FRÜHAUFSTEHER Der tägliche Ausblick auf die Börse


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FRÜHAUFSTEHER Der tägliche Ausblick auf die Börse

 
05.04.02 07:47
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US-Arbeitsmarktdaten werden den Tag bestimmen


5. April 2002 US-Arbeitsmarktdaten werden den Tag bestimmen

Auf ein abwartendes Geschäft stellen sich Händler am Freitag am deutschen Aktienmarkt ein. Im Vorfeld der Bekanntgabe der US-Arbeitsmarktdaten dürften sich die Marktteilnehmer zunächst zurückhalten, so die Vermutung. Der Dax und der Neue Markt werden bei eher positiven Grundton wenig verändert erwartet. Stabilisierend dürfte die gegen Handelsende erholte Wall Street wirken. Insgesamt sei die Nachrichtenlage aber dünn, so dass auch dies für einen ruhigen Handelsverlauf spreche.

Rentenmarkt vor Verschnaufpause

Nach der Rally am Rentenmarkt in den vergangenen Tagen stellen sich Händler am Freitag auf eine Verschnaufpause ein. Zumindest bis zur Bekanntgabe der US-Arbeitsmarktdaten dürften sich die Kursgewinne zunächst nicht weiter fortsetzen lassen, heißt es. Danach hänge die weitere Tendenz vom  Ausfall der US-Daten ab, so das Urteil. Am Donnerstag hatte der Bund-Future um 47 Basispunkte auf 105,73 Prozent zugelegt.

Euro gut behauptet

Gut behauptet tendiert der Euro am Freitag im asiatischen Handel. Gegen 7.30 Uhr MESZ kostet ein Euro 0,8786 Dollar nach 0,8766 Dollar am Donnerstagabend in New York. Zum Yen notiert der Dollar mit 132,29 Yen nach 132,35 Yen im späten New Yorker Handel am Vorabend. Wie schon zuletzt rechnen Beobachter auch zum Wochenausklang mit relativ engen Handelsspannen amDevisenmarkt. Etwas Kraft, Kursimpulse auszulösen, hätten nur die am Nachmittag erwarteten US-Arbeitsmarktzahlen.

Börse Tokio im Verlauf schwächer - NTT belastet

Der Aktienmarkt in Tokio hat am Freitag im Verlauf schwächer notiert, was Händler auf die Kursverluste der Titel der Nippon Telephone and Telegraph (NTT) zurückführten. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index fiel bis gegen 06.30 Uhr (MESZ) um 0,33 Prozent auf 11.341 Punkte. "Trotz eines starken Kursrückgangs an der Nasdaq Anfang der Woche hat der Nikkei die 11.000-Punkte-Marke gehalten. Ich denke, dieser Wert hält", sagte Aktienstratege Hirokazu Yuihama vom Daiwa Institute of Research. Die Papiere von Japans größtem Telekom-Konzern NTT gaben 3,1 Prozent auf 502.000 Yen nach, die Titel der Mobilfunktochter NTT DoCoMo fielen drei Prozent auf 361.000 Yen. NTT hatte am Vortag einen Rekordverlust für das abgelaufene Geschäftsjahr angekündigt. (Reuters)

Feiertagshinweis: Börse Hongkong geschlossen

Auf Grund des Ching-Ming-Festes (Ahnenverehrung) in Hongkong bleiben dort am Freitag, 5. April, Börsen, Banken und Behörden geschlossen.

US-Nachbörse nachgebend

Zu Kursverlusten von 0,3 Prozent auf 1.393,92 Punkten kam es am Donnerstag im nachbörslichen Handel beim Nasdaq-100-Index. Während sich die großen Titel weitgehend unverändert präsentierten, wurde dieses Mal McData Corp geschlachtet. Nach einer Gewinnwarnung fiel der Technologiekonzern um 20 Prozent auf 10,04 Dollar. Ähnlich erging es dem Anbieter von Bildungssoftware Click21learn, der 35 Prozent auf 2,75 Dollar verlor. Nach besser als erwarteten Umsätzen kamen dagegen Getty Images um zwölf Prozent auf 31,72 Dollar voran.

