Es ist wirklich nicht schwer zu erkennen, dass sowohl die europäischen als auch die gesamt-weltwirtschaftlichen Zusammenhänge komplex sind. Wie hilft nun diese nicht ganz neue Er-
kenntnis weiter? Überhaupt nicht!
Jeder weiss, dass es sich um eine Vertrauenskrise der Märkte handelt.
Schon wieder so ein Unwort - die Märkte -. Wer ist das, wo wohnt der und was interessiert ihn?
Die Märkte sind nicht die Ratingagenturen, nicht die Politiker, nicht die Regierungen, nicht die Analysten, nicht die Banken und nicht das Kapital der Großlobbyisten. Das alles sind nur Buchhalter und Verwalter, bestenfalls Manager, aber sicherlich keine hanseatischen Kauf-leute.
Die Märkte sind die Massen von Klein - und Mittelverdienern. Denen ist die Lust vergangen sich jeden Tag alle möglichen Lügen, gesteuerten Nachrichten, Fehlinformationen usw. anzu-hören und anzusehen und sich zudem noch geistgefährdende Publikationsmittel und Fernseh-programme andrehen zu lassen, die den Versuch unternehmen auch noch den letzten Funken eigenes sinnvolles Denken zu vernichten.
Diese Massen, die Bevölkerungen, haben kein Vertrauen mehr. Diese Massen wissen, wie ihr tägliches Leben tatsächlich aussieht und wie wenig Geld sie zum Konsum zur Verfügung haben. Diese Massen können mit den aufgesetzten, die Bevölkerungen teilweise gar ver-höhnenden Lächeleien nichts mehr anfangen und sind dankenswerter Weise so mündig geworden, dass sie sich über die Experten gleich welcher Farbe nur noch lustig machen. Die Massen haben sich eingerichtet und werden sich weiter einrichten. Der Antrieb der Massen bleibt so lange aus, solange die Verlogenheit andauert. Die Masse ist klug und widerstands-fähig. Sie hat immer alles überlebt, weil sie leiden kann. Die Masse wird auch diesmal überleben und sich für eine neue Zeit regenerieren. Die Märkte werden sich also solange nicht erholen, solange die Massen nicht konsumieren, finanzieren und organisieren und damit wieder das Vertrauen in ihre eigenen Handlungen finden können.