnte davor, den Ausweg in neuen Schulden zu sehen. Bundesfinanzminister Hans Eichel hatte vergangene Woche drastische Sparmaßnahmen angekündigt und damit auf die Steuerschätzung reagiert, die für Bund, Länder und Kommunen bis 2006 Steuerausfälle von mehr als 126 Milliarden Euro erbrachte. (vwd)
Handelsbilanzüberschuss steigt im April
Der Überschuß in der japanischen Handelsbilanz hat sich im April gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,6 Prozent auf 840,43 Milliarden Yen erhöht. Damit stieg der Aktivsaldo im April wieder, nachdem er im März binnen Jahresfrist vor dem Hintergrund des gegenüber dem Dollar wieder anziehenden Yen um 23,3 Prozent auf 965,3 Milliarden Yen zurückgegangen war. Gleichzeitig hat sich der japanische Außenhandel im April besser entwickelt als von Volkswirten erwartet, die im Mittel ihrer Prognosen von einem Minus von 2,9 Prozent auf 803,1 Milliarden Yen JPY ausgegangen waren. Wie das Finanzministerium in Tokio am Donnerstag weiter mitteilte, erhöhte sich dabei der Wert der Exporte um 4,7 Prozent auf 4,608 Billionen Yen. Gleichzeitig stiegen die Importe um 5,4 Prozent auf 3,768 Billionen Yen. (vwd)
Republikaner im amerikanischen Kongress einigen sich auf Steuersenkungen
Die in beiden Kammern des amerikanischen Kongresses dominierenden Republikaner haben sich auf Steuersenkungen in Höhe von 350 Milliarden Dollar in den kommenden zehn Jahren geeinigt. Das teilte der republikanische Mehrheitsführer im Senat, Bill Frist, am Mittwochabend (Ortszeit) in Washington mit. Der Kongress soll noch diese Woche das Steuerpaket von Präsident George W. Bush verabschieden. Zunächst hatte der Senat Senkungen im Umfang von 350 Milliarden Dollar gebilligt, während das Repräsentantenhaus einen Entwurf verabschiedete, der einen Umfang von 550 Milliarden Dollar Steuersenkungen vorsah. Bush hatte sich ursprünglich sogar für Steuersenkungen von 726 Milliarden Dollar in den kommenden zehn Jahre ausgesprochen. (vwd)
Dax am Donnerstag vor entspannterer Sitzung
22. Mai 2003 Der Dax hatte am Mittwoch über weite Streckem mit deutlichen Verlusten zu kämpfen, konnte die EInbußen am Ende aber begrenzen. Am Donnerstag werden nun von Händlerseite die Chancen auf eine kleine Kursstabilisierung sogar als ganz positiv eingeschätzt. Die Vorgaben gestalteten sich neutral, so daß neuer Abgabedruck zunächst nicht in Sicht sei. Allerdings wird die Entscheidung von Siemens, eine Wandelanleihe aufzulegen, als Belastungsfaktor gesehen. Neun von der Nachrichtenagentur vwd befragte Händler sehen den Dax am Handelsende bei 2.844 Punkten nach einem Schlußstand von 2.827 Punkten am Mittwoch.
Rentenmarkt knabbert am Rekordhoch
Der deutsche Rentenmarkt zeigte sich am Dienstag in gut behaupteter Form. Allerdings gelang es dem Terminkontrakt Bund-Future nicht, das bisherige Rekordhoch bei 117,96 Prozent zu überwinden. Im Handel heißt es, ein nachhaltiges Überwinden des Allzeit-Hochs vom Januar 1999 bereits im ersten Anlauf sei unwahrscheinlich. Vermutlich müsse der Bund vorher die überkauften Strukturen abbauen, dazu könnte er am letzten Zwischen-Hoch vom März bei 117,10 Prozent aufsetzen. Sollte der Bund das Allzeit-Hoch bei 117,96 Prozent tatsächlich nachhaltig überwinden, stehe vermutlich ein Anlauf auf 120 Prozent bevor. Das würde wiederum in der Kasse Rekord-Zins-Tiefs unter dreieinhalb Prozent bedeuten. Für kurzfristigen Korrekturbedarf spreche auch, dass der amerikanische Notenbankpräsident Alan Greenspan am Vortag die Gefahr einer Deflation etwas heruntergespielt habe.