US-Börsen kaum verändert - Firmemprognosen verunsichern

Die jüngsten Prognosen zum Geschäftsverlauf verschiedener US-Konzerne haben die Investoren an der Wall Street am Donnerstag nach Händlerangaben verunsichert. Die Anleger seien zudem weiter wegen des Nahost-Konflikts besorgt und hätten sich deshalb zurückgehalten. Die Kurse schlossen wenig verändert. Der Dow-Jones-Index schloss 0,36 Prozent im Plus bei 10.235,17 Zählern. Die Nasdaq stieg um 0,30 Prozent auf 1.789,74 Zähler.

„Wir haben einige positive Zahlen gesehen, aber die guten Nachrichten reichen nicht aus, um die Sorgen der Anleger wegen des Konflikts im Nahen Osten zu zerstreuen", sagte Alan Ackerman, Marktstratege bei Fahnestock & Co. Die Anhebung der Merrill-Lynch-Gewinnschätzung für den Autokonzern General Motors habe die Standardwerte gestützt, sagten Händler. Die Bank hatte die Gewinnprognose für GM für das zweite Quartal und das Gesamtjahr erhöht und dies mit der stärker als erwartet gestiegenen Produktion des Autobauers begründet. Der Aktienkurs des Konzerns stieg um 1,33 Prozent auf 60,14 Dollar.

Der umsatzstärkste Wert an der Nasdaq war die Aktie des Software-Konzerns Check Point Software Technologies, die 19,6 Prozent auf 22,07 Dollar einbüßte. Der Hersteller von Sicherheitssoftware teilte mit, der Quartalsgewinn werde unterhalb der Analystenerwartungen ausfallen, da die Technologie-Investitionen der Unternehmen weiter schwach seien. Auch der Pharmakonzern Bristol-Myers Squibb habe die Anleger mit den jüngsten Prognosen enttäuscht, hieß es auf dem Parkett. Das Unternehmen hatte am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitgeteilt, es erwarte im ersten Quartal 2002 einen deutlichen Gewinn- und Umsatzrückgang. Der Aktienkurs gab rund 14,7 Prozent auf 32,15 Dollar nach und war der am meisten gehandelte Wert an der New York Stock Exchange.

Positiv hätten die Anleger hingegen auf einen freundlichen Ausblick des weltgrößten Computerherstellers Dell reagiert. Dell-Titel stiegen zum Schluss um 2,14 Prozent auf 26,75 Dollar, nachdem der Konzern am Vortag nach US-Börsenschluss seine Umsatzprognose für das laufende Geschäftsquartal leicht angehoben und seine Gewinnerwartungen bekräftigt hatte.

Die Eskalation der Gewalt im Nahen Osten werfe weiter einen Schatten über den Markt, sagten Händler. Viele Marktteilnehmer befürchteten, dass durch eine mögliche Ausdehnung des Konflikts auf den gesamten arabischen Raum die Öllieferungen behindert und der Ölpreis in die Höhe getrieben würden. Dies könne die beginnende Erholung der US-Konjunktur verzögern. US-Präsident George W. Bush hatte Israel am Donnerstag zum Abzug aus den Palästinenser-Städten aufgefordert und die Entsendung seines Außenministers Colin Powell in die Region angekündigt. Die Rede habe den Markt jedoch nur kurzfristig belebt, sagten Börsianer. „Es war etwas Positives für den Markt, aber das ist alles", sagte Ahmet Okumus, Präsident von Okumus Capital LLC.

US-Anleihen schließen leichter

Mit leichterer Tendenz haben sich die US-Staatsanleihen am Donnerstag im späten Handel in New York gezeigt. Erst kurz vor Handelsschluss drehten die Notierungen in negatives Terrain. Zehnjährige Papiere mit einem Kupon von 4,875 Prozent ermäßigten sich um 1/32 auf 96-29/32 und stieg minimal von 5,272 Prozent auf 5,276 Prozent. Der Longbond mit einem Kupon von 5,375 Prozent sank um 4/32 auf 95-1/32, die Rendite betrug 5,726 Prozent, nach 5,721 Prozent. Lange hatten die Treasurys im Verlauf ihr Plus verteidigt, auch wenn sich die Aufschläge im Zuge der Rede von US-Präsident Bush zur Lage im Nahen Osten bereits deutlich reduziert hatten.

