Kinobesuch boomt weiter - 'Manitu' verspricht Superbilanz 2001
BERLIN (dpa-AFX) - Der Kinobesuch in Deutschland boomt weiter und auch deutsche Produktionen sind nach wie vor stark im Kommen. Mit acht Prozent Besucherzuwachs im ersten Halbjahr und einer Umsatzsteigerung an den Kassen um fast zehn Prozent auf 868 Mio. DM (443,8 Mio Euro) bleiben die deutschen Kinos auf "klarem Wachstumskurs", teilte die Filmförderungsanstalt (FFA) am Donnerstag in Berlin in ihrer Halbjahresbilanz 2001 mit. Der Marktanteil deutscher Filme sank zwar von 15,3 leicht auf 13 Prozent ab, doch versprechen allein die bisher 4,7 Mio. Besucher beim "Schuh des Manitu" ein "deutsches Superergebnis 2001".
Im ersten Halbjahr durchbrachen fünf deutsche Produktionen die Mio.-Besuchergrenze, so viele wie insgesamt im Vorjahr. Erfolgreichster Film der ersten Jahreshälfte 2001 war die Komödie "Mädchen Mädchen" von Dennis Gansel mit 1,7 Mio. Besuchern. Das sensationelle Juli/August-Ergebnis der Westernkomödie "Der Schuh des Manitu" von Comedy-Star Michael "Bully" Herbig deute auf eine vie lversprechende Jahresbilanz 2001 für den deutschen Film hin, betonte die FFA. ALLEIN IM JUNI BESUCHERPLUS VON FAST 25 PROZENT
Insgesamt gingen 80,3 Mio. Besucher von Januar bis Ende Juni ins Kino, wobei die Monate Februar, März, April und Juni gleichermaßen die jeweils stärksten Besuchermonate der letzten zehn Jahre waren. Allein im Juni wurde mit 11,7 Mio. Besuchern und einem Plus von fast 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein ungewöhnlich hohes Ergebnis für einen "Sommerlochmonat" registriert. Mit 192 uraufgeführten Filmen war die Anzahl der Kinostarts in etwa gleich hoch wie im ersten Halbjahr 2000.
Im Juni trug unter anderem der Film "Pearl Harbour" mit Überlänge und entsprechend erhöhten Eintrittspreisen zu einem dreistelligen Mio.-Umsatzergebnis von 132,8 Mio. DM (im Vorjahresmonat 99 Mio.) bei. Der durchschnittliche Preis einer Eintrittskarte lag bei 10,82 DM (gegenüber 10,66 DM im Vorjahreszeitraum).
DEUTLICH WENIGER MULTIPLEXE ERÖFFNET ALS IM 1. HALBJAHR 2000
Der Strukturwandel innerhalb der Kinobranche setzte sich fort. 2001 stellte sich laut FFA ein Investitionseinbruch ein. Die Neubauten nahmen nur noch um 108 Säle gegenüber 236 Sälen im Vorjahreszeitraum zu. Die Anzahl der Schließungen blieb bundesweit mit 153 auf selben Niveau wie im Vorjahr. Bundesweit gab es Ende Juni 4738 Kinosäle in Deutschland. Die Anzahl der Leinwände nahm um insgesamt 45 erstmals seit sechs Jahren ab.
Im ersten Halbjahr wurden lediglich fünf Multiplexe (gegenüber 13 im Vorjahreszeitraum) mit insgesamt 44 Leinwänden neu eröffnet. Damit gibt es bundesweit 132 Großkinos, die allein rund 34 Mio. Besucher anlockten, also 42,7 Prozent aller Kinogänger. Die Multiplexe machten Ende Juni bereits ein Viertel des bundesweiten Saalbestandes aus, deren Anteil am Gesamtumsatz der deutschen Kinos inzwischen fast die Hälfte (45,9 Prozent) erreicht hat./DP/jb