Die neuesten Meldungen zur Post in Sachen Geschäftsfelderweiterung haben mich aufhorchen lassen. Ich bin bislang entsprechend der Nachrichtenlage davon ausgegangen, dass die vorerst letzte Investition in Indien stattgefunden hat. Dem wird nicht so sein. Die nächste ist bereits in die Wege geleitet in Liberia. Obendrein sind in dieser Woche 7 neue strategische Anlaufpunkte in Afrika im dualen Transportmittelnetz von See- und Luftfracht eingerichtet worden. Damit hat die Post langfristig vorgreifend die wirtschaftliche Entwicklung des ganzen Kontinents im Fadenkreuz. Diese Umschlagplätze sind so frühzeitig in Beschlag genommen worden, dass rechtzeitige Erweiterungen umgesetzt werden können. Noch hinkt der afrikanische Kontinent in der Wirtschaftsentwicklung den anderen Kontinenten hinterher, hat aber dennoch riesige Wachstumsmöglichkeiten vor sich. Wer zuerst kommt, liefert zuerst. Das dürfte das Motto der Post sein, die vor allen Konkurrenten bereits in Asien und demnächst auch in Indien ihre Netze eingerichtet hat, und jetzt schon vor der ersten grossen Industrialisierungswelle die Planungen für Afrika umsetzt. Damit sind zwar noch keine direkten Grossinvestitionen verbunden, haben aber bereits dafür die Wege geebnet. Das Umsatzwachstum des Konzerns wird damit deutlich längerfristig andauern. Die prozentualen Marktanteile werden ebenso ständig zunehmen, da der Expansionsvorsprung gerade in den noch nicht so weit entwickelten Ländern sehr gross ist. Man darf nicht vergessen, dass bei dem Aufbau einer modernen Gesellschaft gerade die ersten Jahre des Aufbaus entscheidende Bedeutung haben. Diese Jahre stehen in Afrika genau in den neu erschlossenen Bereichen bevor. Es ist dann vor allem der Imagevorsprung der fast nicht mehr aufzuholen ist, wenn die Post gerade in den "Gründerjahren" den wirtschaftlichen Ausbau und den Aufschwung begleitet. In dieser Zeit ist es der Aufbau der örtlichen Wirtschaft und ihre Expansion, die für eine paralelle Expansion der Post sorgt. In vielen Bereichen erfolgt gerade dort in Afrika der Aufbau aus dem nichts, und dementsprechend viele Güter müssen erst einmal dorthin geschafft werden. Dieser Prozess ist in Asien schon weitestgehend abgeschlossen und damit auch die Investitionstätigkeit der Post. Hier wird das nicht mehr so starke Wirtschaftswachstum dennoch jetzt erst die getätigten Investitionen in höhere Ertragsbereiche als bisher führen, da der Investitionsanteil dort abnimmt. Das war bislang noch nicht ausreichend in der Geschäftsentwicklung der Post kompensiert worden. Das wird sich jetzt ändern. Der Ertragsanteil wird deutlich zunehmen, da die ausgebauten Regionen jetzt ohne die Belastungen der Investitionen wirtschaften und die bisherige Vorlage der Post ausgleichen. Damit ist jedoch nicht das Ende der Investitionen erreicht. Diese finden jetzt woanders statt aber werden von den Erträgen der vormaligen Investitionen getragen. Ich bin gespannt wie sich das auf die Zahlen auswirkt. Ich erwarte ohne besondere Einflüsse, dass die Investitionen sich im Laufe der nächsten 5 bis 6 Jahre wieder eingebracht haben, was bei den 200 Mio. in Shanghai alleine 30-40 Mio. Euro jährlich ausmachen dürfte - dabei ist das regionale Wirtschaftswachstum noch nicht enthalten. Die Entwicklung in Indien hängt dem etwa 1 bis 2 Jahre hinterher. Und in Afrika wird es noch etwas länger dauern, wobei zwischen den einzelnen Ländern sehr grosse Unterschiede bestehen. Die Erwartung des Vorstandes auf etwa 3,5 Milliarden Euro bis 2015 im EBIT zu errreichen ist unter diesen Umständen noch eine zurückhaltende Einschätzung. Man darf nicht vergessen, dass Investitionen, die fast ohne Konkurrenz getätigt werden selbst in geringeren Volumina bereits eine entsprechend höhere Auslastung vorweisen und somit den Vorsprung gegenüber anderen Unternehmen auch noch vergrössern. Da der Umfang des Wachstums der Post schwerer vorherzusagen ist als die Dauer, heisst es für mich ganz einfach auf Zeit zu setzen, also den Rahmen festzulegen, in dem ich die andauernde Expansion erwarte. Das ist jetzt ein Zeitraum von Strategie 2015 plus 5 Jahre also 2020.
Schon die nächsten Zahlen werden das Umsatzwachstum des dritten Quartals bestätigen. Das ist der Boden aus dem die Erträge wachsen werden.
Guten Morgen
Der Chartlord
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