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#1
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   firstfive newsletter             27. September 2001
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Die Themen heute:
Optimismus wäre verfrüht
Auch Profis leiden unter dem 'Salamicrash'

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Optimismus wäre verfrüht


Zwar haben in den letzten zwei Wochen die
Vermögensverwalter wieder Aktien für die von ihnen
gemanagten Kundendepots gekauft, doch die Liquiditätsrate
ist nach wie vor sehr hoch. Inzwischen sind die Käufe schon
wieder merklich zurückgegangen. Die Kursgewinne zum
Wochenauftakt sind deshalb nur mit sehr viel Optimismus als
Bodenbildung zu bewerten. Die Kursaufschläge kamen wohl
eher durch eine verständliche technische Reaktionen auf die
vorangegangenen Verluste und - das ist eindeutig - durch
die Eindeckung von Short-Positionen zustande.


Die Furcht vor einer unter Führung der US-Wirtschaft
weltweit anstehenden Rezession und die Unsicherheiten im
Zusammenhang mit dem bevorstehenden US-Militärschlag sind
nicht gerade das richtige Umfeld für eine signifikante und
vor allem anhaltende Erholung der Märkte. Ein Hinweis auf
die nach wie vor bei den Profis sehr ausgeprägten
Unsicherheiten ist die Tatsache, dass die derzeit im
firstfive-Ranking fünf Performance-stärksten Asset Manager
selbst bei 'dynamisch', also doch etwas risikoreicher
verwalteten Depots einen Cashbestand von im Schnitt gut 20
Prozent aufweisen.


Interessant war das in den letzten beiden Wochen doch recht
starke Interesse zahlreicher Vermögensverwalter an

DaimlerChrysler. Trotz der Probleme mit Chrysler und mit
dem US-Nutzfahrzeughersteller Frightliner und der sich
insgesamt abschwächenden Autokonjunktur sah man offenbar
ein günstiges Einstiegsniveau. Auf Nachfrage verwiesen die
Asset Manager vor allem auf die derzeit recht ansehnliche
Dividendenrendite bei diesem Wert. Solche Käufe bei
substanzstarken aber inzwischen preiswerten Titeln dürfte
es immer wieder geben, sie sollten jedoch nicht vorschnell
als allgemeine Entwarnung gewertet werden.  

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firstfive-Ranking:
Auch Profis leiden unter dem 'Salamicrash'


Der anhaltende 'Salamicrash' an den Börsen wirft weiterhin
auch auf die Kundendepots der erfolgreichsten
Vermögensverwalter im deutschsprachigen Raum seine
Schatten. Die Performance schmolz bei den Portfolios der
Risikoklasse "dynamisch" (Aktienanteil im Schnitt 80 bis
100 Prozent) weiter dahin. Wenn auch die Entwicklung immer
noch besser war als die des Marktes.

firstfive ermittelte zum Stichtag 31. August - also vor den
schrecklichen Terroranschlägen in den USA - die Performance
in den letzten zwölf Monaten. Die Rankings von firstfive
basieren auf der Analyse von inzwischen deutlich mehr als
200 realen Wertpapierdepots, die im Auftrag vermögender
Privatkunden von rund 60 führenden Bankinstituten und
unabhängigen Vermögensverwaltern gemanagt werden.

Schon das vorangegangene Ranking wies durchweg negative
Performances aus. Daran änderte sich auch in den
vergangenen Wochen nichts. Nur eines: die Verluste stiegen
zum Teil auf das Doppelte.

Die erfolgreichsten Asset Manager - das beweisen die
jüngsten Depotbewegungen - bewahrten die Ruhe und gehörten
nicht zu jenen, die spätestens nach den Anschlägen in den
USA panikartig Aktienbestände veräußerten. So nahmen weder
die auf dem ersten Rang geführte Private Banking-Abteilung
der Commerzbank (minus 10,87 Prozent) noch die auf Platz
drei geführte Privatbank Sal. Oppenheim (minus 15,73
Prozent) seit dem 11. September irgend welche
Depotveränderungen vor. Nur der unabhängige
Vermögensverwalter Albrecht von Witzleben, mit einer
Performance von minus 13,90 Prozent auf Rang zwei geführt,
verkaufte Karstadt Quelle und stockte den Bestand an
Geldmarktfonds und somit die Liquidität auf.

Allgemein beobachtete firstfive in den vergangenen Monaten
eine Vorliebe der Vermögensverwalter für den Bereich Banken
und Versicherungen. Besonders deutlich fällt die
Übergewichtung dieses Sektors bei dem auf Platz drei des
aktuellen firstfive-Rankings geführten, von der Privatbank
Sal. Oppenheim gemanagten Depot auf: Gut 38 Prozent des
Depotwertes sind in diesem Bereich investiert. Ein weiterer
Schwerpunkt in diesem Portfolio bilden die Pharma- und
Biotech-Aktien. Die Commerzbank gewichtet Banken und
Versicherungen immerhin noch mit knapp zwölf Prozent
während Albrecht von Witzleben in diesem Sektor nur mit
knapp sieben Prozent investiert ist.


Firstfive-Ranking "dynamisch" per 31. August (12-Monats-
Basis)

1 (2) -10,87% Commerzbank PB          
2 (4) -13,90% von Witzleben Vermögensverwaltung    
3 (3) -15,73% Sal. Oppenheim
4 (-) -23,07% Hamburger Sparkasse
5 (-) -25,26% Weberbank IVV

(in Klammern: Platzierung im letzten Ranking)



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Der  nächste firstfive newsletter erscheint wegen des
Feiertages in der kommenden Woche erst am 11. Oktober.
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