Der Deal sei nicht genehmigungsfähig, weil er den Wettbewerb behindere, heißt es in einem streng vertraulichen Papier

Eon-Chef Ulrich Hartmann
Berlin - Die von Eon-Chef Ulrich Hartmann geplante, aber vom Kartellamt abgelehnte Mehrheitsübernahme bei der Ruhrgas AG darf nach Meinung der Eon-Konkurrenten Energie Baden-Württemberg (EnBW), Vattenfall Europe und RWE nicht durch eine Ministererlaubnis genehmigt werden. Auch "die von Eon angebotenen Auflagen wären bei weitem nicht ausreichend, die zu erwartenden Wettbewerbsbehinderungen zu vermeiden", heißt es in einem streng vertraulichen Positionspapier der drei Wettbewerber, das WELT am SONNTAG vorliegt.
Vor allem blockiere die Übernahme von Ruhrgas - Hartmann will den Antrag auf Ministererlaubnis Mitte Februar bei Bundeswirtschaftsminister Werner Müller stellen - den gerade entstehenden Wettbewerb im Gasmarkt, heißt es zur Begründung. Dagegen sei die Behauptung, der Wettbewerb im Gasmarkt entfalte sich mit großer Dynamik im europäischen Maßstab, "sachlich eindeutig falsch". Zwar seien durch die EU-Binnenmarktrichtlinie Regelungen für die Marktöffnung im Gasmarkt vorgegeben worden, was aber bisher in der EU in keiner Weise einen Wettbewerb über die Landesgrenzen eröffnet habe.
In Deutschland sei der Gasmarkt zu 100 Prozent für den Wettbewerb geöffnet, er sei aber gerade erst im Entstehen. So betragen die auf Grund von 75 Verträgen durchgeleiteten Mengen von Ruhrgas-Konkurrenten weniger als ein Prozent des gesamten Ruhrgas-Absatzes.
Ein wesentlicher Grund für die verhaltene Entwicklung, so die Eon-Konkurrenten, sei der derzeitige Mangel an konkurrenzfähigen zusätzlichen Gasmengen. Die Ruhrgas decke nicht nur 58 Prozent des gesamten deutschen Gasimports ab, sondern sei auch das einzige Unternehmen, das den Zugang für alle infrage kommenden Förderquellen besitze.
Auch das von Eon vorgebrachte Argument, durch die Entflechtung der Eigentümerverhältnisse der Ruhrgas entstehe eine transparente Anbieterstruktur, die zu zusätzlichen Gasmengen führe, lassen RWE & Co. nicht gelten. So sei kaum zu erwarten, dass Ruhrgas-Eigner Shell bei seinem Ausscheiden - im Gegenzug übernimmt Shell das Aral-Netz von Eon - seinen anderen Gasbeteiligungen wie VNG oder Thyssengas Konkurrenz mache.
Ebenso halten die Eon-Konkurrenten die Argumentation für haltlos, Deutschland brauche zur Sicherung der Gasversorgung ein großes, vertikal integriertes Unternehmen. Als Beispiel wird der Ölmarkt angeführt, der auch ohne einen großen deutschen Player funktioniere. Dabei sei die Abhängigkeit vom Import bei der Ölversorgung noch weitaus größer als beim Gas.
Andersherum wird für die Kritiker ein Schuh draus: "Die Schaffung eines vollständig durchintegrierten Unternehmens durch den Zusammenschluss von Eon und Ruhrgas würde vielmehr einen alles überragenden Player schaffen, der auf allen Marktstufen vom Import über die Weiterverteilung bis zum Endkunden den Wettbewerb nachhaltig blockieren und außer Kraft setzen würde", heißt es in dem Papier.
Auch der funktionierende Wettbewerb auf dem Strommarkt werde in Mitleidenschaft gezogen, heißt es. Weil sich abzeichne, dass der Einsatz von Gas bei der Stromerzeugung künftig zunehme, "käme es durch den Zusammenschluss auch hier zu einer marktbeherrschenden Stellung", heißt es.
Unter dem Strich ist für die Eon-Konkurrenten klar: "Die volkswirtschaftlichen Schäden einer massiven Behinderung des gerade beginnenden Wettbewerbs bei Strom und Gas würden die möglichen Vorteile bei weitem überwiegen."

