Ja, Plan A und Plan B unterscheiden sich nicht inhaltlich - UND es liegt keine inhaltliche Neuausrichtung auf dem Tisch. So habe ich das in Post
#12848 auch gemeint (Ziele auch mit ... Kleinanlegern erreichbar ... genauso wie mit Plan A; "mehr Geld" ist kein neues Konzept).
Die Sache mit der Bezeichnung "Plan B" ist nur deshalb aufgekommen, weil der CEO die Übernahme als alternativlos bezeichnet hat. Selbstverständlich gibt es einen alternativen Weg (= Plan B), über den Epi ebenso zu ausreichenden Finanzmitteln kommen kann. Das bringt aber kein Firmenvertreter über die Lippen - auch im aktuellen 4investors-Interview reagiert der CEO auf die Frage nach dem Plan B lediglich mit negativen Andeutungen und Schwingen der Verwässerungskeule als Androhung.
Was sich rund um das neue Postulat "Epi braucht (viel) mehr Geld" an Andeutungen und (fehlenden) Aussagen abgespielt hat, hat zu berechtigter Kritik und zu Deutungsversuchen geführt. DIES ist m.M.n. auch der Hauptgrund für die Empörung, denn: Dass der CEO die geplante Übernahme gutheißt, ist das Eine. Etwas anderes ist, sich bei Stellungnahmen derart fadenscheiniger und widersprüchlicher Begründungen zu bedienen, dass die emotionale Reaktion, dies als Verhöhnung zu empfinden, geradezu als gewollt erscheinen mag.
Was ich dem CEO fachlich ankreide, ist, dass er plötzlich eine deutliche Steigerung Finanzierungsbedarf ausruft, ohne diesen genauer zu beziffern, konkret zu begründen oder ein Grobkonzept z.B. für die Intensivierung des US-Marketings vorzulegen (in der alten Epi-Firmenpräsentation gab es eine Folie, in der „Marketing“ klar Polymedco zugeordnet wurde – darüber haben wir doch mal auf WO diskutiert, Mogli). In der Kommunikation mit den Aktionären bzw. der Öffentlichkeit gibt es noch einiges anderes zu kritisieren – dies wurde hier ausführlich behandelt. Eine schonungslose Aufdeckung der Widersprüche und die Bewertung der faktischen Methodenwahl der Epi-Führung ist uns freilich zuzugestehen. Wir dürfen wohl das Kind beim Namen nennen.
Ok, Mogli, mag sein, dass es hier zu Übertreibungen gekommen ist, und es ist m.E. bei den persönlich-angriffigen Kommentaren auch zu unpassender Wortwahl gekommen. Aber dein Vergleich hinsichtlich der Moral in Anspielung auf Kleinanleger, die auch NUR Geld machen wollen, hinkt meiner Meinung nach. Ich möchte vorausschicken, dass es mir nicht um moralische Diskreditierung von (einzelnen) Personen geht.
„Beiden Seiten“ geht es ums Geld – ok, insofern besteht Parität. Aber: Nicht das Ziel, sondern der Weg war Stein des Anstoßes! Hier im Forum ist wohl deutlich geworden, dass die Entrüstung in erster Linie auf die hinlänglich bekannten, äußerst fragwürdigen Methoden und Aussagen seitens Epi zur Erreichung der Ziele zurückzuführen ist. HIER hinkt für mich der Vergleich, denn Vergleichbares kann man den Anlegern in dieser Hinsicht nicht vorwerfen.
Die Entrüstung hat hier so ihre Blüten getrieben, ist aber im Grunde für mich nachvollziehbar und orientiert sich in ihrer Heftigkeit an den provokativen Aussagen des CEO. Es ist absolut legitim Aussagen und Vorgehensweisen von offiziellen Firmenvertretern hinsichtlich Widersprüchlichkeit und anderen Ungereimtheiten kritisch zu bewerten und auch ironisch zu „zerpflücken“ – solange bei aller gebotenen Schärfe die Grenzen hinsichtlich Respekt gegenüber der Person gewahrt werden.
Und, nur weil "es" (wie man das auch immer definieren mag) in der Wirtschaft so üblich sei, kann das doch nicht bedeuten, dass jede Spielart dieses "Es" billigend in all ihren Ausformungen hinzunehmen ist.