mal ein paar Gedankenanstöße zum Thema iWatch und Wearables und den vorhergesagten Geschäftspotenzialen, etc.pp., die sich nach Meinung vieler daraus ergeben und auch bei Dialog niederschlagen könnten.
Bewusst mal nur aus meiner Sicht eines echten Users gedacht und nicht aus der eines iJüngers oder Aktionärs oder Analysten. Denn ich und ebenso mein privates Umfeld, benutzen schon elektronischen Spielkram, der zumindest in diese Richtung iWatch/Wearables geht und insofern liegen auch Erfahrungswerte (user experience) und Wünsche (customer needs) vor.
Ich/wir verwenden seit Jahren ähnliche Geräte (Polar, Garmin Forerunner) für Trainingszwecke, bzw. für alltägliches selfmonitoring.
Wenn es ein Gerät gäbe, was all das kann, was ich bisher bei all den Teilen vermisse (gerne hätte), dann würde ich durchaus 1.500,- Euro oder mehr dafür ausgeben.
Dabei wäre für mich "form follows function" oberstes Credo, nicht umgekehrt. Das spricht nicht gegen apple, aber auch nicht dafür. Der Focus liegt woanders als etwa bei einem Status-, Ego-, und Muss-ich-(auch)-haben-Produkt (iPhone) oder Alltags- Jedermannprodukt (billige Androiden).
Eine Uhr, die exakten Pulsmesser ohne Brustgurt kann, die Sauerstoffsättigung des Blutes und Bewegung (Schritte) über den Tag, uvm. misst und analysiert wäre toll. Aber nur mit einer Akkulaufzeit von mindestens einer Woche (wenn Dauergebrauch als Uhr und health Begleiter) und ohne ein Smartphone mitschleppen zu müssen (kein echter Läufer schleppt so ein schweres störendes Teil am Oberarm beim Laufen mit). Ein paar weitere Features für sportlich aktive Menschen und für Freizeitsportler müssten dann auch noch dabei sein (Ausführungen dazu spare ich mir hier mal, ich laufe ca. 2000 km und crossradle ca. 5000 km p.a. und weiß, wo "der Schuh drückt")
Bisher nutze ich neben Garmin Connect immer noch eine Excel-Tabelle für meine Trainingsplanung und –analyse, weil es nichts Besseres (und gleichzeitig einfacheres) gibt, das ich voll und ganz für mich und meine Interessen individualisieren kann.
Die Garmin Forerunner als Sportuhr ist schon ganz gut, aber kann prinzipbedingt keine exakten Momentangeschwindigkeiten liefern, da das mit GPS halt nicht funktioniert, dafür braucht man dann noch extra einen über Funk mit der Uhr verbundenen Beschleunigungssensor auf dem Schuh (oder Radsensor beim Rad). Pulsmessung funktioniert mit einer Pulsuhr auch nicht immer so gut wie auf dem Prüfstand beim Sportarzt, Fehlmeldungen je nach Brustgurtlage und Hautleitfähigkeit und Mensch kommen vor und Brustgurt ist nicht gerade komfortabel. Blutdruckmessung geht bisher mobil gar nicht. Und Sauerstoffgehalt des Blutes geht auch noch nicht einfach durch ne Uhr. Angeblich soll die immer wieder durch Foren geisternde MS Smartwatch dies können durch innen direkt auf dem Puls aufliegende Bauform der Uhr mit entsprechenden Sensoren für die Pulsader. Wäre so auch beim Laufen super abzulesen, da man den Arm dann nicht verdrehen müsste. Besser wäre nur ein Display in der Kontaklinse. Bis das mal soweit ist lebe ich aber vermutlich nicht mehr :-(
Und selbst wenn das alles top ginge, braucht es immer noch KnowHow für die Interpretation der Daten. Und Leute, die diese Infos wollen und brauchen und was damit anfangen können. Also meiner Meinung nach ist das kein Massenmarkt bis jetzt.
Dann mal zum Wearable, dem Vivofit. Sehr nettes schönes Teil, findet meine Frau jedenfalls. Mit unterschiedlich farbigen austauschbaren Armbändern zu Klamotten passend zu tragen. Hat sogar ne Daueranzeige für die Uhrzeit, also auch und prioritär schon wie eine richtige Uhr im Alltag zu nutzen. Zudem mit Batterie ausgestattet, die etwa ein Jahr läuft, also auch insofern schon als Uhr geeignet, wer will dauernd Akku laden oder ohne Uhrzeit sein, weil gerade mal wieder Akku leer.
