Vielleicht interessiert es jemanden
Ein Grund, weshalb die europäischen Großbanken, die nach IFRS bilanzieren gegenüber den US-Banken, die nach US-GAAP bilanzieren, so geringe Eigenkapitalquoten aufweisen, liegt an den Saldierungs- und Verrechnungsvorschriften (netting und offsetting) nach US-GAAP (ASC 210-20 “Balance Sheet – Offsetting” bzw. ASC 815-10 “Derivatives and Hedging – Overall” (previously known as FIN 39 and FIN 41).
Dies stellt ein erheblicher Wettbewerbsnachteil der Banken, die nach IFRS bilanzieren, dar. Zumal US-Investoren wohl oftmals auch ausschließlich mit ihrem US-GAAP Regelwerk vertraut sind. Die geringen EK-Quoten dürften viele irritieren.
Ein Beispiel mit Auswirkung auf die EK-Quoten gibt es bei Prof. Sidiropoulus
www.kalaidos-fh.ch/de-CH/Blogs/Posts/2013/...ich-size-matters
Analyse zu den Auswirkungen bei JP-Morgan aus 2012, wenn Sie nach IFRS bilanzieren würden:
"...In contrast, reporting under U.S. GAAP, J.P. Morgan’s total assets amounted to US$2,032 billion, of which only 4 percent (or US$80 billion) were derivatives. Furthermore, should J.P. Morgan have to report under IFRS, they would have reported US$1,485 billion of additional assets."
Source: ISDA, Netting and Offsetting: Reporting derivatives under U.S. GAAP and under IFRS
Die EK-Quote läge bei JP Morgan unter Berücksichtigung der Saldierung und Verrechnung von Derivaten und der Off balance Transaktionen deutlich unter 10 Prozent. Die derivative netting adjustments beliefen sich 2017 auf 493 Mrd. USD bei JP Morgan (JP Morgan, Geschäftsbericht 2017, Seite 160)