Schalthebeln der Macht ferngehalten, die uns mit polnischen und chinesischen Löhnen nach Polen und China bomben wollten - und schon klappt es mit der Konjunktur. Ich habe ja schon vor den Wahlen (geht auf entsprechende Threads von mir) ein Große Koalititon als Glücksfall für Deutschland bezeichnet, weil sie eher für die richtige offensive Strategie steht. Anpassung über höherwertige Produkte, die mehr Investitionen in Bildung und Forschung bedingen. Die Lohndumping-Spinnereien des FDP-Umfeldes sind Schwachkopf-Strategien, die Unternehmen schützen sollen, die nicht zur Innovation fähig sind. Deshalb ist die FDP die Partei, die überkommene Strukturen konservieren will - voller Muff und Rückschritt also und ganz anders als der schrille Guido uns das vorflunkert.
Der Schramm sieht das offensichtlich ähnlich:
Die Koalition wird es schon richten
Deutschlands Wachstumsperspektiven
von Michael Schramm
Nachdem Deutschland bereits in diesem Jahr mit einem Wachstum von gut einem Prozent deutlich besser abgeschnitten hat als von vielen erwartet, hat die bedeutendste Volkswirtschaft des Euroraums im nächsten Jahr sogar die Chance, ein konjunkturelles Zugpferd zu werden. Dies hängt allerdings weniger mit dem erhofften selbst tragenden Aufschwung zusammen, sondern vielmehr mit "außerordentlichen" Wachstumsgewinnen. Hier kommt der viel kritisierte Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD ins Spiel. Auch wenn die beschlossenen finanzpolitischen Maßnahmen insgesamt dämpfend wirken, wird das nächste Jahr durch die vorgesehenen Anreize für den Unternehmenssektor zunächst Wachstumsimpulse erhalten.
Zudem wird die für 2007 vorgesehene Anhebung der Mehrwertsteuer zu einem beachtlichen Konsumimpuls durch Vorzieheffekte führen. Davon profitieren erfahrungsgemäß langlebige Konsumgüter wie Autos, Möbel und Unterhaltungselektronik. Vorsichtig geschätzt können zusätzliche Konsumausgaben von bis zu acht Mrd. Euro anfallen. Dies könnte den privaten Verbrauch im Schlußquartal 2006 zusätzlich um 2,5-Prozent-Punkte erhöhen. Bei einem Anteil des privaten Verbrauchs von 60 Prozent am Bruttoinlandsprodukt ergibt sich ein auf das Gesamtjahr 2006 hochgerechneter "außerordentlicher" Wachstumsgewinn von 0,3-Prozent-Punkten. Der Wermutstropfen ist jedoch, daß die Verbraucher im nächsten Jahr durch die Abschaffung von Eigenheimzulage und Steuersparmodellen zur Kasse gebeten werden. Zudem muß mit erheblichen Einsparungen bei Hartz IV gerechnet werden. Es bleibt demnach abzuwarten, wie sich die gegenläufigen Effekte per saldo im Portemonnaie des Konsumenten auswirken. Der Unternehmenssektor wird dagegen zweifelsfrei durch steuerliche Anreize und Investitionsprogramme stimuliert. So kann vor allem die vorgesehene Anhebung des Höchstsatzes bei der degressiven Abschreibung für Investitionsgüter von 20 auf 30 Prozent zu einer verstärkten Investitionstätigkeit führen. Zudem ist ein Investitionsprogramm über 25 Mrd. Euro für die gesamte Legislaturperiode geplant.
Last but not least ist ein weiterer "außerordentlicher" Wachstumsimpuls durch die Fußballweltmeisterschaft im Sommer 2006 zu erwarten. Einzelhandel, Gastronomie- und Hotelgewerbe rechnen durch Eintrittskarten und Fanartikel, Hotel- und Restaurantausgaben sowie Käufe hochwertiger Unterhaltungselektronik mit zusätzliche Einnahmen von drei Mrd. Euro. Verschwiegen werden soll an dieser Stelle nicht, daß der große finanzielle Brocken der Koalitionsvereinbarungen von der Wirtschaft 2007 zu verdauen sein wird. So werden sich die Gesamtbelastungen nach heutigem Stand auf über 18 Mrd. Euro belaufen. Das sind immerhin 0,8 Prozent unseres Bruttoinlandsprodukts. Vor allem die Aussichten für den privaten Verbrauch werden sich zusehends verdunkeln. Zur Mehrwertsteueranhebung kommen Belastungen durch die Erhöhung der Versicherungssteuer, die Einführung der "Reichensteuer" und die Erhöhung des Rentenbeitrags sowie der Wegfall diverser Steuervergünstigungen. Dem steht lediglich der reduzierte Beitrag für die Arbeitslosenversicherung entgegen.
