Die Bafin, hat mir, nachdem ich einen ähnlichen Fall bei EnerGulf meldete, geschrieben, dass sie die Sache prüfe, aber kraft Gesetzes nicht über den Stand des Verfahrens Auskunft geben könne. Mit erheblicher Verzögerung findet man Informationen nur in den Jahresberichten dieser Behörde. WO ist da öfters als Brutzelle solcher Aktionen erwähnt.
Einen Hype wie bei De Beira gab es auch bei EnerGulf. Die heutigen Basher waren an diesem Hype ausnahmslos beteiligt.
An der Spitze des Hypes, als der Kurs 4,70 Euro betrug, besaß EnerGulf einen Börsenwert von ungefähr 250 Millionen CAD. Da das Eigenkapital seinerzeit nur etwa 2,5 Mio. CAD betrug (0,07 Euro je Aktie) bedeutete das, dass man EnerGulf stille Reserven von etwa 247 Mio. CAD zubilligte.
Alle Verträge waren aber nur angedacht und durch Absichtserklärungen unterlegt. Nichts war bestandskräftig.
1) Zu Nigeria gab es noch keinen Zuschlag. Der Projekt war außerdem sehr teuer (Signaturprämie rd. 90 Mio. USD), hatte hohe politische und technischen Risiken (Bürgerkrieg im Niger-Delta und 3000 m Wassertiefe). Der Partner war ein unbeschriebenes Blatt. Wie sich später herausstelle war auch die Vertragssituation nachteilig. Aneignungsrecht des Staates Nigeria im Fundalle. Eine typische Loss-Loss-Situation, die auch Sapetro aus OPL246 kegelte.
2) Der Kongo war noch nicht unterzeichnet - und ist es immer noch nicht. Der Zeitbedarf bis zur Förderung wurde zudem maßlos unterschätzt.
3) Tanzania war ein laufendes Bieterverfahren. EnerGulf stieg später aus, weil die Gebote eine Höhe erreichten, die eine Förderung als nicht genügend rentabel erscheinen ließen.
4) In Namibia liefen zwar Verhandlungen. Diese waren jedoch noch nicht abgeschlossen und wurden durch die zögernde Handlung von PetroSA, die keine kapazitäten für das Projekt hatten, gehemmt.
5) Longoria Texas wurde völlig überzogen bewertet, denn es ging nur um ein Working-Interest von 3,75 %. Selbst gemessen an den besten Gas-Quellen des Partners, waren dort maximal 5stellige Erträge pro Jahr zu erwarten.
Nur, infolge ihrer Unkenntnis und Gier, begleitet von dem Getrommel der Börsenbriefe, und begleitend vom dem Jauchzen der heutigen Basher wurden alle diese Dinge als bereits gegeben antizipiert, undgeachtet der Risiken und ungeachtet der Tatsache, dass sich eine derartige Vielzahl von Projekten gegenseitig behindern würde und man möglicherweise hier und da vertragsuntreu werden muss, wenn man sie alle bewältigen wolle.
Die Situation hat sich - Gott sei Dank - mittlerweile gelichtet. Die Firma hat die Spreu vom Weizen getrennt und sich auf das beste Projekt, nämlich Namibia, positioniert. Einen starken Partner inklusive.
Darin, dass die breite Masse die Qualität einer solchen Entscheidung bisher nicht ausmachen konnte (es fehlte deas Börsenbriefgetrommel) - und, was die Kursentwicklung angeht ,ein Art von Siedeverzug existiert - darin liegt die eigentliche Chance dieses Investments. Denn allein von der Größe her liegt der NPV etwa 10 mal so hoch wie bei De Beira, deren Hype bis zu einer Marktkapitalisierung von 650 Mio. USD reichte. EnerGulf ist bei 10fachem NPV-Volumen derzeit gerade mal mit 50 Mio. USD bewertet.
Man sagt, dass das Leben eine Schule ist, in dem die Schläfer geweckt werden.
Was in den Köpfen der breiten Masse vorgeht, weiß ich daher natürlich nicht. Denn ich werde nie mehr "einschlafen" können.