Die überraschend schlechten US-Arbeitslosenanträge der Woche hatten zuvor den US-Anleihen zu einer stärkeren Nachfrage verholfen. Doch seien die Zahlen “irreführend“, erklärte ein Experte, da sie eine Reihe von Anträgen enthielten, die von Arbeitslosen gestellt worden seien, die bereits seit längerer Zeit nichts erwerbstätig seien. Diese hätten nun neue Anträge gestellt, um nicht den Anspruch auf die Leistungen zu verlieren. Gleichzeitig wiesen Marktbeobachter auch darauf hin, dass in den vergangenen Sitzungen die Titel deutlich gesucht gewesen seien, da sie von einer “Flucht in Qualitätsanlagen“ infolge der Nahostkrise profitiert haben. Im Zuge der kritischen Einschätzung der Daten und im Vorfeld der bevorstehenden Konjunkturdaten habe daher der Markt ins Minus gedreht, resümierten Marktteilnehmer.

Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters

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Medienschau


5. April 2002


Unternehmensnachrichten

Allianz zahlt Dresdner-Aktionären 51,50 Euro je Aktie

Die Allianz-Gruppe will die restlichen Aktien der Tochter Dresdner Bank im Rahmen eines so genannten Squeeze Out erwerben und bietet den Minderheitsaktionären dafür eine Abfindung von 51,50 Euro je Aktie. (Ad-hoc)

Chip-Broker ACG kündigt Führungswechsel an

Der Wiesbadener Chip-Broker ACG hat einen Führungswechsel angekündigt. Der 34 Jahre alte Firmengründer Cornelius Boersch werde nach einem Beschluss des Aufsichtsrats mit sofortiger Wirkung den Chefsessel übernehmen, teilte das im Nemax 50 gelistete Unternehmen am Donnerstag nach Börsenschluss mit. Boersch löse Markus Solibieda an der Spitze des Unternehmens ab, der drei Jahre lang dem Vorstand angehört habe. (Reuters)

Bertelsmann erwartet 2002 weiteren Gewinnanstieg

Der Medienkonzern Bertelsmann rechnet in diesem Jahr mit einem Gewinnanstieg und will zudem in Europa weiter expandieren. "Wir gehen davon aus, dass wir das Ergebnis aus dem vergangenen Rekordjahr 2001 von 4,16 Milliarden Euro nach IAS 2002 wieder übertreffen werden", kündigte Vorstandschef Thomas Middelhoff in einem Interview mit der „Welt“ (Freitagausgabe) an. In der Internet-Sparte solle 2003 die Gewinnschwelle erreicht werden. Der Konzern strebe zudem die vollständige Übernahme der Online-Musiktauschbörse Napster an. (Reuters)

3M erwartet Gewinn mindestens am oberen Ende früherer Prognose

Der US-Mischkonzern Minnesota Mining & Manufacturing (3M) erwartet im ersten Quartal einen Gewinn mindestens am oberen Ende der früheren Prognose. Das Unternehmen teilte am Donnerstag nach US-Börsenschluss in St. Paul (Minnesota) mit, der Gewinn je Aktie dürfte bei 1,20 Dollar oder etwas darüber liegen. 3M hatte zuvor den Gewinn je Aktie für das erste Quartal zwischen 1,05 Dollar und 1,20 Dollar je Aktie prognostiziert. Von Thomson Financial/First Call befragte Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Gewinn je Aktie von 1,11 Dollar gerechnet. (Reuters)

