von den Regierungen, dass sie die Flüge sogar umsonst anbieten könnten.
Tatsächlich ist die Lage bei den Airlines äußerst ernst. Viele sind von Konkur bedroht. Um diesen abzuwenden oder für sich noch das beste rauszuholen, greifen sie aber auch zu grenzkriminellen Methoden:
Lufthansa plant gerade eine Chapter-11-Pleite ("Schirmherrschaft"), bei der alle nachrangigen Anleihen wohl nicht mehr ausgezahlt werden können. Die Stewardessen und Piloten verlieren rückwirkend ihre Betriebsrenten. Fluggutscheine (Vouchers), die nach Stornierungen ausgestellt wurden - auch bei Töchtern wie Eurowings - werden höchstwahrscheinlich nicht mehr ausgezahlt.
Eurowings hat geradezu betrügerisch noch im März Tickets (z. B. nach Portugal) online verkauft, die dann angeblich aus EU-Rechtsgründen ("wir" wurden angewiesen, zuerst außerhalb Europa gestrandete Touristen zurückzuholen) storniert worden. Tatsächlich wurden die Flieger wohl nicht voll genug, so dass sich der Flug nicht mehr lohnte. Für die stornierten Tickets gab es keine Rückerstattungen, die eigentlich selbstverständlich wären, weil die Airline eine Vertragsleistung nicht erbracht hat, sondern eben diese "Gutscheine". Wenn Lufthansa unter Schirmherrschaft gestellt wird, werden diese Voucher wertlos. So verschafft man sich von gutgläubigen Kunden Gratiskredite, deren Rückzahlung dann auch noch grenzkriminell gestrichen wird.
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www.sueddeutsche.de/wirtschaft/...lufthansa-tickets-1.4891100
Warum das Schutzschirmverfahren für viele teuer werden könnte
Das Lufthansa-Management prüft mit dem Schutzschirmverfahren eine Option, die bis vor Kurzem undenkbar erschien. Es könnte drastische Konsequenzen haben.
....Das Horrorszenario "Staatskonzern Lufthansa".... so erschreckend, dass längst ein Plan B in Arbeit ist - eben das Schutzschirmverfahren. Dabei hätten Konzernchef Carsten Spohr und seine Leute zwar in einer Insolvenz in Eigenverwaltung auch nicht mehr uneingeschränkt das Sagen, sondern müssten sich mit dem Sachwalter einigen. Die Lösung hat in gewissen Aspekten aber aus Unternehmenssicht großen Charme: Lufthansa könnte sich der Pensionsverpflichtungen entledigen und (wie Condor) an den Pensionssicherungsverein auslagern. Man könnte sich leichter aus bestehenden Tarifverträgen lösen und Leasing- und Treibstoffsicherungsverträge neu verhandeln. Auch Vereinbarungen mit Lieferanten könnte der Konzern neu verhandeln und vermutlich Milliarden einsparen.
Ein riesiger Block in Höhe von mehreren Milliarden Euro wären die nicht abgeflogenen Tickets, die sich Kunden bislang im Prinzip rückerstatten lassen können. Sobald Lufthansa sich unter den Schutzschirm flüchtet, wären diese Tickets aber nicht mehr gültig, die Passagiere müssten ihre Ansprüche als nachrangige Gläubiger anmelden und würden voraussichtlich (fast) keinen Cent sehen. Politisch wäre dies auch aus Sicht der Bundesregierung heikel - sie müsste sich womöglich den Vorwurf gefallen lassen, zu große Mitspracherechte eingefordert zu haben, auf Kosten der Reisenden.