Frage an Bilanzexperten zur Werthaltigkeit von


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Katjuscha:

Frage an Bilanzexperten zur Werthaltigkeit von

 
18.06.04 14:03
Forderungen aus LuL


Mich beschäftigt schon lange die Frage wie man als Aktionär am realistischsten die Debitoren bewerten kann! Ich hab beispielsweise gerade einen Wert im Depot bei dem mir das Verhältnis von Debitoren zu Kreditoren extrem vorkommt (Forderungen 50% am Gesamtvermögen und Verbindlichkeiten aus LuL nur 15% an kurzfr.VBs)! Muss mich ja eigentlich nicht unbedingt beunruhigen! Wenn das Forderungsmanagment stimmt, bedeutet das einen positiven CashFlow in der Zukunft, aber wie kann ich realistisch davon ausgehen, das die Forderungen auch werthaltig sind?


Hat da jemand Tipps, wie man am besten vorgeht?

Nur die IR-Abteilung zu fragen, bringt vermutlich nichts, da die sicher nicht viel preisgeben, außer das die Forderungen werthaltig wären! Wer schwärzt sich schon selbst an?
Kann ich vielleicht aus früheren Berichten ableiten, ob da was nicht stimmt? Sicherlich dürfte ein stetiges Ansteigen über Jahre hinweg bei gleichbleibendem Umsatz kein gutes Zeichen sein, nur ist z.B. in diesem Fall der Umsatz auch deutlich gestiegen!



Wäre für Tipps wirklich dankbar!


Grüße, katjuscha  
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Mutti123:

Wissen tust du das erst wenns zu spät ist.

 
18.06.04 14:40
Es sei denn du bist bereit hohe Screeningkosten aufzuweden.

Wenn es viele Forderungen an viele verschiedene Schuldner sind würde ich davon ausgehen, dass zumindest nicht alle zugleich ausfallen.  
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big_mac:

wann ist bei der firma ein umsatz umsatz ?

 
18.06.04 14:41
hat sich da etwas geändert ?
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ecki:

Umsatz ist, wenn man Rechnung schreibt.

 
18.06.04 14:45
Es entsteht dann die Forderung. Ist doch logo.

Die Zahlung folgt später.

Katjuscha, das was du wissen willst, wüsste die Firma oft selber gerne. Wann zahlen die endlich???

Grüße
ecki  
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Mutti123:

Ecki genauer gesagt:

 
18.06.04 14:55
Die Ford entsteht mit der einredefreien Erfüllung der versprochenen Leistung.

gruesse

dr. jur. mutti123
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big_mac:

ecki

 
18.06.04 14:56
das ist keineswegs so einfach - sonst hätte ich die frage nicht gestellt.
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Katjuscha:

Tja ecki, das ist mir schon klar

 
18.06.04 15:01
Ist ja auch logisch das dieses Problem daher nicht einfach für Aktionäre zu durchschauen ist! Deshalb ja meine Frage!

Ich kenne das Problem ja auch genügend Gesprächen von Bekannten, die mit dem Eintreiben der Forderungen (gerade in dieser kunjunkturellen Lage) ziemliche Probleme haben!

Ich versuche aber eben aus der Sicht des Aktionärs an Infos zu kommen, die wenigstens auf diesem Wissenstand sind! Ist bloß fraglich, ob man von der IR diese Infos bekommt!



Na ja, ich werd mich wohl damit abfinden, das dieses Problem immer ein Risiko für Anleger sein wird, das man eingehen muss! Oder man sucht sich halt Aktien, die nicht so stark vom Umlaufvermögen abhängig sind! Hatte nur gehofft, das hier jemand damit Erfahrung hat, wie man vielleicht die IR austricksen kann, oder ob bestimmte Infos (wie die größten Schuldner) Pflichtveröffentlichungen sind!



Grüße
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ecki:

Bei Morphosys ist das nochmal anders!

 
18.06.04 15:07
Da entstehen erst Forderungen, dann Zahlungen, und der Umsatz wird auf die Vertragslaufzeit verteilt gebucht!

Deshalb haben die einen operativen positiven cashflow, ohne das die Umsätze schon verbucht wären. Aber das ist eben so eine Spitzfindigkeit nach US-Gaap...

Grüße
ecki  
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big_mac:

ich habe nicht an MOR gedacht, sondern z.b. an FJH o. T.

 
18.06.04 15:23
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Kritiker:

Umsatz = Umsatz.

 
18.06.04 15:28
Das ist Betrachtungssache und Bewertungssache = wie man (Bil.buch.Halter) will!
Es gibt einen Warenumsatz: Der Moment, wenn die Ware ordentlich das Haus verläßt.
Ist die Rechnung ausgehändigt, gibt es eine Umsatzerwartung.
Doch - der reale Geldumsatz findet erst statt, wenn das geforderte Geld im Haus eintrifft.
Wieviel eine Forderung wert ist, hängt von der Bonität des Kunden ab und von seiner Verlässlichkeit; allgemein von der Wirtschaftslage; d.h. z.Zt. schlecht!!
Ob AG oder Handwerker ist völlig egal.
Nur - fehlen Aufträge, so nimmt eine Fa. auch mal einen riskanten an.
Eine ausgelastete Firma braucht dies nicht! - (Fingerzeig)!
Am Ende bleibt das Risiko des Unternehmers und somit auch des Teilhabers - sprich Aktionär.
Deshalb sind heute mehr bei der Gewerkschaft als im Unternehmertum. - Kritiker.
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Katjuscha:

Ich glaub ich hab Glück

 
18.06.04 15:45
Der Staat wird ja wohl zahlen! Oder?

