Es ist genau der Faktor, der UPS und FedEx dazu geführt hat, dass sie schon vorab bekannt gegeben haben, dass sie das Wachstum von Amazon usw. nicht mitmachen/mitgehen werden. Das Beispiel von UPS zu Weihnachten, die über 100 Mio. Dollar zur Bewältigung der Paketflut ausgeben mussten (und zwar genau wie die Post jetzt ohne das Porto zu erhöhen !), soll sich nicht wiederholen. Genau das ist bei der Post anders. Sie hat sich auf die Fahne geschrieben, dass sie dieses Wachstum mitmachen wird und entsprechend auch selbst organisch wachsen wird. Gleichzeitig wird sie viele Marktanteile gewinnen, eben weil alle anderen das Wachstum so nicht mitmachen.
Doch das kostet Geld. Geld, das in der Vorlage zuerst ausgegeben werden muss, bevor es die Händler über die steigende Paketmenge wieder bei der Post einfahren lassen. Negative Begleiterscheinungen wie mehr Aushilfspersonal bei Grippewellen sind damit aber auch gesteigert. Ich musste hier wieder lesen, dass die Post angeblich das Wachstum von Zalando nicht mitmacht. Lächerlich !
Derartiges Wachstum des Marktes beruht natürlich nicht auf einer steigenden Paketflut, die der Verbraucher abschickt, sondern auf die, die die Internethändler absenden bzw. zurückgesandt bekommen.
Die vertraglichen Vorboten des großen Einstiegs der Post in den USA entstammen einem quasi Hilferuf von Amazon, die für ihre steigenden Paketmengen keine anderen Vertragspartner mehr finden, so dass sie die Post aus Deutschland holen (müssen).
Die Tatsache, dass die Post dabei handwerkliche Fehler macht, in dem sie ihre Ausgaben gar nicht über die Preise zumindest befristet wieder ausgleicht, haben eben zu dieser Schieflage im Paketbereich geführt.
Die Post sollte gerade im Umgang mit ihren Großkunden beachten, dass sie für deren Wachstum schon fast der Monopolanbieter geworden ist, der alleine die Volumen übernehmen kann. Da kann man entsprechend auch von diesen Händlern zumindest einen kleineren Teil der Kosten vorübergehend einfordern. Da dieses Wachstum sich wie eine Aufwärtsspirale fortsetzen wird, werden sich diese Umstände sogar noch verstärken. Und das bedarf einer rechtzeitigen Preisanpassung (nach oben wie nach unten, wenn die Kosten eingefahren wurden), denn auch dabei wirke der Zinseszinseffekt, der die Kosten exponential mit dem Wachtum stgeigen lässt.
10% Wachstum von 100 Mio. Paketen benötigen weit weniger Kosten als 10% von 1 Milliarde Paketen. Und erst recht von 10 Milliarden Paketen. Besonders dann, wenn man im Markt als einziger dieses Wachstum mitmacht und diese Summe alleine bewältigen muss. Aber genau das ist für uns Anleger der Moment bei einem sich aufbauendem Monopolisten investiert zu sein. Hier ist ein konzerninterner Druck entstanden, der sich über viele Bereiche ersteckt. Vom Personal über die Stützpunkte bis hin zu den Autos. Alles wird ständig steigend mehr benötigt.
Um das auszugleichen muss man auch die Einnahmen anpassen.
Alles Gute
Der Chartlord
P.S. Zweifler brauchen sich nur die Frage stellen, wen Amazon oder Zalando beauftragt, wenn die Post das Wachstum auch nicht mitmachen würde.