Eon-Chef Ulrich Hartmann
Berlin - Die von Eon-Chef Ulrich Hartmann geplante, aber vom Kartellamt abgelehnte Mehrheitsübernahme bei der Ruhrgas AG darf nach Meinung der Eon-Konkurrenten Energie Baden-Württemberg (EnBW), Vattenfall Europe und RWE nicht durch eine Ministererlaubnis genehmigt werden. Auch "die von Eon angebotenen Auflagen wären bei weitem nicht ausreichend, die zu erwartenden Wettbewerbsbehinderungen zu vermeiden", heißt es in einem streng vertraulichen Positionspapier der drei Wettbewerber, das WELT am SONNTAG vorliegt.
Vor allem blockiere die Übernahme von Ruhrgas - Hartmann will den Antrag auf Ministererlaubnis Mitte Februar bei Bundeswirtschaftsminister Werner Müller stellen - den gerade entstehenden Wettbewerb im Gasmarkt, heißt es zur Begründung. Dagegen sei die Behauptung, der Wettbewerb im Gasmarkt entfalte sich mit großer Dynamik im europäischen Maßstab, "sachlich eindeutig falsch". Zwar seien durch die EU-Binnenmarktrichtlinie Regelungen für die Marktöffnung im Gasmarkt vorgegeben worden, was aber bisher in der EU in keiner Weise einen Wettbewerb über die Landesgrenzen eröffnet habe.
In Deutschland sei der Gasmarkt zu 100 Prozent für den Wettbewerb geöffnet, er sei aber gerade erst im Entstehen. So betragen die auf Grund von 75 Verträgen durchgeleiteten Mengen von Ruhrgas-Konkurrenten weniger als ein Prozent des gesamten Ruhrgas-Absatzes.
Ein wesentlicher Grund für die verhaltene Entwicklung, so die Eon-Konkurrenten, sei der derzeitige Mangel an konkurrenzfähigen zusätzlichen Gasmengen. Die Ruhrgas decke nicht nur 58 Prozent des gesamten deutschen Gasimports ab, sondern sei auch das einzige Unternehmen, das den Zugang für alle infrage kommenden Förderquellen besitze.
Auch das von Eon vorgebrachte Argument, durch die Entflechtung der Eigentümerverhältnisse der Ruhrgas entstehe eine transparente Anbieterstruktur, die zu zusätzlichen Gasmengen führe, lassen RWE & Co. nicht gelten. So sei kaum zu erwarten, dass Ruhrgas-Eigner Shell bei seinem Ausscheiden - im Gegenzug übernimmt Shell das Aral-Netz von Eon - seinen anderen Gasbeteiligungen wie VNG oder Thyssengas Konkurrenz mache.
Ebenso halten die Eon-Konkurrenten die Argumentation für haltlos, Deutschland brauche zur Sicherung der Gasversorgung ein großes, vertikal integriertes Unternehmen. Als Beispiel wird der Ölmarkt angeführt, der auch ohne einen großen deutschen Player funktioniere. Dabei sei die Abhängigkeit vom Import bei der Ölversorgung noch weitaus größer als beim Gas.
Andersherum wird für die Kritiker ein Schuh draus: "Die Schaffung eines vollständig durchintegrierten Unternehmens durch den Zusammenschluss von Eon und Ruhrgas würde vielmehr einen alles überragenden Player schaffen, der auf allen Marktstufen vom Import über die Weiterverteilung bis zum Endkunden den Wettbewerb nachhaltig blockieren und außer Kraft setzen würde", heißt es in dem Papier.
Auch der funktionierende Wettbewerb auf dem Strommarkt werde in Mitleidenschaft gezogen, heißt es. Weil sich abzeichne, dass der Einsatz von Gas bei der Stromerzeugung künftig zunehme, "käme es durch den Zusammenschluss auch hier zu einer marktbeherrschenden Stellung", heißt es.
Unter dem Strich ist für die Eon-Konkurrenten klar: "Die volkswirtschaftlichen Schäden einer massiven Behinderung des gerade beginnenden Wettbewerbs bei Strom und Gas würden die möglichen Vorteile bei weitem überwiegen."