SEC leitet offizielles Verfahren gegen Qwest ein

Die US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) hat am Freitag ein offizielles Verfahren gegen den Telekommunikationsanbieter Qwest Communications Inc, Denver, eingeleitet.  Mitte März hatte die Behörde vorab eine inoffizielle Anfrage an das Unternehmen gerichtet, deren Gegenstand Bilanzierungspraktiken in den Jahresabschlüssen 2000 und 2001 waren. Im Mittelpunkt des Interesses steht dabei die Verbuchung von Umsätzen aus der Veräußerung von Glasfasernetzen an andere Telekommunikationsanbieter. Von diesen Gesellschaften hatte Qwest im Gegenzug selbst Kapazitäten gekauft. (vwd)



Wirtschaftsnachrichten

Leichter Anstieg der US-Arbeitslosenquote erwartet

Der US-Arbeitsmarkt dürfte nach Einschätzung der meisten Experten im März keine nennenswerte Verbesserung oder Verschlechterung verzeichnet haben. Wenngleich zwar mit einer Zunahme der Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft gerechnet wird, deuten die Prognosen zugleich auf einen leichten Anstieg der Arbeitslosenquote hin.  Dieser scheinbare Widerspruch wird von den meisten Beobachtern damit erklärt, dass das Beschäftigungswachstum im vergangenen Monat nicht ausgereicht hat, um den Anstieg des Erwerbspersonenpotenzials in Höhe von etwa ein Prozent p.a. zu kompensieren.

So erwarten die von vwd befragten Volkswirte im Durchschnitt zwar eine Zunahme der Beschäftigung ex Agrar um 46.000 (Februar: plus 66.000) Personen, gleichzeitig wird jedoch mit einer Arbeitslosenquote von 5,6 Prozent gerechnet, nachdem diese im Februar bei 5,5 Prozent gelegen hatte.  Die entsprechenden Daten werden am kommenden Freitag um 15.30 MESZ vom US-Arbeitsministerium veröffentlicht. Für die dann ebenfalls anstehenden durchschnittlichen März-Stundenlöhne wird ein Anstieg um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat erwartet. (vwd)

Japan/Index der Frühindikatoren Februar bei 66,7

Der japanische Index der Frühindikatoren hat sich im Februar auf 66,7 (Vormonat: 60,0) verbessert, berichtet das Kabinettsbüro der Regierung am Freitag. Analysten hatten diesen Wert im Durchschnitt erwartet. Der Index liegt damit den zweiten Monat in Folge über der kritischen Marke von 50 Punkten. Der Index der gleichlaufenden Indikatoren wurde mit 33,3 (10,0) ausgewiesen, für den Index der nachlaufenden Indikatoren wurde ein Stand von 16,7 (16,7) gemeldet. (vwd)

IG-Metall-Vize setzt Arbeitgebern Ultimatum für Tarifrunde

Der IG-Metall-Vizechef Jürgen Peters hat den Arbeitgebern ein Ultimatum gestellt, bis zu dem Klarheit über die Tarifrunde bestehen soll. "Nach der dritten April-Woche muss definitiv klar sein, ob diese Tarifrunde friedlich über die Bühne geht oder ob wir die Arbeitgeber zu einem vernünftigen Kompromiss zwingen müssen", sagte Peters dem „Handelsblatt“ (Freitagausgabe). (Reuters)


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EZB sieht kaum Inflationsgefahren

 
05.04.02 07:58
4. April 2002 Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Leitzinsen in der Euro-Zone erwartungsgemäß unverändert gelassen. Der für die Refinanzierung der Geschäftsbanken maßgebliche Schlüsselzins beträgt somit weiterhin 3,25 Prozent. Auch den Zinskorridor für den Geldmarkt ließ die Zentralbank unverändert. Die Sätze dafür betragen weiterhin 2,25 Prozent für Übernachteinlagen der Banken bei der EZB und 4,25 Prozent für Übernachtkredite.

EZB-Präsident Wim Duisenberg sieht keine unmittelbaren Inflationsgefahren für die Euro-Zone und erwartet zum Jahresende ein deutliches Wirtschaftswachstum. Die Teuerungsrate werde trotz der in jüngster Zeit stark gestiegener Ölpreise unter den EZB-Richtwert für Preisstablität von zwei Prozent fallen. „Die Leitzinsen bleiben angemessen, um auf mittlere Sicht Preisstabilität in der Euro-Zone zu gewährleisten", sagte Duisenberg. Allerdings fügte der EZB-Präsident hinzu, ein weiter steigender Ölpreis sei ein Gefahr für Inflation und Produktion.

