Fehlende Wehraufträge. Werksschließungen möglich. Verlust technischer Kompetenz droht
München – Der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS rechnet angesichts fehlender inländischer Rüstungsaufträge mit dem weiteren Abbau von Produktionskapazitäten in Deutschland bis hin zu Werksschließungen sowie dem Verlust von technologischer Kompetenz. „Wenn hier wichtige Aufträge weiter ausbleiben, kann man nicht Werke in Frankreich schließen“, so EADS-Rüstungschef Thomas Enders. Nachdem das EADS-Rüstungsgeschäft in den vergangenen Jahren bereits drastisch geschrumpft sei, sei mittlerweile ein kritischer Punkt erreicht.
In Kürze seien auch die noch verbliebenen Mindestkapazitäten nicht mehr rentabel zu betreiben. Man habe nicht mehr die Substanz, um noch ein oder zwei Jahre durchzuhalten. „Niemand kann uns zwingen, in Deutschland weiter in der Verteidigung zu bleiben“, sagte Enders. Als Konsequenz fehlender Aufträge gingen nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch technologisches Know-how verloren. Auch das deutsche Gewicht innerhalb der EADS würde reduziert. Schließlich werde es noch schwieriger, Kooperationsprojekte insbesondere mit US-Partnern einzufädeln.
Das Problem mangelnder oder verzögerter Aufträge betreffe nicht nur Großprojekte wie das Militärtransportflugzeug A 400 M, dessen Finanzierung noch immer nicht geklärt ist. Auch in der Sicherungstechnik oder bei der Herstellung von Lenkflugkörpern (LFK) stünden Standorte auf dem Spiel.
Die EADS betreibt ihr deutsches Missile-Geschäft in der EADS/LFK in Oberschleißheim bei München. EADS/LFK ist in Deutschland Marktführer bei der Herstellung von Lenkflugkörpern, die ansonsten hier zu Lande nur noch der Nürnberger Diehl-Konzern baut. EADS/LFK erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 400 Mio. Euro. Von 5500 Mitarbeitern Anfang der neunziger Jahre seien gerade noch 1500 verblieben. Derzeit stünden eine Reihe von Beschaffungsentscheidungen durch den Bundestag an, deren Scheitern oder zeitliche Verzögerung nach EADS-Darstellung „den unumkehrbaren Abbau weiterer technologischer Kapazitäten und hochwertiger Arbeitsplätze nach sich zieht“. Dies betreffe nicht nur die EADS-Aktivitäten, sondern auch mittelständische Zulieferer.
Mit Projekten wie dem lichtwellengeleiteten Flugkörper Polyphem sieht sich EADS technologisch als weltweiter Marktführer, beklagt jedoch auch hier, dass ein entsprechender Auftrag – obwohl längst überfällig – noch immer nicht erteilt worden sei, was nun weitere Entwicklungsprojekte auf diesem Gebiet gefährde. EADS/LFK durchläuft derzeit eine Phase der Restrukturierung und schreibt rote Zahlen, soll jedoch 2003 an die Null-Linie herankommen und 2004 wieder Gewinne machen. Die Geschäftseinheit soll noch in diesem Jahr als eigene Division in die Matra BAe Dynamics Alenia (MBDA) eingegliedert werden, in der die EADS ihr gesamtes Lenkwaffengeschäft betreibt.
Die EADS erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz in ihrem Verteidigungsgeschäft von 6,2 Mrd. Euro und will mit jährlichen Wachstumsraten von 50 Prozent bis zum Jahr 2004 auf neun Mrd. Euro kommen – noch ohne den möglichen A 400 M-Großauftrag. Käme dieser Auftrag, würde sich der Auftragsbestand von heute 20 Mrd. auf 40 Mrd. Euro verdoppeln. Insgesamt soll der Anteil des Rüstungsgeschäft am EADS-Gesamtumsatz in den nächsten Jahren von heute 20 Prozent auf rund 30 Prozent ansteigen, womit man Boeing folgen will, die heute schon einen Rüstungsanteil von 40 Prozent haben.
Zur Spekulationen über Veränderungen in der EADS-Eigentümerstruktur sagte Enders, der Daimler-Chrysler-Konzern habe erklärt, dass sein Engagement bei EADS langfristiger Natur sei. Allerdings könne der Anteil der Kleinaktionäre, der derzeit rund 30 Prozent beträgt, mittelfristig steigen.
