Die positiven Konjunktursignale mehren sich

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Die positiven Konjunktursignale mehren sich

 
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US-Wirtschaft auf dem Weg der Besserung - Märkte erwarten gespannt Rede von Fed-Chef Alan Greenspan



Berlin - Die Börsianer stehen derzeit scheinbar im Bann neuer Unternehmensdaten. Kaum anders lässt sich erklären, dass die jüngsten guten Nachrichten von der Konjunkturseite auf dem Parkett kein Echo finden. So ist der Index für die US- Frühindikatoren im Dezember 2001 im Vergleich zum Vormonat um 1,2 Prozent auf 111,4 Punkte geklettert. Dieser Anstieg kommt einem Durchbruch gleich. Denn nun hat sich das Konjunkturbarometer, das zehn Indikatoren wie Geldmenge, Aktienkurse, Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, Verbrauchererwartungen und Industrieaufträge bündelt, drei Mal in Folge aufwärts bewegt. Und dies weist mit einiger Sicherheit darauf hin, dass die Wirtschaftsleistung in den kommenden drei bis sechs Monaten zulegen wird. Das ersehnte Ende der Rezession scheint somit greifbar nahe.

Doch auch wenn diese Botschaft an den Aktienmärkten nicht mit Jubel aufgenommen wurde - heute wird Konjunktur an der Börse wieder das Top-Thema sein. Schließlich steht erneut eine Rede von US-Notenbankchef Alan Greenspan auf der Agenda. Dieses Ereignis könnte auch ein Grund für die Zurückhaltung an den Märkten sein: "Das Warten auf den Fed-Chef bremst", sagt David Milleker, US-Analyst bei der Dresdner Bank. Im übrigen hätten die Börsen schon vieles von der Konjunkturerholung vorweg genommen. "Damit sind sie allerdings auch auf der richtigen Spur", betont er.

Mit seiner Meinung, dass sich das Bild der US-Wirtschaft immer deutlicher bessert, steht Milleker nicht allein. "Die meisten US- Frühindikatoren weisen inzwischen auf eine Wende hin", bestätigt Barbara Lambrecht, US-Expertin im Economic Research Team der Commerzbank. Als besonders positiv werten viele Fachleute den Anstieg des US-Einkaufsmanagerindex (ISM, früher NAPM). Das Barometer, das auf der Basis von Unternehmensumfragen berechnet wird und als guter Vorlaufindikator für die Industrieproduktion gilt, war von 44,5 Punkten im November 2001 auf den Dezember-Wert von 48,2 und damit sogar über das Vor- Terror-Niveau von 47,9 gestiegen. "Eine Marke von 42,7 bedeutet gesamtwirtschaftliche Stagnation, und jetzt liegen wir deutlich darüber - ein sehr gutes Zeichen", sagt Lambrecht. Eine "signifikante Besserung" macht sie auch bei der Konsumentenstimmung aus. So geben sowohl der Index der Universität von Michigan als auch der des Wirtschaftsforschungsinstituts Conference Board positive Signale.

Doch nicht nur die Stimmungsumfragen, auch "harte Faktoren" stützen den Optimismus. Dresdner-Experte Milleker weist vor allem auf den Rückgang der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe hin sowie den deutlichen Abbau der Lagerbestände. Letzterer wird sich seiner Ansicht nach schon im ersten Quartal in einem Anziehen der Produktion niederschlagen. "Allerdings muss dies schnell zu einer Wende am Arbeitsmarkt und Einkommenssicherheit führen, sonst gibt es die Gefahr, dass der private Verbrauch doch noch einbricht", warnt er vor einem anhaltenden Risiko für die Konjunktur.

Allzu große Erwartungen sind nach Ansicht der Experten sowieso weiter fehl am Platze. "Wir werden einen im historischen Vergleich relativ flachen Aufschwung sehen", sagt Milleker. Normalerweise breche der private Verbrauch in einer Rezession ein und "powere" später den Aufschwung. Ungewöhnlicherweise sei er in der aktuellen Abschwungphase jedoch recht stabil geblieben. Somit fehle der Motor für eine kräftige Aufwärtsbewegung. "Vor diesem Hintergrund ist der Dow Jones auf seinem derzeitigen Niveau auch fundamental fair bewertet", so Milleker.

Nichtsdestotrotz könnte Alan Greenspan die Kurse heute antreiben, indem er die Zinssenkungsfantasien auffrischt. "Wegen des positiven Datenflusses halte ich das aber für unwahrscheinlich", sagt Patrick Franke aus dem Commerzbank- Team. Die Mehrheit der Volkswirte geht indes von einem weiteren Zinsschritt zum Monatsende aus. "Die Fed", begründet Dresdner- Fachmann Milleker, "will bestimmt auf Nummer Sicher gehen.

Gruß Kostolmoney


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