Fast alle Volkswirte hatten im Vorfeld der Entscheidung mit unveränderten Leitzinsen gerechnet. Die große Mehrheit von ihnen hält den Zinssenkungszyklus des vergangenen Jahres für beendet, da die Wirtschaft in der Euro-Zone am Beginn einer Erholung steht, wie viele Frühindikatoren signalisieren. Mit einer Zinserhöhung könne sich die EZB aber noch Zeit lassen, da sich trotz des jüngsten Ölpreisanstiegs noch keine Inflationsgefahr aufbaue.

Augenmerk auf Ölpreis

„Die Entscheidung ist wie erwartet ausgefallen", sagte Claudia Henke, Volkswirtin von der Dresdner Bank. Die EZB werde mit einer Zinserhöhung noch bis zum Herbst abwarten. „Momentan sind sowohl Stärke als auch Nachhaltigkeit der Konjunkturerholung noch unsicher.“ Auch die Aussichten für einen Rückgang der Inflation seien trotz des leichten Anstiegs der Teuerungsrate in der Euro-Zone im März auf 2,5 Prozent weiter günstig. „Für die nächste Zeit sollte das Augenmerk vor allem darauf gerichtet sein, wie die EZB die Auswirkung des Ölpreisanstiegs auf die Inflation einerseits und die Konjunkturentwicklung andererseits bewertet", erläuterte die Volkswirtin.

Wegen der Zuspitzung des Nahost-Konflikts hatte sich der Ölpreisanstieg in den vergangenen Tagen beschleunigt. Der Preis für ein Barrel der Nordsee-Ölsorte Brent hatte mit mehr als 27 Dollar ein Halbjahreshoch erreicht und war damit seit Jahresbeginn um 50 Prozent gestiegen. Dennoch herrscht laut Michael Schubert von der Commerzbank an den Finanzmärkten die Überzeugung vor, dass die EZB die Leitzinsen recht bald und nachhaltig erhöhen wird: „Der erste Zinsschritt um 25 Basispunkte wird zur Jahresmitte erwartet, bis Jahresende wird mit Zinsanhebungen um etwa 100 Basispunkte gerechnet.“

Auch Bank of England behält Zinskurs bei

Die EZB hatte im vergangenen Jahr die Leitzinsen in vier Schritten um 150 Basispunkte auf 3,25 Prozent gesenkt, zuletzt um einen halben Prozentpunkt im November. Mit dem starken Konjunkturabschwung in der Euro-Zone waren die Risiken für höhere Inflation, die die Notenbank unter einer Obergrenze von zwei Prozent halten will, geschwunden.

Auch die britische Notenbank ließ ihren Leitzins zunächst unverändert. Mit vier Prozent liegt der Zinssatz im Vereinigten Königreich nun schon seit fünf Monaten auf dem niedrigsten Stand seit Ende der 60er Jahre. Ähnlich wie bei der EZB rechnen Beobachter mit einem Zinsanstieg in den kommenden Monaten.




Text: @mey
Bildmaterial: ddp


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Banken lassen Dornier nicht hängen

 
05.04.02 08:00
4. April 2002 Der insolvente Regionalflugzeugbauer Fairchild Dornier hat von Banken eine erste finanzielle Unterstützung zur Fortführung des Geschäftsbetriebs erhalten. Ein Bankenkonsortium bestehend aus Bayerischer Landesbank, HypoVereinsbank und Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hat nach Angaben des Unternehmens bereits am Mittwoch über 20 Millionen Dollar als Vorschuss für den beanspruchten Massekredit von 90 Millionen Dollar zur Verfügung gestellt.

