Dass aber die Energiewende in Deutschland nun neuen Schwung erhält, dass die neue Energiewelt, in der sich E.on schwerpunktmäßig tummeln will, mit diesem Schritt agiler und innovativer abläuft, ist bei Weitem noch nicht gesagt. Das zeigen die Anmerkungen von Teyssen. Auch künftig wird der Konzern nicht richtig viel Geld in die Hand nehmen, um den Ausbau der Erneuerbaren voranzutreiben. 500 Millionen Euro will E.on im kommenden Jahr zusätzlich zu den 4,3 Milliarden Euro in dem Bereich investieren – noch nicht einmal so viel, wie ein Offshore-Windpark im Schnitt kostet.
Das Verrückte ist: Dieses neue, alte E.on, welches die gesamten Schulden und zwei Drittel der Belegschaft tragen soll, wird nach Ansicht von Teyssen seinen Aktionären "attraktive Erträge mit geringer Volatilität und klaren Wachstumschancen" bieten. War da nicht etwas? Bislang galt doch gerade das Geschäft mit den Erneuerbaren als riskant.
Teyssen wirbt vehement für die neue Gesellschaft. Aber eine Frage bleibt: Wer soll hier investieren? Wenn sich mit den konventionellen Energien mittel- und langfristig kein Geld mehr verdienen lässt, warum sollten dann Banken, Investmentfonds oder andere Unternehmen einsteigen, geschweige denn Privatanleger? E.on verweist auf die vielfältigen Chancen: die Einführung von sogenannten Kapazitätsmärkten, also Prämien für Stromkonzerne, damit sie für den Notfall fossile Kraftwerke vorhalten. Auch der Markt mit CO2-Verschmutzungsrechten werde sicherlich revitalisiert. Und die Rohstoffmärkte würden sich erholen.
Tja Herr Teyssen, dann wird die neue E.ON in Zukunft vom Umsatz der kleinste Versorger von Europa sein, mit einem Geschäftsfeld wo man auch in naher Zukunft noch nicht das große Geld verdient, dann ihnen viel Glück für dieses Experiment.