Mein Statement zum heutigen Kursabsturz ist ein weiterer Zukauf bei 4,50...
Immer wieder lustig, was Leute wie dlg, die immer nur in Foren schreiben, wo sie nach eigener Erklärung nicht investiert sind zum Besten geben.
Nochmal zum Mitschreiben DLG... ich habe mit Evotec in den letzten zwei Jahren hohe Gewinne erzielt, weil ich a) im ersten Downdraft Richtung 5 EUR bei > 6,50 die Reißleine gezogen hab, dann unter 5,50 mit vervielfachter Position den Draft bis 10 EUR (übernahmeangebot) mitnahm und nach Komplettausstieg auf dem Weg von 7 zu 5 EUR die Position zurückgekauft habe und den nächsten Upswing Richtung 8 EUR ein weiteres Mal zum Abverkauf nutzen konnte.
Die aktuelle Abwärtswelle habe ich erneut zum Zukauf genutzt und sitze aktuell in der Tat auf einer sehr großen Evo-Position mit nicht unerheblichen Buchverlusten.
Im Gegensatz zu vielen Forenteilnehmern habe ich hier seit 2 Jahren immer wieder die unterirdische Profitabilität gerügt und - entgegen meiner Aktionärsinteressen- in der jüngsten Euphoriewelle um Sandoz Deal und Dark Blue Übernahme einigen Träumern, die infolge des Sandoz Deals und des Dark Blue Verkaufs schon schwarze für 2025 ausrufen wollten, den Kopf gewaschen und die Notwendigkeit einer weiteren Fixkostenreduktion in der heute publizierten Größenordnung von 75 Mio EUR angemahnt, um die Für ein positives EPS notwendige Umsatzgrenze drastisch zu reduzieren.
Evotec war zuletzt im R& D Bereich mit gigantischen Überkapazitäten unterwegs und hatte trotz priority reset in der trügerischen Hoffnung, aua den Überkapazitäten herauswachsen zu können, einen wirklich harten Einschnitt bei den Beschäftigtenzahlen gescheut. Infolge des rasanten Anstiegs von forschungsrelevanten KI Anwendungen wurden die Überkapazitäten nun Gott sei Dank endlich!!! als nicht länger
tragbar erkannt.
Den zu Jahresbeginn auf Facteset publizierten Analystenkonsens hielt ich von Anfang an für ausgemachten Mumpitz, da den Analysten offenbar entgangen war, dass Evotec nahezu sämtlich Umsätze in USD erzielt und dieser binnen Jahresfrist um sagenhafte 15% gegenüber dem EUR abgewertet hat, was das für 2026 in EUR avisierte Umsatzwachstum vollkommen illusorisch machte, zumal die Analysten in ihren Prognosen offenbar nicht berücksichtigt hatten, dass die vor dem Sandoz Deal für 2026 geplante Umsatzexplosion des Standorts Toulouse logischerweise komplett entfällt und statt dessen lediglich 25 Mio USD Jahreslizenz eingehen...
Beim Ebitda wiederum hatten die Analysten offensichtlich die für jedermann sichtbaren Überkapazitäten nicht berücksichtigt und zudem unterstellt, dass R&D bzw Discovery sich 2026 signifikant erholt, wofür es angesichts teils katastrophaler Nachrichten von Big Pharma derzeit Null Anzeichen gibt.
Ein Unternehmen an Bullshit-Analysen von offenbar mit betriebswirtschaftlichen Realitäten überforderten Analysten zu messen, ist schlicht Unsinn. Im Fall Evotec waren die Erwartungen vieler Marktteilnehmer betriebswirtschaftlich unhaltbar. Das heißt aber nicht, dass der heutige Absturz objektiv gerechtfertigt wäre, weil die Bewertung seit Jahren m.E. völlig daneben liegt, was dem Markt spätestens mit dem Dark Blue Deal klar geworden sein müsste.
Allein aus diesem Deal mit bis zu 840 Mio USD Kaufpreis darf Evotec in den nächsten Jahren einen Cashzufluss von mehr als 170 Mio USD erwarten, was ca 1/4 der heutigen MKAP entspricht.
