und Konsum aus der Zukunft in die Gegenwart vorzuverlagern. Das Ergebnis war Wachstum, weil die Produkte und deren Konsum JETZT schon da waren, während die Kredite erst später abgezahlt wurden.
Diese Ponzi-System geht gut bis zum Tag X.
Inzwischen sind die Märkte weitgehend gesättigt sind (außer für Waren/Dienstleistungen des täglichen Bedarfs wie Nahrungsmittel, Seife, Strom, Benzin, Schnaps).
Und den Konsum trotzdem zu befeuern, haben z. B. die IT-Unternehmen der Konsum durch Hype ("neues iPhone lieferbar, jetzt vorbestellen") einen sinnlos schnellen Innovationszyklus losgetreten, der sich immer mehr den Mondphasen annähert. Um Leute in die - nüchtern praktisch schwachsinnige - Idiotie zu treiben, sich jedes Jahr ein neues Smartphone und alle zwei Jahre ein neues Notebook zu kaufen. Autofirmen (und Waschmaschinen-Hersteller) haben (vor allem) in USA dem Konsum "auf die Sprünge geholfen", indem sie Rostlauben (und sonstigen Schund, der einen Tag nach Ende der Garantiezeit streikt - geplante Obsoleszenz) produzierten. Die US-Autos (und auch manche Fiats und Renaults) waren teils schon nach fünf Jahren durchgerostet. Waschmaschinen haben heute oft Plastik- statt Metalllager, die nach zwei bis drei Jahren ausgeleiert sind oder brechen. Früher hielten Waschmaschinen bis zu 20 Jahre.
Umsatz, Umsatz, heißt die Devise, koste es was es wolle.
Die Marktsättigung bleibt trotzdem latent bestehen. Das ist mMn der Hauptgrund für die seit 2000 latente Dauerwirtschaftskrise.
Da aber Aktionäre immer noch ihr gewohntes Wachstum - scheint ja ein Menschenrecht für Aktionäre zu sein - sehen wollen, greifen viele US-AGs seit Jahren zu dem Trick, sich neu zu verschulden und dieses Geld in Aktienrückkäufe zu stecken. Die Rückkäufe treiben die Kurse hoch (oft wird sogar an ATHs rückgekauft), weil a) Geld in die Aktien fließt und b) weil sich die Zahl der umlaufenden Aktien reduziert. Der "Gewinn pro Aktie" steigt nun sogar dann, wenn der faktische Gewinn (wie seit 2009) weitgehend seitwärts läuft.
Das traurige Endergebnis ist eine schleichende Zombifizierung vieler Firmen. Geht dann auch noch das Ebita - wie jetzt durch Corona - in die Knie, sinkt wegen der hohen Verschuldung (die nicht weggeht) die Bonität dieser Firmen. Im Zuge der Corona-Krise wurde die Bonität tausender US-Firmen auf "junk" gestuft. Dies ist für viele Firmen nun existenzbedrohend.
Da das kapitalistische System aber "eigentlich wunderbar" ist bzw. sein soll, darf so etwas nicht zu Problemen führen. Die Antwort der Politik war, dass die Notenbanken in USA und Europa nun auch Junkbonds aufkaufen können. Damit werden diese Zombie-Firmen mit frischem Geld aus der Notenpresse künstliche am Leben gehalten. Die Schumpeter'sche Marktbereinigung bleibt aus. Nur der schöne Schein wird gewahrt. Bis irgendwann eben auch die Notenbanken und die Währungen zusammenbrechen.