ROI, denke mal darüber nach: Wer möchte etwas und wer hat etwas?
Genau. Ankerinvestor möchte >75% mit Rückendeckung des Vorstanes + AR (fürsatzungsändernden 3/4-Mehrheit auf außerordentlicher HV) für strategische + rechtliche Änderungen der Gesellschaft. Mittelfristig >95% für Komplettübernahme (Squeeze out + Going Private).
1. Schritt: Angebot + Angebotsfrist ist erfolgt. Zaunkönige signalisieren NEIN zu diesem Preis + Geschlossenheit mit signifikanten Anteilen. Richtig! Hier ist es besonders spannend, da der Free Float so groß ist (das macht es richtig interessant;). Die Gegenseite schaltet Werbung und verschickt Flyer, ein Zeichen der Angst, sie nehmen das sehr ernst. Rückrad hat der Vorstand + AR nicht (vgl. Aussagen vor 12 und 6 Monaten), die Bilanzverschiebung + Berechnung Premium auf durchschittlichen Aktienkurs mehr als ein Geschmackle, denke da auch an Käuflichkeit mit zukünftigen Verträgen (sich auch wegen ausverhandeltem Phantom Stock Programm, gilt auch bei Going Privat - Anteil an Gewinnausschüttung). Da kann ich verstehen, dass einige sehr sauer sind, wenn man den VV noch über angeblichen Shareholder Value auf der HV reden hört.
2. Schritt: Angebotserhöhung (~+20%) + Fristverlängerung / Herabsetzung Übernahmeschwelle. Dies bleibt in Ruhe abzuwarten. Die Zeit läuft für alle Aktionäre. Stichwort "wertaufhellende Faktoren". Wir haben das, das "Sie" wollen. Man muss sich eben beim Preis einigen, der das Zukunftspotential wiederspiegelt. Preis-Gleichgewicht zw. Bieter & Aktionär. Viele werden andienen, wenn der Preis passt, einige würden gerne Minderheitsaktionär bleiben, um an zukünftigen Ausschüttungen und Kurssteigerungen zu partizipieren (da trennt sich dann die Aktionäre in 2 Lager, das ist auch ok - langfristig dabei bleiben oder fairen Wert gleich erhalten), egal wie es sich ausgeht, haben beide mit einem deutlich höheren Preis gewonnen! Bisher hat es geklappt die Lizenzeinnahmen aus China zu verschieben und USA runterzurechnen. Aber das wird sich ändern. Beispiel: 9 August 2017 (6-Months Report 2017), bis dahin möchten sie die Sache über die Bühne bringen, weil da stark verbesserte Umsätze sehr wahrscheinlich sind. Sehr schwer bei dem Free Float und der aktuellen Sinnes- und Gemütslage der Aktionäre. Hier lohnt sich entspannt warten und kein Aktionismus, der Ball liegt im Spielfeld des Investors / Bieters.
3. Schritt: Bei Erreichen der 75%, wird bekannt wie die strategische und rechtliche Neuausrichtung sein wird. Auch hier reicht es auch, wenn die Zaunkönige als Gemeinschaft aufklären, Informationen bereit stellen und eine Ansicht von vielen Aktionären publizieren. Da braucht man keinen "Bevollmächtigten" der mit dem Vorstand verhandelt. Schau doch mal in das WpÜG, da ist alles geregelt. Es ist doch kein Basar, auf dem 2 im Hinterzimmer verhandeln! Die Aktionäre halten und der Bieter muss Angebot machen. Barabfindung, Shares an neuem Unternehmen, usw. Klar kann dies auch über Kapitalerhöhung bei Ausschluss der Altaktionäre erfolgen, aber der Kurs wird zu diesem Zeitpunkt dann (erneut Stichwort "wertaufhellende Faktoren"), viel höher stehen. Mind. bei dem 2. Angebotspreis + aktueller Newsflow + weniger Risiko durch gefestige Finanzierung des Bieters. Ich rechen da mit weiteren ~+20% Barpreisabfindung um auf 95% der Anteile für einen Squeeze out zu kommen.
