Cerberus soll die Deutsche Bank retten
VON TIM KANNING
AKTUALISIERT AM 10.07.2018 - 12:42
Die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt: Deutschlands größtes Geldhaus möchte sich fit für die Zukunft machen. Bild: REUTERS
Die IT ist zu alt, die Kosten sind zu hoch: Um sich zu sanieren, hat die Deutsche Bank nun einen Spezialisten angeheuert. Der Name ist in Deutschland nicht unbekannt.
Der Investor Cerberus verliert offenbar die Geduld mit der Deutschen Bank. Um schneller mit der Umsetzung ihrer Strategie voranzukommen, hat die Deutsche Bank sich nun Hilfe von dessen Beratungssparte geholt, wie die Bank der Frankfurter Allgemeinen Zeitung an diesem Dienstag bestätigte. „Die anerkannte Expertise der Cerberus Operations Advisory Company wird uns auf dem Weg unterstützen, wieder attraktive Renditen für unsere Aktionäre und Investoren zu schaffen“, sagte eine Sprecherin.
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Kopf des Beratungsteams ist Matt Zames, der bis zum Sommer 2017 im Vorstand der amerikanischen Großbank JP Morgan für die Infrastrukturbereiche zuständig war. Nach Informationen der F.A.Z. hatte der Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Bank, Paul Achleitner, Zames schon als Mitglied des Aufsichtsrats gewinnen wollen. Das Beratungsmandat soll schon vor der Hauptversammlung im Mai beschlossen worden sein. Der Vorstandsvorsitzende Christian Sewing soll sich bereits mit Zames getroffen haben.
In der Deutschen Bank haben vor allem die veralteten IT-Systeme und die hohen Investitionen in deren Erneuerung die Kosten zuletzt in die Höhe getrieben. Zames soll nun dabei helfen, sie wieder zu senken und gleichzeitig die Erträge wieder anzukurbeln. Dabei dürfte der ehemalige Investmentbanker auch bei der Neuordnung des Investmentbankings der Deutschen Bank ein Wörtchen mitreden.
GELDHAUS IM UMBAU
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„Cerberus hat vielfach bewiesen, dass er Werte schaffen kann, indem er die Finanzen und die Geschäftsprozesse verbessert“, sagte ein Sprecher von Cerberus der F.A.Z. und bestätigte: „Die Deutsche Bank hat unsere Finanzdienstleister-Gruppe unter der Führung von Matt Zames als unabhängigen Berater dafür beauftragt.“
Cerberus war im Herbst 2017 bei der Deutschen Bank eingestiegen und hält nach offiziellen Angaben zwischen 3 und 5 Prozent an der Bank. Damals notierte der Kurs noch bei etwa 15 Euro, heute liegt er unter 10 Euro. In der Zeit, in der Cerberus die Bank berät, dürfte der Investor keine Handelsgeschäfte mit den Aktien machen. Cerberus ist auch Großinvestor der zweitgrößten deutschen Bank, Commerzbank, an der er ebenfalls 3 bis 5 Prozent hält.
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