Am Donnerstag zur Eröffnung verliert der Bund-Future gegen 8.30 Uhr dann auch prompt 13 Basispunkte auf 117,65 Prozent.
Euro gönnt sich eine Verschnaufpause
Der Euro zeigt sich am Donnerstag morgen mit einer leichteren Tendenz. Gegen 08.30 notiert die Gemeinschaftswährung bei 1,1648 Dollar nach 1,1677 Dollar im späten New Yorker Handel am Mittwoch. Gegenüber dem Yen präsentiert sich die amerikanische Währung bei 117,58 Yen nach 117,25 Yen am Vorabend. Der vorsichtig optimistische Konjunkturausblick des Chefs der Notenbank, Alan Greenspan, hat dem Dollar in Fernost am Donnerstag gegenüber dem Yen Auftrieb verliehen. Händler interpretierten die Äußerungen Greenspan als Hinweis darauf, daß in Kürze nicht mit einer Zinssenkung zu rechnen sei, die den Dollar weiter schwächen könnte.
Börse in Japan etwas fester
Die Aktien an der Tokioter Börse haben am Donnerstag etwas fester tendiert. Händler begründeten die Kursgewinne unter anderem mit dem gefallenen Yen-Kurs, der den Titeln von exportorientierten Unternehmen Auftrieb verliehen habe. Die Anstiege seien jedoch angesichts verhaltener Aussichten nur mäßig ausgefallen. Das japanische Finanzministerium hatte vor Öffnung der Börse mitgeteilt, daß sich der Exportzuwachs im April verlangsamt habe. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index stieg um 0,4 Prozent auf 8.035 Punkte. Der breiter gefaßte Topix-Index lag mit einem Plus von 0,8 Prozent bei 816 Punkten.
Aktien Hongkong mittags kaum verändert
Angesichts nur weniger marktbewegender Nachrichten zeigen sich die Kurse am Donnerstagmittag (Ortszeit) in Hongkong mit einer kaum veränderten Tendenz. Zum Ende der ersten Sitzungshälfte gewinnt der Hang-Seng-Index (HSI) bei geringen Umsätzen zwei Punkte auf 9.062 Zähler. Etwa ein Drittel der Index-Einzeltitel notiert unverändert. Größter Gewinner sind angesichts des höheren Ölpreises CNOOC mit einem Plus von 3,8 Prozent auf 10,85 Hongkong-Dollar. Ein Händler sagt, er sei eigentlich zuversichtlich für den Markt gewesen, aber diese sogenannte Konsolidierung gehe schon zu lange, was sein Vertrauen mindere.
Nachbörsliche Kursbewegungen in Amerika
Knapp behauptet lautete die Tendenz an der Wall Street am Mittwoch im nachbörslichen Geschäft. Der Nasdaq 100 After-Hours Indicator notierte bei 1.111,85 Zählern und damit um 0,16 Prozent höher als zum offiziellen Börsenschluß.
Unter den Einzelwerten zeigten sich die Aktien von Synopsys um 5,2 Prozent verbessert bei 53,55 Dollar. Im regulären Handel waren sie bereits um knapp ein Prozent gestiegen. Das Unternehmen hat zuvor einen Gewinn je Aktie von 0,80 Dollar im zweiten Quartal mitgeteilt und lag damit deutlich über den Konsensschätzungen der Analysten, die von 0,70 Dollar je Aktie ausgegangen waren.
ADC Telecommunications sanken um 6,6 Prozent auf 2,84 Dollar und gaben damit den Gewinn aus dem offiziellen Handel von 6,3 Prozent wieder ab. Das Unternehmen teilte hier einen Verlust im zweiten Quartal mit, der etwas höher als die Prognosen ausfiel. Das Unternehmen wies 0,04 Dollar Verlust je Aktie aus, Analysten waren von minus 0,03 Dollar ausgegangen.
