Vielen Dank Bossmen!
Ich rlaube mir hier den Inhalt aus Deinem Link einzustellen, da ich ihn für elementar wichtig halte:
Eon-Konzern spielt Fusionen durch
VON ANTJE HÖNING - zuletzt aktualisiert: 15.05.2013
Düsseldorf (RP). Eons Topmanager beraten seit gestern Zukunftsfragen. Ohne Partner geht es nicht, heißt es. Der Vorteil von Fusionsplänen: In die Aktie käme wieder Fantasie – so wie im Jahr 2000, als Eon mit der französischen Suez anbandelte.
Der Düsseldorfer Energiekonzern ringt um sein Geschäftsmodell, denn das alte gilt immer weniger als tragfähig. Das treibt auch den Vorstand und die erste Führungsebene um. Die 80 Top-Manager kamen gestern in London zusammen, um über Zukunftsfragen zu beraten.
Zu den bekannten Problemen im Gasgeschäft und mit der Energiewende kommen weitere Probleme hinzu. Die Bundesnetzagentur droht Eon in den Jahren 2014 bis 2018 die Gebühren zusammenzustreichen, die der Konzern von anderen Versorgern nehmen darf, die ihren Strom durch Eons Verteilnetz leiten wollen. Eons Finanzchef Marcus Schenck hatte in der vergangenen Woche von 300 bis 400 Millionen Euro gesprochen, die Eon dadurch pro Jahr an Ergebnis verlieren könnte.
Auch wird der Konzern in diesem Jahr auf den einmaligen Erlös von 800 Millionen Euro verzichten müssen. Diese hübsche Summe hatte im vergangenen Jahr der Verkauf von nicht benötigten Verschmutzungsrechten eingebracht. Das wird es in diesem Jahr nicht geben. Den Effekt werde der Konzern zum Jahresende spüren, hatte Schenck angekündigt.
Im Konzern ist der Frust mittlerweile groß. "Durch Beteiligungsverkäufe schrumpfen wir immer weiter, ohne dass eine Perspektive erkennbar wird", sagen Top-Manager. Nun werden Planspiele angestellt, wie der schwächelnde Primus zurück in die Offensive kommt. So hat die Unternehmensberatung Boston Consulting Group (wie berichtet) Varianten für die Zukunft durchgespielt. Eine von ihnen heißt: Zusammengehen mit einem anderen (ausländischen) Versorger – entweder als Junior- oder als führender Partner. Als mögliche Partner werden in der Branche die französischen Konzerne GdF Suez und EdF genannt, bei denen Eon der Junior wäre. Oder auch Gesellschaften wie die finnische Fortum-Gruppe, wobei Eon die führende Gesellschaft wäre.
Die Fantasien, die sich an solche "Merger" knüpfen, sind gewaltig: Übernahmen beflügeln den Aktienkurs. Das hat dieser dringend nötig. Aktionäre nannten die Kursentwicklung erst jüngst auf der Hauptversammlung ein "Trauerspiel". Eon hat binnen weniger Jahre zwei Drittel seines Wertes verloren, der Kurs ist von einst 50 Euro auf heute 13 Euro gestürzt (Grafik).
Eon-Chef Johannes Teyssen, der bislang kaum Erfolge zu verkünden hatte, würde sich als Mann in die Konzerngeschichte einschreiben, der Eon nach der Energiewende in eine neue Dimension geführt hat. Zugleich könnte er seine Schäfchen ins Trockene bringen. Bei Zusammenschlüssen werden die Uhren auf null gestellt. Der Vorstands-Chef könnte direkt – ohne die lästige, vom Gesetz vorgeschriebene Abkühlungszeit von zwei Jahren – in den Aufsichtsrat der neuen Gesellschaft wechseln. Für den 53-jährigen Teyssen könnte dies mittelfristig eine lockende Perspektive sein.
All das sind bislang nur Planspiele. Der Eon-Sprecher erklärte gar: "Weder Boston Consulting noch andere Berater haben Vorschläge gemacht, mit Suez zusammenzugehen. Unabhängig davon beschäftigt sich Eon nicht mit einem solchen Szenario." Doch im Konzern werden Stimmen laut, die nach der Umsetzung von solchen Planspielen rufen. "Ein starker Partner ist die einzige Chance, die wir haben, um weiter oben mitspielen zu können", heißt es im Management.
Zudem wäre es nicht das erste Mal, dass Eon die Wirtschaft mit Fusionsplänen überrascht. Schon im Jahr 2000 hatte der damalige Eon-Chef Ulrich Hartmann über eine Fusion mit dem französischen Energiekonzern Suez verhandelt. Gemeinsam wollten Hartmann und der damalige Suez-Chef Gérard Mestrallet den zweitgrößten Energiekonzern Europas schmieden, Sitz sollte Paris sein. Doch am Ende musste Hartmann die Notbremse ziehen. Obwohl Eon der größere Konzern war, wollten die Franzosen das Sagen haben. Die Fusion platzte – und Hartmann übernahm stattdessen die Ruhrgas.
Die ist mittlerweile Geschichte. Doch Mestrallet mischt noch immer mit. Heute ist er Chef der GDF Suez, die aus der Fusion von Gaz de France und Suez hervorging. Seit Januar sitzt der Franzose im Aufsichtsrat von Siemens. Die Chancen für erste informelle Gespräche über Eon sind damit groß: Im Siemens-Aufsichtsrat sitzt auch Werner Wenning, der den Eon-Aufsichtsrat führt.
Quelle: RP