EU-Kommission zwingt Telekom zu Call-by-Call im Or


Thema
abonnieren
Beiträge: 2
Zugriffe: 331 / Heute: 1
DeathBull:

EU-Kommission zwingt Telekom zu Call-by-Call im Or

 
04.07.01 12:15
EU-Kommission zwingt Telekom zu Call-by-Call im Ortsnetz
Mittwoch, den
04.07.01 12:06  

    aus den Bereichen Politik, Telcos      


Wird der Traum vom Ende des Telekom-Monopols im Ortsnetz bald Realität? Fast scheint es so, denn entgegen dem Wiederstand von Bundesregierung und Regulierungsbehörde (Onlinekosten.de berichtete), sorgt nun die EU-Kommission mit der Androhung eines Vertragsverletzungsverfahren für Handlungsbedarf in Deutschland. Das zumindest berichtet das Magazin "DIE TELEBÖRSE" in seiner neusten Ausgabe.

Wie es weiter heisst, habe sich die Bundesregierung am 15. Juni in einer offiziellen "Mitteilung an die Kommission der Europäischen Gemeinschaft" verpflichtet, bis Ende nächsten Jahres die "Voraussetzungen für die Betreiberauswahl für lokale Verbindungen zu schaffen". Handlungsbedarf war hier auch zwingend notwendig, denn momentan ist es günstiger Ferngespräche innerhalb Deutschlands zu führen, als ein normales Ortsgespräch.

Mit stolzen 4,80 Mark schlägt beispielsweise ein einstündiges Ortsgespräch in der Zeit zwischen 9 und 18 Uhr zu Buche, was umgerechnet einem Minutenpreis von 8 Pfennigen entspricht. Beim billigsten Telekom-Mitbewerber Teledump ist jedoch ein Ferngespräch innerhalb Deutschlands schon für 5,5 Pfennig pro Minute möglich, beim aktuellen Sonderangebot von 01051 sind es sogar nur 5 Pfennig.

Den Kunden wird die Anordnung aus Brüssel freuen, denn er darf auf sinkende Preise hoffen, während Bundesregierung und Telekom zähneknirschend handeln müssen. Man darf jedoch gespannt sein, wie der rosa Riese und sein Hauptaktionär das Thema angehen werden, denn wer glaubt schon wirklich daran, dass die Telekom etwas freiwillig wieder abgibt, was sie sich mit allerlei raffinierten Winkelzügen und politischer Billigung angeeignet hat?

QUELLE : Onlinekosten.de (die Bildzeitung der Telekom-Hasser :)


Antworten
tom68:

Grosshandelsflatrate der Telekom zu teuer

 
04.07.01 15:38
AOL-Studie beweist: Grosshandelsflatrate der Telekom zu teuer
Dienstag, den
03.07.01 15:21  

aus den Bereichen Flatrates, Internet / WWW, Politik, Provider, Telcos  


AOL-Studie deckt reale Kosten auf

AOL bringt sich in Bezug auf die Grosshandelsflatrate wieder einmal in Erinnerung. Der Online-Dienst stellte gestern in Berlin eine Studie vor, mit der nachgewiesen werden soll, dass das momentane Angebot der Deutschen Telekom für eine Grosshandelsflatrate zu teuer ist. Es gehe der Telekom lediglich darum Geld zu verdienen, bzw. es Mitbewerbern unmöglich zu machen, eine eigene Flatrate anzubieten.

AOL behauptet wohl völlig zu recht in dem Papier, dass die Telekom auch dann noch kostendeckend den Tarif anbieten könnte, wenn nur die Hälfe der monatlichen 4800 Mark verlangt würden. Ohne eine Preissenkung sei es für andere Internet-Provider unmöglich, einen eigenen schmalbandigen Pauschaltarif kostendeckend anzubieten. Bekanntlich bietet die Telekom den Mitbewerbern an, für 4800 Mark pro Monat einen Primärmultiplexanschluss mit 30 B-Kanälen und insgesamt knapp 2 MBit/s Bandbreite anzumieten.

