Duisenberg signalisiert weitere Zinssenkungen

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Duisenberg signalisiert weitere Zinssenkungen Nassie
Nassie:

Duisenberg signalisiert weitere Zinssenkungen

 
10.06.03 20:59
#1
Duisenberg signalisiert Zinssenkung
Bundesbank erwartet keine Deflation in Deutschland
Amsterdam/Frankfurt -  EZB-Präsident Wim Duisenberg hat angesichts geringer Inflationsgefahren und der bestehenden Zinsdifferenz zu den USA die Bereitschaft zu weiteren Zinssenkungen signalisiert.


"Das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht. Wir haben noch Spielraum", sagte der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) der WELT am Rande einer Veranstaltung in Amsterdam. "Weitere Zinssenkungen sind durchaus möglich. Denn die Zinsen im Euroraum liegen noch immer höher als in den USA." Zudem sei die Gefahr zu hoher Inflationsraten in der Eurozone "derzeit nicht gegeben." Die EZB hatte zuletzt in der vergangenen Woche die Leitzinsen um einen halben Prozentpunkt auf das historische Tief von zwei Prozent gesenkt. In den USA beträgt der Schlüsselzinssatz derzeit nur noch 1,25 Prozent.


Marktbeobachter rechnen angesichts der düsteren Wirtschaftsaussichten damit, dass sowohl die US-Notenbank als auch die EZB in diesem Jahr die Zinsen noch einmal senken werden. Auf der jüngsten EZB-Pressekonferenz hatte Duisenberg bereits die Erwartung geäußert, dass die Inflationsrate im nächsten Jahr deutlich fallen werde. Mehrere Analysten rechnen deshalb damit, dass die EZB die Leitzinsen bis zum Jahresende auf 1,50 Prozent senken könnte. Die nächste Zinssitzung der europäischen Währungshüter findet am 10. Juli statt.


Unterdessen hat Bundesbank-Chefvolkswirt Hermann Remsperger gesagt, er sehe in Deutschland keine Gefahr für eine Deflation: "Die aktuelle Lage in Deutschland als deflationäre Entwicklung zu beschreiben, ist meines Erachtens falsch." Es müsse zwischen Risikofaktoren, die zu einer Deflation führen könnten, und der Deflation selbst unterschieden werden. Darunter sei ein deutlicher, lang andauernder, allgemeiner Rückgang von Preisniveau und Wirtschaftsaktivität zu verstehen: "Mit einer solchen Tendenz rechnen wir in der Bundesbank nicht."  htz/as




Duisenberg signalisiert weitere Zinssenkungen calexa
calexa:

Wenn man schon so

 
10.06.03 21:00
#2
massiv davon spricht, daß keine Deflation vorliegt....

So long,
Calexa
www.investorweb.de
Duisenberg signalisiert weitere Zinssenkungen Nassie

Neue Spekulationen

 
#3
Renten und Devisen: Spekulationen auf Zinssenkung von EZB und Fed drücken Renditen
Von Thorsten Kramer, Hamburg

Die Spekulationen auf weitere Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank und der US-Notenbank Fed haben am Dienstag an den Bondmärkten die Renditen auf neue Tiefstände gedrückt. Der Euro kletterte zunächst bis auf 1,1740 $, gab bis zum Abend aber wieder nach.

Der September-Bund-Future erreichte ein Kontrakthoch bei 119,14 Punkten. Am Geldmarkt kletterte der Euribor auf einen Höchststand. Auslöser war der erneute Hinweis des Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Wim Duisenberg, auf die Möglichkeit weiterer Zinssenkungen in der Euro-Zone.

Die europäischen Staatsanleihen hatten sich am Morgen zunächst besser als erwartet präsentiert. Sie profitierten von der Entwicklung beim Immobilienfinanzierer Freddie Mac. Der US-Konzern hatte am Montag sein Spitzenmanagement wegen mangelnder Kooperation bei der Prüfung der Bilanzen entlassen.


Die Nachricht habe Sorge um die Qualität und Sicherheit von US-Vermögensanlagen ausgelöst, sagten Händler. Freddie Mac hatte auch in der Euro-Zone Anleihen im Volumen von mehreren Milliarden Euro begeben. Anleger schichteten ihr Geld in Staatsanleihen um. Im Verlauf gaben die Rentenpapiere aber zunächst wieder nach. "Ich gehe davon aus, dass die Entwicklung bei Freddie Mac in den kommenden Tagen an Bedeutung verlieren wird", sagte Andy Cossor, Analyst von der DZ Bank.


In den USA rutschten die Renditen der zwei- und zehnjährigen US-Staatsanleihen auf den niedrigsten Stand seit 1958. Die Kontrakte auf diese Papiere zogen an. Händler begründeten die Spekulationen auf einen weiteren Zinsschritt der Fed damit, dass die zweijährige Rendite deutlich unter dem Leitzins notierte.


Dies deutete in der Vergangenheit oft auf eine Zinssenkung hin. "Der Markt richtet sich auf einen Zinsschritt ein", sagte Gregg Cohen von CIBC World Markets der Agentur Bloomberg. Fed-Gouverneur Donald Kohn sagte zudem, die Inflation sei schneller gesunken als erwartet.


Am Devisenmarkt reagierten Anleger zunächst mit Dollar-Verkäufen auf die Probleme bei US-Hypothekenfinanzierer Freddie Mac. Dann konzentrierten sie sich wieder stärker auf die jüngsten schwachen Konjunkturdaten aus der Euro-Zone. Der Euro gab im Tagesverlauf nach und kostete gegen 20 Uhr MESZ 1,1689 $ nach 1,1716 $ am Vorabend.


Das britische Pfund Sterling machte Boden gut. Die Aussagen des britischen Premierministers Tony Blair zu einem möglichen Euro-Beitritt hätten das Pfund gestützt, sagten Devisenhändler. Blair hält eine Volksabstimmung über den Beitritt seines Landes zum Euro noch während seiner Amtszeit für möglich.



© 2003 Financial Times Deutschland


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