In den letzten drei Tagen gab es zwei erstaunliche Entwicklungen im Rohstoffbereich: 1.) Die Eisenerzpreise auf dem Spot-Markt explodieren! In China wurde Iron Ore mit 140 USD/t gehandelt, das ist mittlerweile 87 % über den 75 USD/t vom Jahresbeginn. Dazu muss man wissen, dass es nur in China einen wirklichen Markt für Eisenerz gibt. Alle anderen Verträge sind meist auf ein Jahr fest geschlossen. Dieser jüngste dramatische Preisanstieg bringt nun vor allem viele kleinere Stahlwerke in China in Bedrängnis. Es sind panikartige Käufe zu beobachten. 2.) Die Frachtkosten sind in den letzten Tagen auf neue Rekordhöhen gestiegen! Um Kohle oder Eisenerz nach China zu schiffen, muss soviel bezahlt werden wie noch nie! Der Eisenerz-Spotpreis dürfte auch aufgrund dieser Entwicklung stark gestiegen sein. Der Baltic Index (übrigens einer der Favoriten von Alen Greenspan, um die Befindlichkeit der Weltwirtschaft zu messen) ist auf einen Rekord von 7.319 Punkten gesprungen. Für einen 170.000 Tonen Tanker muss nun das doppelte an Miete/Leasing bezahlt werden, wie vor 12 Monaten! Die Frage ist daher berechtigt: Sieht so die Welt vor einer Rezession aus? Wird das Kreditproblem, welches zweifelsohne vorhanden ist und sich noch zuspitzt, womöglich kaum Auswirkungen auf die „reale“ Wirtschaft, insbesondere in China, Indien und den anderen boomenden Märkten der (Ex-)Emerging Markets haben? Oder bleibt das Problem vor allem auf Banken und die USA beschränkt? Aktuelle Marktlage: Die Märkte sind in der „Zange“. Auf der einen Seite weiß niemand so recht, wie die gewaltigen Schieflagen im Hypothekenbereich sich mittelfristig (auf Sicht von 6-10 Monaten) auswirken werden, auf der anderen Seite läuft die Weltwirtschaft ungehindert robust. Die neuesten Daten aus dem Rohstoffbereich deuten sogar auf einen ungeahnten Boom hin. Trotzdem wurden gerade Rohstoffwerte abgestraft wie kaum eine andere Anlageklasse. Hier laufen Erwartungen und Wirklichkeit also völlig auseinander und man wird in den nächsten Monaten sehen, wer sich wem wieder annähert. Weltklasse-Eisenerz-Projekte im Explorationsstadium, wie sie Advanced Exploration, Cuervo Resources oder Baffinland besitzen, bleiben nach wie vor die interessantesten „Watchlisten-Projekte“ (und Aktien) die es im Eisenerzbereich oder gar im gesamten Rohstoffsektor gibt. Denn die Chinesen werden bei dieser Preisentwicklung sich bald auch aggressiv an Eisenerz-Explorationsprojekten beteiligen. Im November beginnt auch die neue Preisverhandlungsrunde der großen drei Eisenerzproduzenten (Rio Tinto, BHP und CVRD). Dass diese erneut einen saftigen Aufschlag fordern, dürfte angesichts der nun laufenden Entwicklung klar sein. Davon kann sich China eigentlich nur lösen, wenn man sich direkt an der Exploration beteiligt. Bedenken Sie auch die inflationäre Wirkung der jüngsten Entwicklung! Stark gestiegene Frachtpreise werden sich mittelfristig in weiter steigenden Preisen (für alle möglichen Artikel) auswirken. Betrachtet man die gefallenen Rohstofftitel (trotz der oben genannten robusten Indikatoren) als Vorindikator für die Weltwirtschaft, dann spielen die Märkte aber eine bevorstehende Weltrezession, zumindest aber eine starke Rezession in den USA. Es gibt nun zwei mögliche Szenarien: 1.) Die Märkte haben recht mit dieser Extremeinschätzung, welche die Rohstofftitel vorhersagen. Dann stehen jedoch den bisher noch gut gehaltenen Standardwerten in den nächsten Monaten ebenfalls sehr ungemütliche Zeiten bevor! Dann kann man getrost in jede Erholung weiter Liquidität aufbauen, sowie DAX-Puts und Puts auf Finanzaktien halten und diese nicht nur als kurzfristige Absicherungsspekulation betrachten. Im Gegenteil: Wird das zur Realität, was die Kurse der Rohstofftitel, insbesondere erstklassiger Explorer wie Mustang, Aquila, Powertech Uranium, Forsys, Commerce Resources, Cuervo Resources, Sabina Silver, Corriente Resources etc. implizieren, dann können Sie getrost alle Werte shorten. Zum Beispiel Thyssen, Linde, MAN, die Automobilwerte und die Konsumwerte! 2.) Es kommt alles nicht so schlimm und es gibt keine (globale) Rezession (sondern wohl nur in den USA), wie es uns die Rohstofftitel aufzeigen. Dann kann man jedoch nur zu einem Schluss kommen. Es wird auch in Zukunft weiter eine hohe Nachfrage nach Rohstoffen vorhanden sein (diese wird sogar in einer US-Rezession weiter stark vorhanden sein, da ja die Wirtschaftstätigkeit vor allem in Asien ja nicht zum Erliegen kommt). Ist man jedoch dieser Meinung, dann muss man unweigerlich zur Erkenntnis kommen, dass dieser Crash bei den meisten Rohstofftiteln und Explorern eine maßlose Übertreibung fernab der Realitäten auf diesem Planeten darstellt (siehe die eingangs erwähnten Fakten zu den Frachtkosten und den Eisenerzpreisen am Spotmarkt!). Wir favorisieren Variante 2! Nachdem wir die letzten Tage mit zahlreichen Rohstoffhändlern, Fondsmanagern und Investmentbankern in Kanada und London telefoniert haben, sehen wir derzeit Szenario 2 als wahrscheinlicher an. Denn wenn die Märkte an eine globale Rezession glauben würden, würden auch die Rohstoffpreise stärker korrigieren. Sieht man sich jedoch die Industriemetalle als wohl besten Indikator an, dann sind diese immer noch auf gesunden Niveaus, die nicht auf ein Hard Landing der Weltwirtschaft hindeuten. Somit wird die These, dass es sich beim Ausverkauf der Rohstoff– und Junior-Mining-Aktien um eine Verkettung von Sonderfaktoren (wie Margin Calls, Liquiditätskrise, Panik aufgrund von Investments einzelner Firmen in ABS-Papieren) handelte, immer realistischer. Zu Einzelaktien bleibt nur soviel zu sagen: Wer der Meinung ist, dass die Weltwirtschaft nicht von den aktuellen Kreditproblemen hart getroffen wird, für den beginnt in diesen Tagen die Zeit des vorsichtigen Einsammelns. Aktien wie Forsys (Uran), Mustang Minerals (Nickel), Aquila (Zink/Gold), Commerce Resources (seltene Metalle Niob und Tantal) oder First Majestic Silver (Silber, heute mit Ergebnissen für das zweite Quartal und Ausblick – mehr dazu am Mittwoch im Brief!) notieren auf Niveaus, wo man beinahe von einer jahrelangen Weltwirtschaftskrise ausgehen kann. Mit freundlichen GrüßenDas Team von www.rohstoffraketen.de