Telekom-Angebot überteuert

Laut Telekom könnten die Mitbewerber damit einen kalkulierbaren Internet-Zugang zum Pauschaltarif anbieten, eine Aussage worüber man bei AOL nur mit dem Kopf schütteln kann. Denn die Gebührenfalle lauert im Detail: Sollte ein Dienstanbieter die Kanäle einzeln an Kunden weitervermieten, so sind damit nach dem Willen der Telekom pro Kanal 160 Mark monatlich oder 1920 Mark pro Jahr, an Telekom-Vorleistungsgebühren fällig! Niedrigere Endkundenpreise sind nach diesem Modell nur dann möglich, wenn der Provider mehr als nur einen Kunden auf einen Kanal legt. Doch damit sinkt automatisch die Bandbreite und dem Kunden steht keine volle ISDN-Leistung mehr zur Verfügung.

Die AOL-Studie kommt zu dem Schluss, dass 1920 Mark pro Jahr überteuert sind und der Telekom real nur ca. 855 Mark pro Jahr an Kosten entstehen. Zwar gäbe es bei dem Angebot - wie überall - noch zu bedenkende Faktoren und Szenarien, welche den Preis durchaus noch beinflussen könnten, aber selbst ein höherer Preis liege noch fast 150 Mark unterhalb des Angebotes der Telekom. AOL will dann auch mit Hilfe dieser Studie beweisen, dass die Telekom sich bei der Großhandelsflatrate nicht an den "Kosten der effizienten Leistungsbereitstellung" orientiert.

Hoffen auf den Regulierer

Der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) liegt diese Studie nach Angaben von AOL bereits vor und es wurde bereits vor einigen Tagen ein offizielles Verfahren eingeleitet, in dem es um eine evtentuelle nachträgliche Regulierung der Grosshandelsflatrate geht. Man hofft offenbar von Seiten des Online-Dienstes, dass der Regulierer den Ausführungen in der Studie folgt und Einfluss auf die Preisgestaltung der Telekom nimmt, was bisher nicht der Fall war. Denn von Seiten der Behörde war der rosa Riese nur verplichtet worden einen solchen Tarif anzubieten, eine Anweisung die mittlerweile dass Oberverwaltungsgerichts Münster, vor das die Telekom zog, vorläufig zugunsten der Telekom revidierte.

Die endgültige Entscheidung in dem Prozess steht jedoch noch immer aus. Für die Telekom könnte sich jedoch die eigene Argumentation als Fallstrick erweisen, denn deren Anwälte hatten angeführt, dass die RegTP lediglich nachträglich Tarife korrigieren, nicht jedoch die Telekom zum Angebot neuer Tarifmodelle verpflichten dürfe. Als Zeichen guten Willens hatte die Telekom das Angebot jedoch nach dem vorläufigen Gerichtsentscheid nicht vom Markt genommen, was im Fall einer positiven Prüfung der Studie nun ein Einschreiten der RegTP gegen die verlangten Gebühren rechtfertigen würde.

Ros(a)ige Zukunftsaussichten?

Ob und wie die eher schwache Behörde mit ihrem umstrittenen Präsident reagiert werden die nächsten Wochen zeigen müssen. Die Telekon wird mit Sicherheit im Fall einer Anweisung zur Gebührensenkung durch die RegTP, wieder rechtliche Schritte einlegen. Für AOL wäre eine Entscheidung zugunsten geringerer Gebühren ideal, denn dann könnte man die eigene Flatrate endlich rentabel anbieten, was bisher wohl nicht der Fall war. Auch andere potentielle Anbieter werden gespannt auf eine Reaktion des Regulierers warten, entscheidet sie doch letztlich ob die Grosshandelsflatrate nun kommt oder nicht und ob man eine eigene Flatrate anbieten kann

Antworten
Auf neue Beiträge prüfen
Es gibt keine neuen Beiträge.


Börsen-Forum - Gesamtforum - Antwort einfügen - zum ersten Beitrag springen
--button_text--