Es sind nicht die Shorties. Die hatten die Gewinne vom Montag mitgenommen und sind nicht wieder eingestiegen. Es sind nicht die langfristigen Anleger. Die sind entweder satt oder warten die Abstimmung ab.
Es sind die mittelfrisitgen Fonds.
Sie sind es, die entweder eher am kurzfristigen Ende (mehr als 3 aber weniger als 6 Monate) agieren und nicht das extrem gute erste Quartal auf die nächsten Quartale übertragen und entsprechend hochrechnen, sondern das als Einmalausrutscher bewerten und deswegen die Post massiv verkaufen. Die anderen sind die mittelfristigen Anleger, die eher am längeren Ende (mindestens 6 bis 24 Monate) ausgerichtet sind. Sie sehen das Wachstum der Post als beständig an und rechnen das schon auch auf das Jahr 2017.
Da diejenigen, die jetzt verkaufen, schon seit Februar eingestiegen waren, besteht die Möglichkeit doppelt Kasse zu machen, weil viele davon mit den Puts zum Verfallstag Kasse gemacht haben und jetzt vor dem Brexit und vor den Zahlen die Post ganz abstoßen. Das wird noch einige Zeit so andauern.
Damit ist aber der Weg frei für eine noch längerfristige Anlegerschaft bei der Post.
Dazu reichen bereits ganz unterirdische Wachstumszahlen aus, weil diese bereits für das Erreichen der Strategie 2020 ausreichen.
Das wird sich ändern, wenn die Post die nächsten Zahlen vorlegt.
Nur eine Gewinnwarnung würde das verhindern.
Entsprechend ist auch die heutige Bewetung von UBS, die klar unterschwellig auf die fehlenden Zahlen für eine mögliche Jahresprognose hinweist.
Das Problem ist, dass die Post mit dem ersten Quartal und ohne Wachstum in den anderen Quartalen 2016 bereits auf 201 Cent EpS kommt. Bleibt es bei einer derartig hohen Steigerung, so müssen ganz andere Ziele ausgegeben werden.
+15 Cent im ersten Quartal sind schon vorhanden, dazu mögliche +10 Cent im zweiten und im dritten Quartal und sogar +20 Cent im vierten Quartal will kein Fond mit relativ kurzen Ausrichtungen riskieren. (Rekordergebnisse wie im ersten Quartal liegen noch darüber) Da gibt man lieber alles unter günstigen Umständen (2X Kasse) ab. Die anderen Anleger warten da ruhig ab, wobei die langfristigen Anleger wegen der steigenen Dividende auch schon für 2018 und 2019 grobe Peilungen nach den nächsten Zahlen vornehmen werden. Die werden dann die Dividendenentwicklung für 2016 bis 2019 einpreisen. Und das wird um so heftiger je tiefer diese Anleger eingestiegen sind.
Ich hatte schon bei den Zahlen des ersten Quartals viel zu tief gestapelt, aber werde das bei meinen Erwartungen zumindest auch für das zweite Quartal beibehalten. Daher sehe ich nur je 4% Wachstum für 2015 und 2016 kommen. Das wären 43 Cent. Aber selbst das wären 100 Cent im ersten Halbjahr. Dann müsste schon Verlust für das zweite Halbjahr erwirtschaftet werden um die 200 Cent zu erreichen.
Nur das ist realitätsfremd; und bedeutet, dass noch viel Platz nach oben vorhanden ist, den die Post einnehmen wird.
Schon die Zahlen von Zalando werden zeigen, wohin die Richtung geht.
Alles Gute
Der Chartlord