Eine Entscheidung über den gesamten Massekredit, der teilweise auch vom Freistaat Bayern und von der Bundesregierung verbürgt werden soll, wird in den nächsten zwei Wochen erwartet. Das Gehalt der Mitarbeiter in den nächsten drei Monaten sei gesichert. Das Traditionsunternehmen, das zu den drei größten Regionalflugzeugherstellern der Welt zählt, hatte am Dienstag Insolvenzantrag gestellt. In Deutschland beschäftigt Dornier 3.600 Mitarbeiter.

Suche nach Partner geht weiter

Zum Überleben benötigt Fairchild Dornier dringend einen strategischen Partner. In der Branche gelten der US-Konzern Boeing, der brasilianische Regionalflugzeugbauer Embraer und der Kleinflugzeughersteller Beechcraft, der zum Raytheon-Konzern gehört, als potenzielle Investoren. Die kanadische Bombardier und der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS, für den Fairchild Komponenten liefert, hatten indes abgewunken.

Fairchild-Dornier-Geschäftsführer Thomas Brandt kündigte an, mit potenziellen Investoren in den nächsten vier bis acht Wochen ein tragfähiges Konzept zur Rettung des Unternehmens aushandeln zu wollen. Dabei schloss er eine Zerlegung des Konzerns nicht mehr aus. „Wir haben das Ziel, uns als Ganzes zu positionieren. Aber man darf auch nicht nur auf eine Variante setzen, das wäre unklug", sagte Brandt. Die Gespräche mit den Interessenten, die in den vergangenen Tagen wegen des Insolvenzantrags ausgesetzt worden waren, würden in Kürze wieder aufgenommen. Er gehe davon aus, dass auch manche Unternehmen aus der Branche, die bisher bei der Frage einer Übernahme offiziell abgewunken hatten, sich nach dem Insolvenzantrag wieder für Fairchild Dornier interessieren könnten.

Sparmaßnahmen in Amerika

Der vorläufige Insolvenzverwalter Eberhard Braun habe die Voraussetzungen für die Kontaktaufnahme geschaffen, berichtete das Unternehmen weiter. Erste Sparmaßnahmen wurden in den USA eingeleitet. So sei dort die Mitarbeiterzahl in Marketing und Verwaltung deutlich reduziert worden. Zudem sei die Produktion von Flugzeugflügeln in den USA erst einmal stillgelegt worden. Es gebe für die Fortführung des Geschäftsbetriebs ausreichend Flügel in Deutschland.

Der Konzern begründete die Maßnahmen mit der Tatsache, dass es in den USA keine Regelung gebe, die dem deutschen Insolvenzgeld entspreche. In Deutschland genehmigte das zuständige Arbeitsamt München die Finanzierung des Insolvenzgeldes. Damit werden für die nächsten drei Monate die Mitarbeiter hier zu Lande am Monatsende pünktlich ihr Gehalt überwiesen bekommen.

Brief nach Brüssel

Die Bürgschaften durch Bund und Freistaat müssen noch von der EU-Kommission genehmigt werden.
Möglicherweise könnten auch noch Beihilfen fließen. Die Bundesregierung hat bereits Kontakt mit der EU-Kommission aufgenommen. Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) habe einen Brief nach Brüssel geschickt und signalisiert, dass die Regierung bald eine Beihilfe zur Prüfung anmelden werde, verlautete am Donnerstag aus der Umgebung von EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti. Vermutlich werde es sich um eine Rettungsbeihilfe handeln, mit der Unternehmen geholfen werden kann, die in Schwierigkeiten geraten sind. Der Brief enthalte keine weiteren Details, hieß es.

Text: @mey


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Kirch und das Zittern der Münchner Banken

 
05.04.02 08:04
4. April 2002 Eine mögliche Insolvenz der Kirch-Gruppe wird sich durchaus unterschiedlich auf die Gläubigerbanken des Medienkonzerns auswirken. Während sich einige Großbanken keine allzu großen Sorgen machen müssen, könnte es vor allem bei den Münchner Gläubigerbanken zu Ausfällen kommen.

