Ich glaube, die heutigen Vorgänge sind der erste Hinweis darauf, dass die Märkte selbst ins Taumeln geraten. Ich hatte ehrlich gesagt den Ölmarkt als möglichen Verursacher mal so gar nicht auf dem Schirm. Für mich war eher der Goldmarkt ein Kandidat für einen Marktzusammenbruch.
Klar sind die Märkte schon lange abgekoppelt vom Rest der Wirtschaft. Auf den Commodity-Märkten steht aber im Hintergrund immer noch die Verpflichtung zu Lieferung und Abnahme. Bei Öl scheint jetzt die Abnahme zum Problem zu werden, bei Gold könnte die Lieferung schwierig werden. Die Preise für physisches Gold koppeln sich immer weiter von den Börsenkursen in NY ab.
Was heute bei WTI zu besichtigen war, war eine lupenreine Marktpanik, getrieben von der Sorge, den vertraglichen Pflichten zur Abnahme nicht nachkommen zu können. Ich habe zunächst mal keine Vorstellung davon, wie das Dilemma zu lösen wäre. Das Fatale an der Sache ist, dass dieses Problem nicht einfach mit einer Geldinjektion zu lösen ist.
Die Vorgänge erinnern an einen kapitalen Infarkt. Die Zirkulation von Gütern und Zahlungsmitteln bricht zusammen, das ökonomische Gewebe der Volkswirtschaften wird nicht mehr mit Blut und Sauerstoff versorgt und stirbt ab.
Wir haben eine sehr komplizierte Welt erschaffen und stellen jetzt fest, wie zerbrechlich sie ist.
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