www.zeit.de/politik/ausland/2017-11/...-von-eigener-politik-eingeholt
....Die Strategie [der Republikaner] wird immer häufiger angezweifelt. Eine zu aggressive Steuerreform würde von den Wählern "zu Recht als Gleichgültigkeit gegenüber der Mittelschicht und Hilfe für mächtige Interessengruppen" interpretiert, warnte der Republikaner Peter King aus New York. Eine Reform durchzubringen, die die eigenen Wähler belaste, "macht keinen Sinn". Vor allem die Konservativen im Repräsentantenhaus fürchten sich vor den Konsequenzen. 2018 stehen rund zwei Dutzend republikanische Sitze in Bezirken zur Wiederwahl. ...
Schon jetzt arbeiten die Republikaner nicht vereint an einer Durchsetzung des einstigen Reformvorhabens. Die Pläne, die der Senat am Donnerstagnachmittag vorlegte, haben mit den Vorschlägen aus dem Repräsentantenhauses aus der vergangenen Woche nur noch wenig gemein. Die bislang geplanten Steuersenkungen für Unternehmen etwa – bisher ein zentrales Vorhaben der Reformer und des Präsidenten – wollen die Republikaner im Senat plötzlich nicht mehr sofort einführen, sondern auf 2019 vertagen. Das soll die Kosten des Gesetzes verringern und sicherstellen, dass es die Grenze von 1,5 Billionen Dollar nicht überschreitet, bis zu der die Republikaner ihren Plan mit einer einfachen Mehrheit durchbringen können.
Damit aber stellen sie die Partei vor neue Schwierigkeiten. Sollte das zentrale Versprechen an die Privatwirtschaft aufgeschoben werden, könnte dies die Unterstützung einer Kernklientel kosten. Auch an anderer Stelle weicht der Senat ab. Die Abschreibungen auf die Einkommensteuer sollen wegfallen, ohne den Schritt wie von den Republikanern im Repräsentantenhaus vorgesehen mit Abschreibungsmöglichkeiten bei der Vermögensteuer aufzufangen. Die Erbschaftsteuer wiederum soll nach den Vorstellungen der republikanischen Senatoren nicht vollständig abgeschafft werden....