Das Teil kann aber auch Schritte, Kalorien und Schlafverhalten u.a. aufzeichnen. Meldet auch zu wenig Bewegung. Alles auch schön über Smartphone oder noch besser per Webbrowser und Garmin Connect zu monitoren, analysieren und auszuwerten. Die Angaben zu Schritten und Kalorien passen sogar mit einer erstaunlich geringen Unschärfe, sofern man nicht radelt oder schwimmt und sich nur liegend, sitzend, stehend, gehend, laufend bewegt. Natürlich kann man an Garmin Connect noch Daten einer passenden Waage liefern und auch Daten für die Essensaufnahme über eine App auf dem Smartphone erfassen (z.B. 5 Rühreier mit Schinken und 3 Brötchen zum Frühstück, 1 Schnitzel mit Pommes doppelt rot/weiß mittags, 1 Eisbecher mit Sahne nachmittags, 3 Cheeseburger und eine große Cola abends, 1 Chipstüte und ne 3oo gr Familienpackung Haribos beim TV und zuletzt dann noch 1 Stück Wurst in 3 Goudascheiben gewickelt aus dem Kühlschrank um Mitternacht, weil man so ganz ohne Energie im Leib dann doch nicht durchschlafen kann). Für aktive gesundheitsbewusst lebende Menschen ideal, also fast für alle.
Aber um wieder zur Praxis zurück zu kommen, meine Frau nutzt jedenfalls das Vivofit schon seit Monaten, springt manchmal beim TV abends auf (besonders wenn ich gerade was im TV mitkriegen will), um dann 3 Mal die Treppe in Studio hoch und runter und durch Küche und Wohnzimmer ne Runde zu laufen, wenn das Ding zu wenig Bewegung signalisiert, bis es dann wieder Ruhe gibt.
Naja, das Vivofit mit meiner Garmin Forerunner kombiniert, wäre schon mal ein Teil das mir gefiele, aber es müsste dennoch noch mehr können(s.o.).
Wie auch immer, viele aus unserem Bekanntenkreis ("auch haben wollen"), die sich das Vivofit auch angeschafft haben, haben es nach ein paar Tagen zurück gesendet oder irgendwann abgelegt.
Es ist eben ein Teil für eine begrenzte Nutzergruppe und nicht für den Massenmarkt.
Und wenn wir das Ganze auf den Health Care Bereich ausdehnen wird es auch nicht besser. Kein Arzt wird mit solchen Teilen aus der Ferne seine Patienten betreuen, Medikamente danach dosieren, etc.
Natürlich gibt es jede Menge Anwendungen, aber dann als medizinische Geräte, klinisch getestet, Freigabe durch Behörden oder Krankenkassen als Heilmittel, usw.
Natürlich sind die Teile für social networking super geeignet, rein technisch. Alles in Garmin Connect Erfasste kann man natürlich auch posten, also über Garmin Connect oder Facebook der Welt und dem Erdkreis mitteilen, wenn man denn will. Statt Selfies und Fotos in allen Lebenslagen weiß dann jeder, was man gesportelt hat, was man wiegt, gegessen hat, wie Puls und Blutdruck sind, usw. Bestimmt kommt irgendwann auch noch der Cholesterin- und PSA-Wert, Oxytocin-, Testosteron- und Blutzuckerspiegel und Anzahl und Qualität des Stuhlgangs dazu.
Naja, ob das wirklich jeder mitteilen und teilen will. Beim Gewicht (BMI) und der Fitness werden das viele schon nicht wollen, ist nicht so prickelnd den Wampenstatus und Kurzatmigkeit zu posten, oder?
Also bis jetzt sehe ich persönlich nur aus der Ankündigung einer iWatch oder anderer ähnlicher Teile noch keinen Massenmarkt erwachsen, der in den Preisen, Stückzahlen und der schnellen Umschlagsgeschwindigkeit (iWatch 1, iWatch 2, iWatch 3, usw.) und zwingenden Ersatzbedürftigkeit (jedes Smartphone wird immer durch ein Smartphone ersetzt, außer im Todesfalle des Nutzers) und den Margen auch nur annähernd dem iPhone (oder teuren Androiden) gleichkommt.
Wenn natürlich irgendwas Geniales gelingt, was alles Bisherige revolutioniert, dann kann das anders sein. Aber nur auf Ankündigungen geheimnisvoller Uhren oder neuer Wearables, die sich derzeit eher zu billigen Wegwerfartikeln ähnlich wie Modeschmuck entwickeln, gestehe ich persönlich Dialog jedenfalls kein höheres KGV ins Blaue hinein zu. Vielleicht liefert ja ein anderer das nächste geniale Teil, bzw. dessen Komponenten, vielleicht wird auch die iWatch ein Knaller. Aber per heute könnte ich genauso gut würfeln, wenn ich überwiegend auf solch eine Erwartung hin Geld investieren wollte.
Bin gespant, was da noch kommt und was sich wirklich durchsetzt und was nicht und was davon wirklich bei Dialog im Kurs landet.