Zürich (AWP/sda) 28.März 2006- Das Unternehmen unter der Unaxis Holdin AG ist 2005 nach
einem positiven zweiten Halbjahr in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Der
Neuausrichtung des Konzerns wird auch der Name Unaxis zum Opfer fallen: Ein
neuer Firmenname soll bis zur Generalversammlung bekanntgegeben werden.
""Der Turnaround ist geschafft"", verkündete Konzernchef Thomas Limberger am
Dienstag an der Bilanzmedienkonferenz in Zürich. Für das vergangene Jahr weist
das Unternehmen einen Gewinn von 18 Mio CHF aus, nachdem 2004 noch ein Verlust
von 372 Mio CHF resultiert hatte.
Im vierten Quartal 2005 hätten erstmals alle Geschäftsbereiche einen positiven
Betriebsertrag erwirtschaftet, sagte Limberger. Der im Sommer eingesetzte
Konzernchef sieht den Konzern bereits so positioniert, dass er im laufenden
Jahr in eine Wachstumsphase eintreten kann.
Für das Gesamtjahr resultiert wegen des tiefroten ersten Halbjahrs noch ein
betrieblicher Verlust (EBIT) von 34 Mio CHF gegenüber einem Minus von 329 Mio
CHF im Jahr davor. Die schwarzen Zahlen im Jahresgewinn sind nicht zuletzt dem
Ertrag aus dem Verkauf der Inficon-Anteile zu verdanken, der mit 62 Mio CHF
verbucht wurde.
Rückläufig entwickelt hat sich im letzten Jahr auch der Umsatz des Konzerns.
Wie bereits im Februar mitgeteilt, sank dieser von 1,85 Mrd im Jahr 2004 auf
1,61 Mrd CHF. Mit einem Umsatz von 904 Mio CHF im zweiten Halbjahr sei das
Unternehmen aber auf Kurs, sagte Limberger.
Bei Unaxis hatte im Sommer 2005 die österreichische Beteiligungsgesellschaft
Victory um die Investoren Mirko Kovats, Ronny Pecik und Georg Stumpf nach
monatelangem Übernahmekampf die Kontrolle übernommen. Kovats ist allerdings
Anfang 2006 aus der Victory ausgestiegen.
Die neue Führungsmannschaft will die ehemalige Oerlikon-Bührle nun auf ihre
Kernkompetenzen ""refokussieren"". Dazu gehört auch ein einheitlicher Auftritt
der Konzernsparten und offenbar auch ein neuer Name für den Konzern: ""Der Name
Unaxis wird verschwinden"", sagte Limberger.
Beschlossene Sache ist laut dem Unaxis-Chef auch der Verkauf der
Halbleiter-Sparte mit der ehemaligen Esec. Dies, obwohl der 2004 noch stark
defizitäre Bereich im vierten Quartal 2005 wieder einen positiven
Betriebsgewinn aufweisen konnte. Aus dem Verkauf erwartet Unaxis einen Erlös von
mindestens 600 Mio CHF.
Auch der Bereich Datenspeicher (Data Storage Solutions) konnte bei stark
geschrumpften Umsatz im letzten Quartal in die schwarzen Zahlen zurückkehren.
Unaxis sehe sich hier im Hinblick auf die Einführung der neuen
Massenspeicherformate ""Blue Ray"" oder HD-DVD ""blendend positioniert"", sagte
Limberger.
Grosse Hoffnungen setzt Unaxis zudem auf den Solarbereich, wo man über eine
siliziumarme Technologie verfügt. Der Geschäftsbereich Dünnschichttechnologie
(Coating Services) sowie der Vakuum-Bereich (Vacuum Solutions) sollen mit
Zukäufen ausgebaut werden.
Für das laufende Jahr will Limberger ein Wachstum beim Umsatz und beim Gewinn
von 15% erreichen. Beim Auftragseingang sei das Unternehmen ""über Plan"",
sagte der Konzernchef. An der Börse wurden die Jahreszahlen gut aufgenommen:
Der Aktienkurs stieg bis am Nachmittag um 2% auf 331,25 CHF.