Und Evotec verfügt auch nach dem Verkauf besagter 21% Beteiligung über ein Startup-Beteiligungsportfolio mit erheblichem Wertsteigerungspotenzial.
Ganz zu schweigen von der 100% Beteiligung an JUST USA, die allein einen Milliardenwert darstellt.
Als Unternehmensbewerter ist es bisweilen zum Haare Raufen, dass Börse Bewertung immer erst dann spielt, wenn ein potenzieller Übernehmer unmittelbar vor der Tür steht.
Dabei sollte doch jedem klar sein, dass mit Umsetzung der heute angekündigten Kapazitätsanpassungen ein viel profitableres Unternehmen entsteht.
Natürlich haben wir aktuell ein Umsetzungsrisiko, welches mit Fortschreiten der Strategieumsetzung allmählich verschwindet...
M.E. ist dieses Risiko bei einem Kurs von 4,50 allerdings doppelt und dreifach eingepreist...
Im Bereich von 4,40 bis 4,50 wurden heute auf Xetra und Tradegate bislang mehr als 5 Mio Aktien gehandelt, was bei 177 Mio ausstehenden Aktien knapp 3% repräsentiert.
Jede einzelne dieser Aktien wurde auch GEKAUFT, u.a. von mir...
Ob besagte Käufe sich mittel- und langfristig auszahlen werden, wird sich in den nächsten 12 bis 24 Monaten zeigen. Dann können wir darüber reden, wie der Track Record meiner aktuellen Evo Position aussieht.
Wenn ich mich wie DLG immer nur an vermeintlichen Problemen und Untergangsszenarien festklammern würde, hätte ich Puma nicht bei 17,50 massiv gekauft und den Shortsellern im Nachhinein ein fettes Schnippchen geschlagen...
Ich hatte meine Position fundamental mit der extremen Unterbewertung der MARKE Puma begründet... und der Anta Deal gab mir Recht!
Bei Evotec argumentiere ich ebenfalls auschliesslich aus Überzeugung für das Vorliegen einer extremen Unterbewertung des Unternehmens. Das Problem von Value Investing ist, dass Unterbewertungen langfristig bestehen können...
Solange sich am base case Unterbewertung nichts ändert, bleibe ich long, ganz egal was Analysten oder Forenteilnehmer hier äußern.
Dass sich besagte Unterbewertung bisweilen auch sehr schnell korrigieren kann, bekamen Shorties bei GFT Technologies inmitten einer DAX Korrektur zuletzt deutlich zu spüren. Wer sich seiner Sache allzu sicher ist und gierig wird, bekommt von der Börse regelmäßig eine vor den Latz geknallt.
Wer gestern Vormittag bei 120 USD Ölpreis dachte, jetzt stünde nur noch Gott über den Öl Longpositionen wurde brachial eingenordet und konnte binnen Stunden Haus und Hof verlieren.
Mal sehen, ob die Shorties bei Grenke am 12.3. nicht ihr nächstes Waterloo erleben...
Und irgendwann ist dann vielleicht auch bei Evotec für die Shortseite mal wieder Panik angesagt. Heute haben sie ihre Attacke mustergültig exerziert. Gratulation. Aber morgen ist ein neuer Tag und der Vorteil von Longpositionen besteht darin, dass ich keine Leihgebühren zahlen muss und demnach einfach abwarten kann, was die Zukunft bringt. Dem heute vorgestellten Sanierungskonzept stehe ich jedenfalls positiv gegenüber, weil es im Gegensatz zum priority reset erstmals eine betriebswirtschaftlich nachvollziehbare Route zur Wiederherstellung nachhaltiger Profitabilität aufzeigt und nicht auf halbem Weg stehen bleibt. Ich kann das Management nur darin bestärken, beim Kapazitätsabbau, d.h
der Entlassung von bis zu 800 Mitarbeitern jetzt Vollgas voranzuschreiten, um den kurzfristig verbundenen Schmerz schnellstmöglich zu überwinden!