Wall Street schließt nach Greenspan-Rede uneinheitlich
Die New Yorker Aktienmärkte haben am Mittwoch nach einem vorsichtig optimistischen Konjunkturausblick von Notenbank-Chef Alan Greenspan uneinheitlich geschlossen. Während die Standardwerte bis Handelsschluss zulegten, erholte sich die Technologiebörse Nasdaq weitgehend von ihren Verlusten und schloß kaum verändert. Händlern zufolge wurde die Stimmung am Markt durch neue Anschlagsdrohungen gegen die USA belastet. Insgesamt sei der Handel aber bei dünnen Umsätzen ruhig verlaufen, was an dem bevorstehenden langen Wochenende in Amerika anläßlich des Feiertags „Memorial Day“ am 26. Mai gelegen habe, sagten Marktteilnehmer. Der Standardwerte-Index Dow-Jones schloss 0,30 Prozent höher bei rund 8.516 Punkten. Der Nasdaq-Index lag bis Handelsschluss mit minus 0,08 Prozent kaum verändert bei rund 1.490 Zählern. Der breiter gefaßte S&P-500-Index beendete die Sitzung 0,42 Prozent fester bei rund 923 Punkten.
Im Blickpunkt der Investoren standen Händlern zufolge die Aktien von Hewlett-Packard (HP), des zweitgrößten Computerherstellers hinter IBM. Die Papiere gewannen 5,22 Prozent auf 17,94 Dollar, nachdem HP am Vortag ein über den Erwartungen ausgefallenes Quartalsergebnis ausgewiesen hatte und die Prognosen der Analysten auch im Gesamtjahr erfüllen wollte. Die Aktien von Tabak-Konzernen gehörten zu den größten Gewinnern bei den Standardwerten. Die Papiere der Philip-Morris-Mutter Altria profitierten von einem für die Tabakindustrie günstigen Urteil eines Gerichts in Florida und legten 9,71 Prozent auf 38,30 Dollar zu. Ein Berufungsgericht hatte den Spruch einer früheren Instanz zurückgewiesen, der die Branche zur Zahlung von 145 Milliarden Dollar hätte verpflichten sollen.
Zu den Verlieren bei den Technologietiteln gehörten die Aktien des Netzwerkausrüsters Cisco Systems. Die Titel verloren 1,81 Prozent auf 15,70 Dollar, nachdem die Investmentbank DB Securities ihre Einstufung für die Papiere auf „Hold“ von „Buy“ gesenkt hatte.
Amerikanische Anleihen uneinheitlich
Uneinheitlich zeigten sich die amerikanischen Anleihen am Mittwoch im späten Handel in New York nach der Rede von Notenbank-Präsident Alan Greenspan. Die Rede von Alan Greenspan hatte zunächst zu einer starken Nachfrage bei den Dreißigjährigen geführt, welche sich jedoch im Handelsverlauf abschwächte. Die Zehnjährigen zeigten sich dagegen niedriger. Die zehnjährigen Titel mit einem Kupon von 3,625 Prozent sanken um 12/32 auf 101-27/32 und rentierten mit 3,400 Prozent nach 3,374 Prozent am Dienstag. Die 30jährigen Staatsanleihen mit einer Zinsausstattung von 5,375 Prozent verteuerten sich um 1/32 auf 116-10/32. Die Rendite lag bei 4,353 Prozent nach 4,369 Prozent.
Die Investoren hätten die Aussagen von Greenspan verdaut. In Einklang mit den meisten Konjunkturexperten erwartet Greenspan eine nur schwache Entwicklung des Wirtschaftswachstums im laufenden Quartal. “Das amerikanische BIP dürfte im zweiten Quartal eher schwach ausfallen“, sagte er. Allerdings sehe er auch keine unmittelbare Gefahr, daß die Wirtschaft in eine Deflation abgleitet. Die Konsequenzen einer solchen Entwicklung wären jedoch so gravierend, daß die Fed womöglich vorbeugende Maßnahmen ergreifen werde, sagte der Fed-Chairman.
Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters.
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