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"Fiatgeld, Fiatschulden, etcpp.... das ist alles unendlich vermehrbar.
Schau dir deine eigenen Charts an, mein Lieber..."
Glaubst du eigentlich wirklich, dass alles unendlich vermehrbar ist, Alter Schwede? Ich gehe davon aus, dass du das Sprichwort "Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht" kennst, und dass dir die Geschichte der Marktblasen seit der holländischen Tulpenmanie einigermaßen bekannt ist. Die letzten drei Jahrzehnte zeigten eine Kette von hochgradigen (systemtheoretisch) "Aufschaukelungen mit positiven Rückkopplungen", von "Irrational Exuberance" (ein von Greenspan geprägter Begriff ), die im Wesentlichen von der Fed und der US Regierung in Gang gesetzt und fast permanent vestärkt wurden, drei Mal von "Abschaukelungen" unterbrochen. In zunehmendem Maße kamen auch die Wallstreet Medien, die großen Vermögensverwalter, Internet-"Analysten" und bezahlte Internet-"Unternehmensschönschreiber" (bzw. Aktienpusher) ins Spiel, eine enorm angewachsene Industrie von "Anheizern". Laut einer Information, die ich schon vor einiger Zeit mal gelesen habe, soll es in den USA etwa 800 "Unternehmensschönschreiber" geben.
In diesem System beißt sich quasi die Katze selbst in Schwanz, d.h. es hat sich ein Kreislauf sich immer weiter entwickelnder Gierverstärker (mentales Doping) entwickelt. Dies hat mit Keynes absolut nichts mehr zu tun, sondern mit dem Neo-Keynesianismus, der darauf abzielt, ein immerwährendes "Goldlöckchen"-Szenario zu schaffen - ein Unterfangen, das letztendlich absurd ist.
nicht nur trump würde jubeln. auch die target2 salden würden runterkommen - wenn der exportweltmeister deutschland ein leistungsbilanzdefizit ausweisen würde. also fertig mit sparen und knausern, geld verprassen wäre angesagt.
ps:
(Bilanztechnisch entspricht ein TARGET-Defizit dem Teil des Leistungsbilanzdefizits, der nicht durch private oder fiskalische Nettokapitalimporte finanziert wurde.)
de.wikipedia.org/wiki/TARGET2
Deinen Empfehlungen kann ich nicht beipflichten, Walter. Nicht nur der Export, sondern auch der Import und der Konsum brummen in Deutschland. Und es gibt nicht viele Länder mit einer solchen Preisstabilität bei Konsumwaren. Was breite Lohnerhöhungen angeht: Wenn diese tatsächlich einsetzten, würde dies wohl zwangsläufig zu Preiserhöhungen führen und Verschlechterungen in der preislichen Konkurrenzfähigkeit bei Exportunternehmen. Ich schätze, du gehst ab und zu mal in Supermärkte und Baumärkte. Sie stehen voll mit Waren, Herz was begehrst du. Noch mehr Importe, noch mehr Waren, noch mehr Konsum, noch mehr Häuslebauer mit Niedrigzins-Baudarlehen? Ich halte dies für illusorisch. Glaubst du wirklich, dass eine Erhöhung der Importe aus den PIIGS-Staaten bei diesen zu einer deutlichen Verbesserung der Zahlungsbilanz führen würden? Was haben denn diese an Waren groß zu bieten außer Agrarprodukte und Tourismus, deren Größenordnung wohl nicht mehr wesentlich gesteigert werden kann? Deutschland ist in vielerlei Hinsicht konkurrenzfähig, die PIIGS jedoch nicht - ihre Konkurrenzfähigkeit ist auf relativ wenige Produkte begrenzt.
Ich wohne in einem Ort ganz in der Nähe von Trier und rund 22 km von einem kleinen Luxemburger Städtchen entfernt, wo ich meist tanke (im Schnitt 30 Cent billiger als in Trier) und gerne im dortigen Supermarkt einkaufe, u.a. Kaffee, Spirituosen, Fisch frisch vom französischen Großmarkt, Obst und Gemüse ... . Der Luxemburger ist ein sehr anspruchvoller Konsument, und von daher sind die angebotenen Lebensmittel zwar etwas teuerer als bei uns, jedoch von höchster Qualität. Heute Morgen habe ich dort noch eingekauft, u.a. Melonen, Aprikosen und Reineclaudes (eine köstliche Pflaumenart, die es bei uns kaum gibt) aus Frankreich - von einer Konsistenz und Geschmack, wie man sie selten in hiesigen Supermärkten, höchstens in Feinkostläden (dort jedoch wesentlich teuerer als in Luxemburg), findet. Eine Melone mit Luxemburger Landschinken habe ich heute Mittag bereits mit meiner Frau genossen - das ideale Mittagsmahl bei dieser Hitze - hmmm!
