Korrektur dehnt sich aus - Griechenland belastet
von Dow Jones News
Dienstag 01.11.2011, 08:12 Uhr
DJ XETRA-FRÜH/Korrektur dehnt sich aus - Griechenland belastet
FRANKFURT (Dow Jones) - Auf eine Ausweitung der Korrektur deutet die schwache Tendenz am deutschen Aktienmarkt im spezialistengestützten Frühhandel am Dienstag hin. "Die Vorgaben sind rundum schlecht", so ein Händler. Belastet wird die Stimmung von den griechischen Plänen für eine Volksabstimmung zum Rettungspaket sowie von schwachen Konjunkturdaten aus China. Gegen 8.09 Uhr wird der XDAX mit 5.967 Punkten errechnet, ein Minus von 2,8% zum Vortagesschluss.
Vor allem die überraschende Ankündigung einer Volksabstimmung in Griechenland sorge für lange Gesichter, heißt es am Markt. Ein Analyst sieht in der Ankündigung der Griechen ein erstes Indiz für einen Ausstieg aus der Euro-Zone. An den Anleihemärkten könnte dies zu neuen Verwerfungen führen, da bei einem Austritt entgegen der bisherigen Bemühungen voraussichtlich Kreditausfallversicherungen einspringen müssten.
Vor allem US-Anleger hätten mit Entsetzen auf die Nachricht reagiert und dies am Vortag als Zeichen für die Lösungs-Unfähigkeit der EU interpretiert. Ihr Kapitalabzug aus Europa und dem Euro dürfte sich damit fortsetzen. Der Euro fiel am Morgen bereits auf 1,38 USD zurück. Den DAX sehen Händler nun mindestens in Richtung der Unterstützungen um 6.000 Punkte zurückfallen, schließen aber auch einen Test des Unterstützungsbereich um 5.800 nicht mehr aus.
Auf der Verliererseite ganz oben stehen erneut die Aktien aus der Finanzbranche, zusätzlich belastet von schwachen Zahlen der Credit Suisse. Deutsche Bank verlieren auf dem Frankfurter Parkett 3,8%, Commerzbank sowie Allianz je 3,4% und Aareal Bank 5,8%. Auch die Autowerte Daimler und BMW verzeichnen überdurschnittliche Verluste. Relativ gut halten sich SAP mit einem Minus von 0,5%.
In der zweiten Reihe fallen Wacker Chemie um 1,5%. Der Hersteller von Polysilizium -Hersteller OCI habe darauf verwiesen, dass die Preise für dieses Produkt noch dieses Jahr um bis zu 40% fallen könnten. "Für Wacker könnte das besonders belastend wirken, da sie gerade ihre Kapazitäten mit dem neuen US-Werk aufstocken", sagt ein Händler. Das Werk im US-Staat Tennessee soll ab 2013 arbeiten.
-Von Herbert Rude, Dow Jones Newswires,
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