Es wird heiß am Neuen Markt


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Es wird heiß am Neuen Markt

 
23.01.02 16:23
Das Image des Neuen Marktes ist nach den zahlreichen Skandalen schwer beschädigt. Und nach dem Motto "Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich völlig ungeniert" macht sich derzeit eine Branche unter den deutschen Wachstumswerten breit, über die eher hinter vorgehaltener Hand gesprochen wird: die Erotikanbieter.

Drahtzieher des Erotik-Booms am Neuen Markt ist Klaus Helbert, der als Vertreiber von Zeitschriften und Internetangeboten schon seit Jahren in der Branche bekannt ist. Aufmerksam wurden die Anleger auf Helbert, als er bei Internolix [ Kurs/Chart ] und media (netcom) [ Kurs/Chart ] als Großaktionär einstieg und zugleich den Vorstandsvorsitz bei beiden Unternehmen übernahm.

Vor allem der Kurs von Internolix hat seitdem kräftig zugelegt. Analysten haben den Einstieg bei dem Unternehmen, dass zuvor mit dem Verkauf von eCommerce-Software wenig erfolgreich war, weitgehend begrüßt. Allerdings gibt es durchaus auch Vorbehalte gegen die Erotik-Anbieter, kann sich das Schmuddel-Image auch negativ auf Aktienkurs und Geschäftsverlauf auswirken.

Highlight unter Druck

So steht die Aktie des Schweizer Medienunternehmen Highlight [ Kurs/Chart ] seit Tagen unter Druck. Grund ist die Befürchtung, die 80-prozentige Tochter Team könnte im Wettstreit um die Vermarktungsrechte an der Champions League - eine Entscheidung wird für Donnerstag erwartet - der britischen IMG unterliegen. Neue Nahrung erhalten die Spekulationen am Mittwoch: "Die Welt" schreibt in ihrer aktuellen Ausgabe, die Entscheidung zugunsten IMG sei bereits gefallen.

Einer der Hauptgründe sei die 80-prozentige Beteiligung von Highlight an der Agentur Team. Helbert, der bei den Schweizern ebenfalls Großaktionär ist, plane die Aktienmehrheit an Highlight zu übernehmen, so die Tageszeitung. Die UEFA als Eigentümer der Champions League-Rechte befürchte nun einen großen Imageschaden.

Dass man mit einem Schmuddel-Image aber auch gutes Geld verdienen kann, zeigt das erste Unternehmen, dass für 2002 eine Notierungsaufnahme am Neuen Markt anstrebt.

Hohe Margen bei Porno-Anbieter

Am 04.02. will die Private Media Group den Gang an das Wachstumssegment wagen. Das Unternehmen mit Sitz in Barcelona ist bereits seit 1999 an der Nasdaq gelistet und bietet Videos, DVDs, Magazine und Internetinhalte aus dem Erotikbereich an. Mit diesem Angebot erzielt der Konzern hohe Gewinnmargen: Im Geschäftsjahr 2000 stand bei einem Umsatz von 26,5 Millionen Euro ein Nettogewinn von 5,4 Millionen Euro in den Büchern. Der Spruch "Sex sells" trifft auf das spanische Unternehmen also durchaus zu.

Auch wenn der Börsenneuling mit seiner Geschäftstätigkeit sicherlich nicht zur Image-Verbesserung am Neuen Markt beitragen wird. Zumindest bei der Profitabilität könnten sich einige deutsche Wachstumswerte eine Scheibe abschneiden (eine Analyse zu Private Media finden Sie im nächsten Global Performance, den Sie hier kostenlos abonnieren können).

Fazit: Zwar zeigt das Beispiel Highlight, dass bei einzelnen Unternehmen eine Verbindung zur Erotikbranche durchaus zu einer Beeinträchtigung der Geschäftsentwicklung führen kann (obwohl die Entscheidung der UEFA natürlich noch aussteht). Mit einem Imageschaden für den Neuen Markt ist insgesamt aber nicht zu rechnen, schließlich hat Beate Uhse den Ruf des MDAX auch nicht beschädigt.

© 23.01.2002 www.stock-world.de

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