Nach dem Scheitern der Gespräche zwischen der Opec und Russland über eine gemeinsame Förderbremse will Saudi-Arabien offenbar seine Produktion hochfahren. Der weltgrößte Ölexporteur plane den Ausstoß im April auf deutlich über zehn Millionen Barrel pro Tag (bpd) zu erhöhen, meldet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf zwei Insider. Womöglich werde der Ausstoß näher an elf Millionen bpd liegen. Zum Vergleich: In den vergangenen Monaten waren es 9,7 Millionen bpd. Zugleich soll Öl billiger werden.
Der staatliche saudiarabische Öl-Konzern Saudi Aramco gab am Samstagabend bekannt, den offiziellen Verkaufspreis (OSP) für alle Sorten und alle Abnehmer zusammenzustreichen. So werde der OSP für Lieferungen nach Nordwest-Europa um acht Dollar je Barrel gesenkt.
[A.L.: Eine Erhöhung von derzeit 9,7 auf 10 Mio. bdp wäre nicht allzu viel. Außerdem soll das erst ab April geschehen. Könnte sich daher um eine Drohgebärde handeln. Die Saudis benötigen eh teures Öl für ihren aufgeblasenen Staatshaushalt. Außerdem verägern sie mit diesen Preissenkungen ihre liebsten Freunde, die Amis. Den Ami-Frackern, die 50 $ pro Fass für rentablen Betrieb brauchen, kann es egal sein,
ob Russland als Spielverderber auftritt bzw. mehr fördert oder die Saudis - oder sogar, wonach es aktuell aussieht, beide zusammen.]
Am Freitag war nach drei Jahren eine Absprache zwischen Russland und der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) zu Fördermengen im Streit aufgekündigt worden. Russland lehnte eine Drosselung der Produktion wegen der Coronavirus-Epidemie ab. Daraufhin war der Ölpreis an den Märkten gefallen....[A.L.: allein am Freitag um rekordverdächtige 10 %.]
