Italienische Staatsanleihen stehen jetzt bei "Baa3" - und damit nur noch eine Stufe über Ramsch ("Junk").
Offenbar baut die US-Ratingagentur Moody's Druck auf, um der EU-Kommission dabei zu helfen, Italiens neue Rechtsregierung auf Sparkurs zu zwingen. Diese will mit 2,7 % Neuverschuldung (EU empfiehlt höchstens 0,1 %) ihre großzügigen Wahlversprechen umsetzen - darunter Wohlfahrtsprogramme wie Grundeinkommen für 6,5 Mio. Italiener.
Es ist immer leicht, mit hochfliegenden Versprechungen Menschen, die dringend Erlösung aus finanzieller Misere suchen, an die Wahlurne zu locken. Die Umsetzung dieser Pläne ginge aber - da Italien die Kosten nicht selber erwirtschaften könnte - zu Lasten der gesamten EU-Gemeinschaft: Italien ist jetzt schon mit 130 % vom BIP verschuldet, so dass bei weiterer Neuverschuldung Rettungsaktionen wie in Griechenland nötig werden könnten.
Ich bin hier ganz auf Seiten der EU. Ausgerechnet einer Rechtsregierung sollte man nicht den Rücken stärken, indem man deren "völkische" Geschenke aus dem EU-(Rettungs-)Topf finanziert.
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Wegen der Schuldenpläne der Regierung bewertet die Ratingagentur Moody’s Italiens Bonität nur noch mit einer Stufe höher als Ramschstatus.
Die Ratingagentur Moody’s hat die Kreditwürdigkeit Italiens wegen der Schuldenpläne der Regierung in Rom heruntergestuft. Statt sich zu verringern werde Italiens Staatsverschuldung auch in den kommenden Jahren auf dem Stand von rund 130 Prozent des Bruttoinlandsproduktes bleiben, teilten die Analysten am späten Freitagabend mit.
Die Bonitätswächter kritisierten, die Pläne der Regierung in Rom verfolgten keine „kohärente Reformagenda“, die das unterdurchschnittliche Wachstum des Landes adressieren würde.
Die Finanzpläne Roms sorgen seit Wochen für Nervosität. Nun spitzt sich auch noch der Streit um den Haushaltsentwurf zwischen Brüssel und Rom zu. Die EU-Kommission sieht in den Plänen zur Neuverschuldung eine „noch nie da gewesene“ Abweichung von den Kriterien des Stabilitätspaktes.