TradeCentre Favorit Evotec (DE0005664809) ist auf dem besten Wege die nachhaltige Profitabilität einzuschlagen. „Unsere Restrukturierung hat gut gegriffen und wir haben ein Kerngeschäft mit einem sehr starken Wachstum“, sagt uns CEO Werner Lanthaler im Hintergrundgespräch. Im ersten Halbjahr expandierten die Umsätze um 33 Prozent. Das Nettoergebnis ist leicht positiv ausgefallen. Insbesondere das zweite Quartal beflügelte die Bilanz mit einem operativen Gewinn von 1,8 Millionen Euro und einem Periodengewinn von 1,3 Millionen Euro. Das Quartal war allerdings stark von hochmargigen Meilensteinzahlungen geprägt. Im dritten Quartal wurde indes nur ein kleinerer Meilenstein verbucht. Lanthaler zeigte sich mit dieser Periode dennoch sehr zufrieden. „Wir profitieren insgesamt von einem hohen Wachstum unserer Forschungsallianzen und sind mit unseren Kapazitäten bis Ende 2010 voll ausgebucht“. Aktuell beläuft sich das Orderbuch auf knapp 50 Millionen Euro, 30 Prozent mehr als im Vorjahr, und befindet sich damit auf Rekordniveau. Dank des starken Wachstums im Umsatz gehen wir davon aus, dass die Hamburger auch das dritte Quartal knapp ausgeglichen abgeschlossen haben. Ein positives Ergebnis wäre eine echte Überraschung.
Für das Gesamtjahr 2010 erwarten wir nunmehr vielleicht sogar ein positives Ergebnis anstatt einem Verlust. Das Schlussquartal sollte ebenfalls positiv ausfallen. Den Umsatz erwarten bei circa 53 Millionen Euro. Lanthaler wollte unsere Ertragserwartungen zwar nicht konkret kommentieren, einen Wiederspruch haben wir aber auch nicht registriert. Im kommenden Jahr erwartet der CEO ein weiter zweistelliges Wachstum und einen Umsatz von jenseits der Marke von 60 Millionen Euro. In die Forschung und Entwicklung fließen weniger als zehn Millionen Euro. Unserer früheren Annahmen, dass Evotec bereits 2011 nachhaltig die Gewinnzone erreichen wird und nicht erst in 2012, müssen wir dahingehend korrigieren, dass das Unternehmen 2010 den Turnaround erzielt. Damit hätte Lanthaler seine Prognose zwei Jahre früher erfüllt als in Aussicht gestellt. Dann…herzlichen Glückwunsch! In der Kasse dürften zum Ende dieses Jahr mehr als 65 Millionen Euro Cash liegen.
Das Geschäft von Evotec mit Pharma- und Biotechfirmen Wirkstoffallianzen zu schmieden, wird sich in der Zukunft immer mehr und mehr auszahlen. Aktuell liegt die Anzahl an potenziellen Targets bei den Partnerschaften im zweistelligen Bereich. Sechs davon befinden sich in der klinischen Entwicklung. Im Jahr 2014 oder 2015 könnte aus dem Mitwirken von Evotec ein erstes Medikament auf den Markt kommen. Da klingeln zusätzlich signifikante Royalties. Das ist Cashflow pur!
Trigger für ein massives Aufwärtspotenzial der Aktie ist die eigene Produktpipeline. Die Entwicklung mit Roche für die 100-er Serie läuft plangemäß. Nachrichten über die klinische Entwicklung der Phase II von EVT101 sind 2011/2012 zu erwarten. Die Kosten für die Entwicklung trägt Roche. Im besten Fall erhält Evotec vom Schweizer Partner im kommenden Jahr 65 Millionen Dollar, sofern die Substanz zurückgekauft wird. Bei Erfolg der Phase II wird Roche diese Option sicher ziehen. Zudem hat Evotec weiteren Anspruch auf Zahlungen für Entwicklungs- und Verkaufserfolge sowie auf abgestufte Umsatzbeteiligungen im zweistelligen Prozentbereich. Diese Meilensteine können sich auf bis zu 220 Millionen Dollar belaufen zuzüglich Umsatzbeteiligungen. Der Markt für diese Substanz liegt zwischen drei bis fünf Milliarden Dollar. Lanthaler macht allerdings auch kein Hehl daraus, dass ein Mittel gegen Depression ein „schwieriges Produkt“ ist. Ein Selbstläufer ist EVT 101 sicher nicht.
In den nächsten Monaten will der CEO noch weitere Deals hinsichtlich der eigenen Pipeline verkünden. Einen ersten Erfolg konnte Lanthaler schon verbuchen. Mit der chinesischen Jingxin Pharma wurde ein Lizenz- und Entwicklungsauftrag für EVT201 unterschrieben. Für das Mittel gegen Schlafstörungen hat Jingxin Pharma die chinesischen Rechte für die Entwicklung und den Vertrieb. Die Vorabzahlung ist mit weniger als eine Million Euro recht gering. Bis zur Zulassung kann Evotec einige Millionen Euro an Meilensteinzahlungen erhalten. Alles nicht besonders viel. Aber die Substanz wurde zumindest von der Börse ohnehin schon längst abgeschrieben. Charmant wird der Deal erst dann, wenn Evotec die klinischen Ergebnisse zur Weitentwicklung in anderen Ländern nutzen kann, die die Chinesen bezahlt haben. Gute Chancen einen Deal oder auch eine eigene Entwicklung voranzutreiben sieht der Firmenchef beim H3-Antagonisten oder in der Familie von P2X3.
Altempfehlung Evotec entwickelt sich glänzend. Durch das Erreichen des Turnarounds dürfte die Aktie ihre erfreuliche Entwicklung fortsetzen. Weiter kaufenswert!
Beste Grüße
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