München – Der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS rechnet angesichts fehlender inländischer Rüstungsaufträge mit dem weiteren Abbau von Produktionskapazitäten in Deutschland bis hin zu Werksschließungen sowie dem Verlust von technologischer Kompetenz. „Wenn hier wichtige Aufträge weiter ausbleiben, kann man nicht Werke in Frankreich schließen“, so EADS-Rüstungschef Thomas Enders. Nachdem das EADS-Rüstungsgeschäft in den vergangenen Jahren bereits drastisch geschrumpft sei, sei mittlerweile ein kritischer Punkt erreicht.
In Kürze seien auch die noch verbliebenen Mindestkapazitäten nicht mehr rentabel zu betreiben. Man habe nicht mehr die Substanz, um noch ein oder zwei Jahre durchzuhalten. „Niemand kann uns zwingen, in Deutschland weiter in der Verteidigung zu bleiben“, sagte Enders. Als Konsequenz fehlender Aufträge gingen nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch technologisches Know-how verloren. Auch das deutsche Gewicht innerhalb der EADS würde reduziert. Schließlich werde es noch schwieriger, Kooperationsprojekte insbesondere mit US-Partnern einzufädeln.
Das Problem mangelnder oder verzögerter Aufträge betreffe nicht nur Großprojekte wie das Militärtransportflugzeug A 400 M, dessen Finanzierung noch immer nicht geklärt ist. Auch in der Sicherungstechnik oder bei der Herstellung von Lenkflugkörpern (LFK) stünden Standorte auf dem Spiel.
Die EADS betreibt ihr deutsches Missile-Geschäft in der EADS/LFK in Oberschleißheim bei München. EADS/LFK ist in Deutschland Marktführer bei der Herstellung von Lenkflugkörpern, die ansonsten hier zu Lande nur noch der Nürnberger Diehl-Konzern baut. EADS/LFK erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 400 Mio. Euro. Von 5500 Mitarbeitern Anfang der neunziger Jahre seien gerade noch 1500 verblieben. Derzeit stünden eine Reihe von Beschaffungsentscheidungen durch den Bundestag an, deren Scheitern oder zeitliche Verzögerung nach EADS-Darstellung „den unumkehrbaren Abbau weiterer technologischer Kapazitäten und hochwertiger Arbeitsplätze nach sich zieht“. Dies betreffe nicht nur die EADS-Aktivitäten, sondern auch mittelständische Zulieferer.
Mit Projekten wie dem lichtwellengeleiteten Flugkörper Polyphem sieht sich EADS technologisch als weltweiter Marktführer, beklagt jedoch auch hier, dass ein entsprechender Auftrag – obwohl längst überfällig – noch immer nicht erteilt worden sei, was nun weitere Entwicklungsprojekte auf diesem Gebiet gefährde. EADS/LFK durchläuft derzeit eine Phase der Restrukturierung und schreibt rote Zahlen, soll jedoch 2003 an die Null-Linie herankommen und 2004 wieder Gewinne machen. Die Geschäftseinheit soll noch in diesem Jahr als eigene Division in die Matra BAe Dynamics Alenia (MBDA) eingegliedert werden, in der die EADS ihr gesamtes Lenkwaffengeschäft betreibt.
Die EADS erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz in ihrem Verteidigungsgeschäft von 6,2 Mrd. Euro und will mit jährlichen Wachstumsraten von 50 Prozent bis zum Jahr 2004 auf neun Mrd. Euro kommen – noch ohne den möglichen A 400 M-Großauftrag. Käme dieser Auftrag, würde sich der Auftragsbestand von heute 20 Mrd. auf 40 Mrd. Euro verdoppeln. Insgesamt soll der Anteil des Rüstungsgeschäft am EADS-Gesamtumsatz in den nächsten Jahren von heute 20 Prozent auf rund 30 Prozent ansteigen, womit man Boeing folgen will, die heute schon einen Rüstungsanteil von 40 Prozent haben.
Zur Spekulationen über Veränderungen in der EADS-Eigentümerstruktur sagte Enders, der Daimler-Chrysler-Konzern habe erklärt, dass sein Engagement bei EADS langfristiger Natur sei. Allerdings könne der Anteil der Kleinaktionäre, der derzeit rund 30 Prozent beträgt, mittelfristig steigen.