Die Hoffnungen der Regierung beruhen darauf, daß die Wirtschaft bis dahin stark genug sein wird, um die finanziellen Belastungen zu verkraften. Dies ist ein riskantes Spiel und es bleibt zu wünschen, daß die Rechnung auf geht. Der Aktienmarkt jedenfalls scheint diesem Szenario derzeit eine hohe Wahrscheinlichkeit einzuräumen. Unterstützt von günstigen Bewertungsrelationen, einer anhaltend positiven Gewinnentwicklung sowie einer noch immer expansiven Geldpolitik sehen wir den Dax im nächsten Jahr in der Spitze auf 5800 Punkte klettern.
Artikel erschienen am Sa, 10. Dezember 2005
Der Schramm sieht das offensichtlich ähnlich:
Die Koalition wird es schon richten
Deutschlands Wachstumsperspektiven
von Michael Schramm
Nachdem Deutschland bereits in diesem Jahr mit einem Wachstum von gut einem Prozent deutlich besser abgeschnitten hat als von vielen erwartet, hat die bedeutendste Volkswirtschaft des Euroraums im nächsten Jahr sogar die Chance, ein konjunkturelles Zugpferd zu werden. Dies hängt allerdings weniger mit dem erhofften selbst tragenden Aufschwung zusammen, sondern vielmehr mit "außerordentlichen" Wachstumsgewinnen. Hier kommt der viel kritisierte Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD ins Spiel. Auch wenn die beschlossenen finanzpolitischen Maßnahmen insgesamt dämpfend wirken, wird das nächste Jahr durch die vorgesehenen Anreize für den Unternehmenssektor zunächst Wachstumsimpulse erhalten.
Zudem wird die für 2007 vorgesehene Anhebung der Mehrwertsteuer zu einem beachtlichen Konsumimpuls durch Vorzieheffekte führen. Davon profitieren erfahrungsgemäß langlebige Konsumgüter wie Autos, Möbel und Unterhaltungselektronik. Vorsichtig geschätzt können zusätzliche Konsumausgaben von bis zu acht Mrd. Euro anfallen. Dies könnte den privaten Verbrauch im Schlußquartal 2006 zusätzlich um 2,5-Prozent-Punkte erhöhen. Bei einem Anteil des privaten Verbrauchs von 60 Prozent am Bruttoinlandsprodukt ergibt sich ein auf das Gesamtjahr 2006 hochgerechneter "außerordentlicher" Wachstumsgewinn von 0,3-Prozent-Punkten. Der Wermutstropfen ist jedoch, daß die Verbraucher im nächsten Jahr durch die Abschaffung von Eigenheimzulage und Steuersparmodellen zur Kasse gebeten werden. Zudem muß mit erheblichen Einsparungen bei Hartz IV gerechnet werden. Es bleibt demnach abzuwarten, wie sich die gegenläufigen Effekte per saldo im Portemonnaie des Konsumenten auswirken. Der Unternehmenssektor wird dagegen zweifelsfrei durch steuerliche Anreize und Investitionsprogramme stimuliert. So kann vor allem die vorgesehene Anhebung des Höchstsatzes bei der degressiven Abschreibung für Investitionsgüter von 20 auf 30 Prozent zu einer verstärkten Investitionstätigkeit führen. Zudem ist ein Investitionsprogramm über 25 Mrd. Euro für die gesamte Legislaturperiode geplant.
Last but not least ist ein weiterer "außerordentlicher" Wachstumsimpuls durch die Fußballweltmeisterschaft im Sommer 2006 zu erwarten. Einzelhandel, Gastronomie- und Hotelgewerbe rechnen durch Eintrittskarten und Fanartikel, Hotel- und Restaurantausgaben sowie Käufe hochwertiger Unterhaltungselektronik mit zusätzliche Einnahmen von drei Mrd. Euro. Verschwiegen werden soll an dieser Stelle nicht, daß der große finanzielle Brocken der Koalitionsvereinbarungen von der Wirtschaft 2007 zu verdauen sein wird. So werden sich die Gesamtbelastungen nach heutigem Stand auf über 18 Mrd. Euro belaufen. Das sind immerhin 0,8 Prozent unseres Bruttoinlandsprodukts. Vor allem die Aussichten für den privaten Verbrauch werden sich zusehends verdunkeln. Zur Mehrwertsteueranhebung kommen Belastungen durch die Erhöhung der Versicherungssteuer, die Einführung der "Reichensteuer" und die Erhöhung des Rentenbeitrags sowie der Wegfall diverser Steuervergünstigungen. Dem steht lediglich der reduzierte Beitrag für die Arbeitslosenversicherung entgegen.
Die Hoffnungen der Regierung beruhen darauf, daß die Wirtschaft bis dahin stark genug sein wird, um die finanziellen Belastungen zu verkraften. Dies ist ein riskantes Spiel und es bleibt zu wünschen, daß die Rechnung auf geht. Der Aktienmarkt jedenfalls scheint diesem Szenario derzeit eine hohe Wahrscheinlichkeit einzuräumen. Unterstützt von günstigen Bewertungsrelationen, einer anhaltend positiven Gewinnentwicklung sowie einer noch immer expansiven Geldpolitik sehen wir den Dax im nächsten Jahr in der Spitze auf 5800 Punkte klettern.
Artikel erschienen am Sa, 10. Dezember 2005