4. Schritt: Squeeze out + Spruchstellenverfahren: Hier reicht es, wenn EINE Person gegen den Squeeze out Preis klagt, bei Verbesserung kommt er allen Aktionären zu Gute (keine Sammelklage oder ein Bevollmächtiger, etc.). Ist wie wenn der BGH einem Kläger Recht gibt bei "Kontogebühr für Bauspardarlehen" hat das Signalwirkung für alle und gilt für alle in vergleichbarer Fallkonstellation.. Bei Spruchstellenverfahren überprüft das Gericht die Berechnung, Verfahren dauert sehr lange (kann Jahre dauern). Meist will der Bieter die Zeit sparen, denn er will schnell das Unternehmen umbauen, strategisch neuausrichten, Kosten minimieren (Börsenlistung, HV, Offenlegungspflichten, etc) und so rasch wie möglich Gewinnwachstum erzielen erzielen. Rechne da mit weiteren ~+30% Barpreisabfindung.
Man sieht das WpÜG berücksichtigt (kann man alles fein nachlesen) die Einzelinteressen eines jeden Aktionärs (alle in der gleichen Lage, egal wann gekauft und wie viel Anteile) als Gemeinschaftsinteresse. Es bedarf keinen "Interessensbevollmächtigen" der alle Aktionäre vertritt. Das Recht des Einzelaktionärs bei Abfindungen steht dann alles Aktionäre gleichermaßen zu. Die Zeunkönige machen sich viel Arbeit, das ist wichtig und richtig und interessiert viele Epi Aktionäre hier. Die Berechnungen und Aussagen sind ja als Ansatz zu verstehen, sich seine eignen Gedanken dazu zu machen und eigne Handlungen daraus abzuleiten.
Es braucht keinen Anführer einer Schafherde. Die Herde ist (wenn groß genug = Free Float und bei gleichgelagertem Interesse = für fairen Ü-Preis zu warten) stark genug. Der Fuchs will was von der Schafherde. Er dachte er sein raffiniert und schleicht sich an, doch bei großer ü geschlossener Herde wird er von ihr vertrieben.
Prozentzahlen der Barpreiserhöhung sind meine persönliche Erwartung, abgeleitet von vergleichbaren Übernahmen. Je nach Wirtschaftssituation allgemein und speziell für das betreffende Unternehmen, können diese natürlich abweichen. @ALLE: Überlegt mal, wenn der Bieter die 75% oder auch nur 60% (mögliche Reduzierung Übernahmeschwelle) so günstig bekommt wie jetzt für 7.52, dann ist noch genug Geld da (Finanzkraft des Bieters + Wille wegen künftigem Potential der Produkte + Pipeline) für die faire Abfindung der restlichen, ausharrenden Aktionäre. Den Wertzuwachs kann man sich dann gerne als Tagesrendite ausrechnen in ca. 3-6 Monaten.
Auch wenn sehr plakativ die nachfolgende rhetorische Frage: Warum soll ich bis 07.07.2017 meine Aktien zu 7,52 andienen, wenn ich bei Schritte 2+3+4 einen Preis 14* in den nächsten Monaten dafür erhalten kann (7,52 *1,2*1,2*1,3)? Dabei zu berücksichtigen, jederzeit Verkauf möglich bei Kurssteigerungen durch "wertaufhellenden Faktoren" oder Andienung die Liquidität ist weiterhin gegeben.
Einfach formuliert: Das Abwarten "kostet" nur Opportunitätskosten, das Andienen "kostet" die verpasste Chance einer deutlichst höheren Barabfinung, die das zukünftige Wachstums- und Profitpotential von Epi wiederspiegelt und die Aktionäre somit in fairer Weise abfindet.
Be strong, stay long! ~°~
Jamannn!
(*) Preisschätzung aus bisherigen Übernahmen (allgemeine Gültigkeit). Dieser wiederspielt nicht das individuelle Potential von EPi durch zukünftiger Profite (Ertragswertverfahren DCF) und den Überlegungen der Zaunkönigen. Die Rendite pro Tag bei ca. 6 Monaten "Wartezeit" kann sich sehen lassen ;-)