Erfolgreich ist, wer die Fehler minimiert


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das Zentrum d.:

Erfolgreich ist, wer die Fehler minimiert

 
03.06.02 16:52
Erfolgreich ist, wer die Fehler minimiert


3. Juni 2002 Selten mangelt es an Anlageempfehlungen bei Banken und Brokern. Wer diesen in den vergangenen zwei Jahren gefolgt ist, hat nicht unbedingt viel Freude an seinem Wertpapierdepot gehabt. Bob Olstein, Fondsmanager des amerikanischen Olstein Financial Alert Fund, folgt nie den Anlageempfehlungen der Analysten. Denn die meisten machen seiner Meinung nach nicht ihre Hausaufgaben und durchwühlen die Bilanzen. Denn sie sind zu Stenografen der Unternehmensmanager mutiert, weil sie nur deren Aussagen nachbeten.

Mit Managern spricht Olstein übrigens nicht. „In meiner 33-jährigen Erfahrung habe ich noch nie erlebt, dass mir ein Manager gesagt hat, wo er Probleme hat. Und wenn er diese Probleme nicht lösen kann, dass ich dann mein Geld verliere“, so Olstein. Lieber verbringt er seine Nächte mit Bilanzen, denn die Zahlen verraten ihm mehr als jedes mit dem Vorstand gesprochene Wort. Erfolgreich ist, wer die wenigsten Fehler macht. Nicht diejenigen, die die meisten Tore schießen. Seine Investmentstrategie, mit der er immerhin in den vergangenen drei Jahren den S&P 500 deutlich outperformte, basiert auf folgenden Kriterien:

Großer Pessimismus

„Schlechte Nachrichten bringen den fairen Preis“, meint Olstein. Die Aktie ist selten angemessen bewertet, wenn das Unternehmen nicht mit Problemen strauchelt. Fondsmanager wollten schließlich nicht Aktienbestände in ihren Quartalsberichten ausweisen, die in die negativen Schlagzeichen geraten sind. Daher stoßen die Institutionellen diese Titel ab und drücken so den Preis unter den fairen Wert.

Positiver Freier Cash Flow

Olstein unterteilt das Risiko in finanzielles und operatives Risiko. Gegen das operative Risiko kann man sich als Investor kaum schützen. Die Hauptwaffe gegen finanzielles Risiko ist überschüssiger Cash Flow. Daher investiert Olstein in Unternehmen, die einen Liquiditätsüberschuss erwirtschaften, ihre Schulden ab- und Cash-Reserven aufbauen. „Diese Gesellschaften können wundervolle Dinge vollbringen: Aktien zurück kaufen, Dividenden erhöhen, akquirieren, selbst zu einem höheren Preis übernommen werden, oder einfach nur Wachstum finanzieren“, erläutert Olstein.

Saubere Buchführung

Neben den Quartalsberichten an die Aktionäre berichten amerikanische Unternehmen auch an die Börseaufsicht SEC. Manchmal finden sich zwischen diesen Berichten große Divergenzen, dabei ist es nach Olstein wichtig, dass Unternehmen vor allem bei der Buchung von Umsatzerlösen vorsichtig sind. Schon vor dem Enron-Debakel hat sich Olstein die Umsätze genau angeschaut. Da er seinerzeit die Geschäftsberichte bei Enron nicht verstanden hatte, verzichtet er auf ein Engagement.

Rohstoffe versus fertige Produkte

Olstein vergleicht in der Bilanz die Rohstoffe und halbfertigen Produkte mit den produzierten Gütern. Steigen die Rohstoffe, ist dies meistens ein Hinweis darauf, dass das Unternehmen seine Produktion ausdehnen will und die Umsätze künftig steigen.

Steigende Forschungsausgaben

Zwar können steigende Forschungs- und Entwicklungsausgaben dazu führen, dass Aktiengesellschaften ihre Gewinnprognosen verfehlen. Dies enttäusche oft die Wall Street, so Olstein, sei aber ein Zeichen dafür, dass die Gesellschaft ihr Geld sinnvoll einsete. Dies ist oft eine Kaufgelegenheit für Fondsmanager Olstein.

Stille Reserven

Manchmal haben Gesellschaften Grundstücke mit viel zu niedrigen Werten in der Bilanz angesetzt. Oder aber sie haben aus Börsengängen noch Cash-Bestände, die höher als ihre Marktkapitalisierung sind. Dann bekommen Anleger die Gesellschaft so zu sagen „umsonst“ dazu.

Eine geringe Schuldenquote

Olstein gefallen Unternehmen mit einer geringen Schuldenquoten und einer Rendite (Return on Assets) die höher als 50 Prozent der Fremdkapitalkosten beträgt. Dies erlaubt den Unternehmen andere Gesellschaften mit einer Rendite von beispielsweise 15 Prozent zu kaufen und diese zu sieben Prozent zu finanzieren.

Ehrliche Geschäftsberichte

Zu viel Optimismus sollte Anleger stutzig machen, meint Olstein und verweist auf seine Lieblingszitate. „Ein Unternehmen mag gelegentlich lügen oder beschönigen, aber ein Unternehmer in Schwierigkeiten lügt permanent“, und „ein zu positiver Bericht des Verstands schreckt mich immer ab. Wenn ein Grußwort leicht pessimistisch ist, dann ist es meines Erachtens ein gutes Zeichen“.

Eines haben die Anlagetipps von Olstein gemeinsam: Sie machen dem Anleger Arbeit. Denn anstatt sich auf Analystenkommentare zu verlassen, muss er sich selbst durch die Bilanzen wühlen. Aber bequem lässt's sich selten Geld verdienen!
Antworten
Thomastrada.:

Scheint ja'n schlaues Kerlchen zu sein - wo kann

 
03.06.02 17:05
man das nachlesen, Zentrum?

Gruß,
T.
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das Zentrum d.:

FAZ - Investor --> wenn´s dir hilft o.T.

 
03.06.02 17:07
Antworten
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