@walter. eucken
"Import italienischer Lebensart - dolce far niente"? Nein, danke! U.a. diese und ein paar andere italienische Eigenheiten, insbesondere politischer Art, sind doch der Kern für vielfach mangelnde internationale Konkurrenzfähigkeit. Meine Frau und ich schätzen die Lebensart in Italien und auch in Frankreich sehr - doch nur zeitweise im Urlaub. Das war auch schon so während unserer Berufstätigkeit.
"deutschland hat seit der einführung der agenda 2010 den gürtel enger geschnallt als andere nationen. darum ist man exportweltmeister, darum die target2salden, darum giftelt der trump. es ist zeit, die produktivitätszuwächse an das volk weiterzugeben mit lohnerhöhung, arbeitszeitverkürzung, steuersenkung. das wird die produktivität zukünftig etwas hemmen und dafür aber die probleme lösen."
Ach, Walter! Deutschland ist doch keineswegs nur deswegen Exportweltmeister, sondern wohl in erster Linie, weil hierzulande global anerkannte Qualitätswaren produziert werden und die Produktivität, sprich der Output pro Arbeitnehmer bzw. die Produktionsauslastung der Unternehmen, deutlich höher ist als etwa in den USA. Im Übrigen gehört Deutschland keineswegs zu den Ländern mit den höchsten Arbeitszeiten, noch nicht einmal in der EU. Ich möchte dir einmal die Lage in Großbritannien aufzeigen, in dem ich etliche persönliche Kontakte habe und auch in den letzten Jahren schon sechs Mal war: Relativ höhere Löhne als in Deutschland, jedoch Lebenshaltungskosten, deren Wachstum höher ist als das der Löhne. Die durchschnittliche Arbeitszeit liegt keineswegs niedriger. Durchschnittliche Eigenheime, die in Größe und Ausstattung keinen Vergleich mit denen in Deutschland aushalten. Die persönliche Verschuldungsrate liegt ebenfalls deutlich höher als hierzulande. Die Tochter einer Freundin studiert derzeit in Birmingham. Für ein kleines Apartment von etwa 30 m² zahlt sie dort umgerechnet 600 Euro pro Monat. Nun ja, die Mutter kann es sich leisten! Etwas Billigeres war nicht zu finden. Ich glaube kaum, dass sich mit deinen (sorry!) "Spinnereien" die Probleme lösen lassen! Und im Übrigen bin ich der Auffassung, dass die Trump´schen Steuersenkungen ja wohl in erster Linie den Reichen zu Gute kommen. Rich president for rich Americans. "America first!" - aber in erster Linie "Trump first - Wallstreet first - big corporations first!"
Laut FRED liegt die aktuelle seit 2011 stagnierende Kapazitätsauslastung im Produzierenden Gewerbe der USA bei rund 76 %, und laut dem Bundesverband der Deutschen Industrie lag sie in Deutschland Ende 2017 bei rund 86 %. Kein Wunder, dass dies Trump quasi sauer aufstößt! Ich empfehle wärmstens die Lektüre eines Berichts der Deutschen Bundesbank von August 2017:
www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/...b=publicationFile
Bezüglich dieser Daten sehen die Amis ziemlich alt aus und nicht nur diese, sondern auch alle anderen entwickelten Volkswirtschaften, die vielfach von Staats wegen permanent gepäppelt wurden bzw. werden, insbesondere Japan. In Deutschland wurden solche Maßnahmen zwar nach der Wiedervereinigung in Bezug auf die neuen Bundesländer ergriffen, doch diese sind längst weitgehend beendet, außer dem "Soli", der eigentlich nicht mehr nötig wäre. Was z.Z. in Deutschland abgeht, mag ein Blick auf die Firma eines meiner Schwiegersöhne zeigen, die in Kooperation mit einem schwäbischen mittelständischen Unternehmen Leiterplattenspezialitäten für spezielle Produkte im Anlagen- und Maschinenbau, vor allem im medizinischen Sektor, produziert. Die Nachfrage danach aus Deutschland, Frankreich, der Schweiz und Österreich kann von beiden Unternehmen schon seit einiger Zeit nicht mehr bewältigt werden. Ein weiterer Kapazitätsausbau erscheint riskant, da in beiden Fällen neue Produktionsgebäude errichtet werden müssten und das Kontingent an entsprechenden Fachkräften recht begrenzt ist. Letzteres ist ein zentrales Problem in Deutschland: Mangel an Fachkräften und Mangel an wirklich arbeitswilligem Personal. Mein Schwiegersohn hat in den letzten Jahren schon mehrfach nach weiteren Mitarbeitern gesucht. Insgesamt neun wurden ihm vom Arbeitsamt vermittelt, doch nur einen konnte er brauchen - eine Frau. Alle anderen - Luschen.
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