@ break_even: Voraussagen kann man nichts. Aber man kann fundamentale Feststellungen mache. Wenn ich fundamental unterwegs bin und vorsichtig kaufe, weil ein Wert gerade anhand gängiger Kennzahlen unterbewertet ist, dann ist es logisch, dass dieser Wert irgendwann angepasst wird. Bei soliden Unternehmen, die anhand von Zahlen leicht zu bewerten sind, kann man damit relativ sicher gutes Geld machen, wenn man die Akribie mitbringt, die ein Warren Buffett hatte.
Anders ist es jetzt, da wir uns in einem spekulativerem Bereich befinden. Die jetzigen Kurse sind (teilweise mehr als) fair. Zu einem Valueinestmentpreis à la Warren Buffett kommt man jetzt nicht mehr in den Markt. Jetzt zählen vergangenheitsbezogene Daten kaum noch, jetzt setzt man auf Werte, die noch mehr Potenzial haben, was Gewinne angeht. Logisch verhält sich die Börse dennoch, wenn Investoren und Spekulanten jetzt Geld aus bisher gut gelaufenen Titeln in die anderen umlegen, die noch nicht gut gelaufen sind.
Diese Situation gerade vernünftig zu werten, ist nicht leicht. Wäre man ein Value-Hardliner, würde man jetzt auf jeden Fall Autoaktien verkaufen, da sie anhand von Rekordergebnissen bewertet wurden, die sich schwer in die Zukunft fortschreiben lassen.
Anhand von weiterhin wohl niedriger Zinsen (geringe Festgeldeinnahmen) und Inflationssorgen (die die geringen Festgeldeinnahmen auffressen) spricht viel mehr dafür, dass der Aktienmarkt noch weiter nach oben läuft. Auch der Privatanleger wird nun über Fonds in den Markt kommen. Verabschieden würde ich mich, wenn deutsche Industrieunternehmen mit einem KGV gegen 20 bewertet werden. Davon sind wir weit entfernt. Für die starken Marken, sind KGVs von 14 noch in Ordnung.