21. Januar 2003 Unternehmensnachrichten
Fiat Auto erneut mit Quartalsverlust - Prognose verfehlt
Der italienische Industriekonzern Fiat hat in seiner angeschlagenen Auto-Sparte im letzten Quartal 2002 entgegen der eigenen Prognose nicht die Gewinnschwelle erreicht. Der operative Verlust bei Fiat Auto belaufe sich auf weniger als 200 Millionen Euro, teilte das Unternehmen am Montag mit. Fiat erwäge weiter den Verkauf einiger Geschäftsbereiche, um frisches Kapital in die Firmenkassen zu spülen, bekräftigte der Verwaltungsratsvorsitzende Paolo Fresco. Dabei gehe es aber nicht nur um Fiat Auto. Im Gespräch für eine Abspaltung waren zuletzt auch die Versicherungssparte Toro und die Luft- und Raumfahrttochter Fiat Avio.
Fiat-Aktien fielen in Mailand um mehr als fünf Prozent auf 8,55 Euro und damit stärker als die im DJ Stoxx zusammengefassten europäischen Autowerte. Händler sagten, Marktspekulationen über eine mögliche Kapitalerhöhung statt durchgreifender Umstrukturierungen hätten den Kurs belastet. (Reuters)
CS Group erwartet Verlust 2002 bei 3,4 Milliarden Franken
Die CS Group rechnet für 2002 mit einem Nettoverlust von 3,4 Milliarden Schweizer Franken. Für das vierte Quartal 2002 werde ein Verlust von einer Milliarde Franken erwartet, teilte das Finanzinstitut am Dienstag mit. Für Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit der Unabhängigkeit der Research-Analysten habe die Tochter CFSB zusätzliche Rückstellungen von 702 Millionen Schweizer Franken gebildet. Der Nettoverlust dieser Sparte werde voraussichtlich bei 1,2 Milliarden Schweizer Franken für das vierte Quartal und bei 1,8 Milliarden Franken für das Gesamtjahr liegen. (vwd)
Tyco erhöht Cash-Flow durch verschobene Boni-Zahlung
Tyco International hat nach einem Zeitungsbericht die Zahlung einiger im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2002/03 (31. Oktober) fälligen Boni verschoben. Auf diese Weise habe das Unternehmen seinen Cash-Flow in den drei Monaten per Ende Dezember deutlich erhöht, schreibt das “Wall Street Journal“ (WSJ/Dienstagausgabe). Tyco will am Mittwoch die Zahlen für das erste Quartal veröffentlichen. Dabei werde die Anleger vor allem die Position freier Cash-Flow interessieren, um daraus abzuleiten, ob die Gesellschaft genug Barmittel erlöse, um ihre Schulden zu bedienen.
Zudem werde von der für Mittwoch anberaumten Telefonkonferenz ein Hinweis der Geschäftsleitung zum Jahresergebnis erwartet. Das Unternehmen hatte zuvor ein Ergebnis je Aktie von 1,50 bis 1,75 Dollar in Aussicht gestellt, welches nach Informationen aus Kreisen revidiert werden dürfte. Analysten rechnen damit, dass die Vorhersage am Mittwoch eher am unteren Ende der Spanne angesiedelt werde, schreibt das Blatt. Begründen dürfte die Gesellschaft die erwartete Revision mit den Auswirkungen der in diesem Monat aufgelegten Wandelanleihe über 4,5 Milliarden Dollar. (vwd)
Mizuho erhöht Verlustprognose deutlich
Die Mizuho Holdings Inc hat ihre Prognose für 2002/03 (31. März) deutlich nach unten revidiert. Sie geht nun von einem Verlust in der Gruppe von 1,950 Billionen Yen aus, wie die zu den vier größten japanischen Banken zählende Mizuho am Dienstag mitteilte. Bisher war ein konsolidierter Fehlbetrag von 220 Milliarden Yen vorhergesagt worden. Zudem sollen die Abschreibungen Not leidender Kredite auf rund 2,030 Billionen Yen nahezu verdoppelt werden. Die Bank bestätigte im Rahmen der Vorstellung umfassender Reformen einen zuvor von der Zeitung “Nihon Keizai“ veröffentlichten Artikel, wonach Kapital von einer Billion Yen aufgenommen werden soll. (vwd)
Wirtschaftsnachrichten
EU-Finanzminister verständigen sich auf Defizitverfahren gegen Deutschland
Die EU-Finanzminister haben sich für ein formelles Defizitverfahren gegen Deutschland und einen Blauen Brief an Frankreich ausgesprochen. Darüber bestehe „politisches Einvernehmen“, sagte der griechische Finanzminister und EU-Ratsvorsitzende Nikos Christodoulakis in der Nacht zum Dienstag in Brüssel. Ähnlich äußerte sich EU-Wahrungskommissar Pedro Solbes nach den mehrstündigen Verhandlungen. Der formelle Beschluss zur Einleitung des Verfahrens soll am Dienstag gefasst werden. (AFP)
Schröder plant Kompromiss im Streit um Kündigungsschutz
Bundeskanzler Gerhard Schröder will den innerparteilichen Streit in der SPD um eine Lockerung des Kündigungsschutzes einem Zeitungsbericht zufolge mit einem Kompromissvorschlag beilegen. Der Kündigungsschutz für Beschäftigte in Betrieben mit mehr als fünf Mitarbeitern solle grundsätzlich erhalten bleiben, berichtete die “Süddeutsche Zeitung“ (Dienstagausgabe) unter Berufung auf Regierungskreise. Ab dem sechsten Mitarbeiter solle der Schutz dann aber aufgeweicht werden.
In Betrieben mit bis zu zehn Mitarbeitern soll der Arbeitgeber dem Bericht zufolge den Beschäftigten innerhalb der ersten vier Jahre kündigen dürfen, wenn er ihnen eine Abfindung zahlt. Diese solle pro Jahr der Betriebszugehörigkeit ein Bruttomonatsgehalt betragen. Ab dem zehnten Mitarbeiter solle dann wieder der volle Kündigungsschutz gelten. Die Gewerkschaften hätten bereits vorsichtig ihre Zustimmung signalisiert, berichtete die “SZ“ weiter. Schröder wolle den Kompromiss offenbar bereits in den nächsten Tagen öffentlich vorstellen. (vwd)
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Text: @cri