Deutsche Bank gibt sich entspannt

Der Kredit der Deutschen Bank, der dem Vernehmen nach rund 770 Millionen Euro betragen soll, ist mit Kirchs 40-prozentigem Anteil am Axel Springer Verlag besichert. Branchenkreise schätzen den Wert des Anteils auf rund 1,1 Milliarde Euro. Die Deutsche Bank selbst hatte auch schon betont, sie sehe sich daher bezüglich einer möglichen Kirch-Insolvenz auf der sicheren Seite. Das Institut hatte sich auch bei den Sanierungsgesprächen auffällig zurückgehalten. Vorstandssprecher Rolf-E. Breuer hatte in New York Zweifel an der Kreditwürdigkeit Kirchs geäußert und die Krise des Medienkonzerns nach Auffassung von Beobachtern damit zusätzlich in Schwung gebracht.

Dresdner Bank ebenfalls

Eine ähnliche Situation ist bei der Dresdner Bank zu konstatieren: Das Institut ließ sich seinen Kredit von 460 Millionen Euro mit dem 25-prozentigen Anteil von Kirch an dem spanischen Fernsehsender Telecinco absichern. Dessen Wert schätzen Medienexperten auf rund 500 Millionen Euro. Daher habe auch die Dresdner Bank ihr Scherflein im Trockenen, hieß es in Bankenkreisen. Der Kredit wird bereits kommende Woche fällig.

Commerzbank und DZ Bank unruhiger

Etwas schwieriger scheint die Lage bei der Commerzbank zu sein: Deren Kredit von rund 300 Millionen Euro soll mit Filmrechten besichert sein. Zur Besicherung des DZ-Bank-Kredits von rund 400 Millionen Euro dient ebenfalls das in der KirchMedia gebündelte Kerngeschäft. Ferner sind bei der DZ Bank bereits im März nicht näher bezifferte „kurzfristige Kredite in signifikanter Höhe“ fällig geworden, die noch nicht zurückgezahlt wurden.

Prekäre Lage bei BayernLB

Als weit prekärer bezeichnen Beobachter die Lage bei den beiden Münchener Gläubigerbanken, bei denen Kirch mit mehr als zwei Milliarden Euro in der Kreide steht. Allein 1,9 Milliarden Euro lieh die Bayerische Landesbank (BayernLB) nach eigenen Angaben an Kirch aus. Nach den Worten des bayerischen Finanzministers Kurt Falthauser ist dieser Kredit der halbstaatlichen Bank zwar dreifach besichert, unter anderem mit Kirchs Formel-1-Anteil. Daneben ist der Kredit nachrangig mit Kirchs Springer-Anteil besichert, aus dem sich zunächst aber die Deutsche Bank bedienen darf. Auch beim “dritten Pfandrecht“ könnte ein Konflikt drohen. Wie die Commerzbank und die DZ Bank kann die BayernLB auf Filmrechte zurückgreifen.

Mögliche Ausfälle für die HypoVereinbank

Ebenfalls durch Filmrechte der KirchMedia besichert sein soll auch der Kredit der HypoVereinsbank. Er soll sich auf unter 500 Millionen Euro belaufen. Der Vorstandsvorsitzende der Bayern LB, Werner Schmidt, hatte im Februar geäußert, die Bank sehe “kein akutes Ausfallrisiko“. In Kapitalprobleme könne die BayernLB durch Kirch nicht geraten. Das habe die Bankenaufsicht bestätigt. Die stillen Reserven der Bank überstiegen das Kredtivolumen bei weitem.

Auch Analysten betonten, die BayernLB als größter Kreditgeber wäre am stärksten von einer möglichen Insolvenz von Kirch betroffen. Deren Sicherheiten könnten sich als nicht so werthaltig erweisen wie vorher gedacht. Bei der HypoVereinsbank gehen die Ansichten der Experten auseinander. Während die einen Analysten meinen, deren Sicherheiten seien ausreichend, weil es sonst schon zu Wertberichtigungen gekommen wäre, vertreten andere die Ansicht, dass es bei der HypoVereinsbank wie bei der Commerzbank zu Ausfällen kommen wird.


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Levke:

Danke + schönes Wochenende nach Mainz ! o.T.

 
05.04.02 09:49
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