Laut einer Analyse von IHS Solar liegen die Produktionskosten von Solarworld nur noch 0,13 $/W bzw. 22% unter den der Chinesen. Die Chinesen kommen im Schnitt auf 0,47 $/W während die Europäer und Japaner auf 0,60 $/W an Produktionskosten kommen.
Dass die Chinesen nach wie vor aber doch deutliche Produktionskostenvorteile haben liegt nach IHS solar an folgenden Gründen:
- Skaleneffekte: In China liegt die mittlere Fabrikgröße bei 1.430 MW (die größte liegt bei 3.200 MW), während sich die mittlere Fabrikgröße der Europäer und Japaner bei lediglich 355 MW bewegt (Solarworld hat hier die größte Fabrik mit 640 MW). Nach Berechnungen von IHS Solar sind die Skaleneffekte der größte Produktionskostenvorteil für die Chinesen und macht immerhin 0,07 $W bzw. die Hälfte der Produktionskostenvorteile aus.
- niedrigpeisigere Lieferanten: Die dazu gekauften Materialien der China-Solaris wie z.B. Solarglas sind laut IHS Solar rd. 30% günstiger wie bei Solarworld und Co
- die China-Solaris produzieren und verkaufen großteils nur Standardprodukte (81%), während bei Solarworld und Co das Produkt/Produktionsportfolio deutlich größer ist und das geht natürlich auf die Produktionskosten. Auf der anderen Seite bekommt damit z.B. Solarworld natürlich auch einen höheren Verkaufspreis wie z.B. mit den Glas/Glas-Modulen.
Allzu weit weg ist Solarworld von den reinen Produkuktionskosten nun wirklich nicht mehr und wenn man miteinbezieht, dass Solarworld viel näher an ihren Hauptmärkten (USA und Europa) produziert wie die Chinesen, dann spart Solarworld ein richtigen Batzen an Transportkosten (ca. 0,03 $/W), das Working Capital ist logsicherweise damit geringer, denn die Chinesen müssen ihre Module erst mal so 4 Wochen mit einem Schiff transportieren lassen bis es in den USA ist und Solarworld muss kaum teures Währungsheding betreiben, dann dürfte Solarworld bei den Gesamtkosten allenfalls noch so 0,06 bis 0,08 $/W oder 10 bis 15% über den Kosten der Chinesen liegen. Denke damit kann Solarworld mit den Labels "Made in Germany" und "Buying USA" sehr gut leben. Zumal Solarworld mittlerweile gg. den Chinesen zwei große Vorteile hat, man hat zum einen ein weitaus größeres Produktportfolio und Solarworld ist von der Wertschöpfungskette vertikal nahezu zu 100% integriert was die Chinesen mittlerweile längst nicht mehr sind, da sie keine Kredite mehr bekommen für den Fertigungskapazitätsuasbau. Es wird zwar von den Chinesen in recht billige Modulfertigungskapazitäten investiert, aber die Zellfertigungskapazitäten werden kaum den neuen Modulfertingungskapazitäten mit angepasst. Die größte Lücke ist aber bei den China-Solaris bei den Wafern entstanden. So muss z.B. eine Trina Solar rd. 60% ihrer Wafer teuer dazu kaufen. Jinko z.B. muss rd. 40% ihrer Zellen teuer dazu kaufen.
Hier der Link dazu:
www.pv-magazine.de/nachrichten/details/...uropische_100022750/
Kaufen würde ich aber Solarworld derzeit trotzdem nicht. Aber was nicht ist kann ja noch kommen, denn ich bin schon recht optimistisch, dass Solarworld die Kurve kriegt und zwar nicht wie ein Trabbi, sondern schon wie ein DTM-Tourenwagen. Aber erst muss das ledige Thema Hemlock vom Tisch, denn das ist der Kursbremser schlechthin meines Erachtens nach.