Unter unternehmerischer Hinsicht wäre die Bonität des Staats wohl nicht so klasse, aber ich glaub man kann sich auf die Zahlungen verlassen!

Ist aber nur knapp 30% des Umsatzes! Jetzt wäre halt die Frage ob ich die restlichen Schuldner herausbekomme! Die Bonität könnte ich dann selbst überprüfen! Wobei ich mich frage, ob nicht das Unternehmen selbst vor einem Geschäft, die Bonität der Partner überprüft! Normalerweise schon, weshalb doch eigentlich von der Werthaltigkeit auszugehen ist! Andererseits hat Kritiker schon richtig gesagt, das man in der jetzigen Situation schon mal Aufträge annimmt, die vielleicht nicht so sicher sind, wobei man bei dem Umsatzwachstum eigentlich erwarten könnte, das man auf solch unsichere Aufträge nicht angewiesen ist!

Na ja, ein wenig Vertrauen muss man wohl dem Management entgegen bringen! Also bin mal optimistisch!



Thx für die Meinungen!

katjuscha
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tztz:

Keine leichte Definition von Umsatz

 
18.06.04 15:52
Nach dem was am Neuen Markt abgelaufen ist und sicherlich immer noch abläuft ist Umsatz eben NICHT gleich Umsatz.

Da gibt es den Umsatz, bei dem die Ware das Unternehmen auch tatsächlich verläßt (echter Umsatz).
Und es gibt "Umsätze" wo die Ware das Unternehmen mehrmals wiedersieht (gepushter Umsatz)- so es denn die Ware überhaupt gibt.

Und da für beides Rechnungen geschrieben werden ...

Über die Wohlstandswirkungen des Umsatzpushings brauch ich sicher nichts zu schreiben (Börsengang, Factoring, Zuschüsse, Subventionen usw. usf.) - das dürfte in einem Börsenboard bekannt sein.

Und da heute fast jeder nur noch auf den Umsatz und nicht mehr auf den Gewinn achtet, erfreut sich die zweifelhafte Umsatzmehrung wachsender Beliebtheit.

Das ganze macht dann die Bewertung des Forderungsbestandes nicht eben einfacher.

tztz
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big_mac:

der kritiker hat völlig recht !

 
18.06.04 16:11
aber wie der buchhalter es sieht - das ist die gretchenfrage !
und das sollte in den fußnoten beschrieben sein.

fjh habe ich erwähnt, weil die im gb 2003 eine riesenposition "nicht fakturierter forderungen" in der bilanz stehen haben. hmmm.
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Immobilienhai:

katjuscha

 
18.06.04 16:14
vater staat ist der schuldner mit der schlechtesten zahlungsmoral, was da an mängeln und einreden kommt ist nicht mehr schön, und wenn du alles durchhast, dann stellt sich der kämmerer einfach hin und sagt, wir haben kein geld, verklag mich doch, ich kann per gesetz nicht insolvent werden....
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BarCode:

Umsatz hin, Umsatz her!

 
18.06.04 16:18
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind jedenfalls schon als Umsatz gebucht. Ob die eingetrieben werden können, ist nicht zu ermitteln.
Aber: Eine vernünftige Firma hat z.B. Referenzen, da kann man ungefgähr sehen, wer da so Kunde ist.
Dann werden größere Aufträge ja auch oft kommuniziert, so dass man auch daraus manchmal was ersehen kann.
Die ersten, die bei faulen LuL-Forderungen nervös werden, sind Kredit gebende Banken. Wenn da Unruhe entsteht, ist das ein Indikator. (Aber oft schnallen nicht mal die was. Ich hab sogar schon erlebt, dass die auf fast schon offensichtliche faule Forderungen noch Kredit gegeben haben.)

Gruß BarCode
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ecki:

PSI hatte erst eine adhoc über einen verlorenen

 
18.06.04 16:21
PRozess, dass der Staat eine offene Rechnung nicht zahlt. Allerdings hatte PSI da wohl einen schlechten Vertrag gemacht mit Rücktrittsrecht.

Aber Merke: Auch der Staat drückt sich gerne ums (vor allem zügige) zahlen.

Grüße
ecki  
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BarCode:

Und noch was

 
18.06.04 16:22
Bei den Bilanzerläuterungen zu dem Posten müsste zumindest erkennbar sein, wieviel Vertrauen der Finanzchef in die Forderungen hat. Da wird zwar geschwafelt, aber wenn die was wissen oder ahnen, müssten sie es eigentlich durch tausend Blumen andeuten.

Gruß BarCode
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Twinson_99:

wenn´s Dich so brennend interessiert

 
18.06.04 16:27
hilft Dir vielleicht ne Info der Kreditreform (wobei die nur eine allgemeine Aussage zu Deinem Unternehmen treffen).

Einblick in die Kundenkartei und somit der Schuldner wirst Du wohl als Investor nicht erhalten. Daher finde ich einen Topp Umsatz bei gleichzeitig extrem hohen Forderungen shcon sehr bedenklich.

Meine Schwiegermutter in Spe ist selbst Buchhalterin. Sie sagte mir einst: Wenn die Zahlen für die Bank etwas schlechter sind, werden auch die Kunden die nicht mehr Zahlen im Forderungsbestand belassen... Soviel dazu.

Gruß

Twinson_99

Frage an Bilanzexperten zur Werthaltigkeit von 1545459

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