Es wird höchstwahrscheinlich Jerome Powell, der wie Yellen ein Vertreter lockerer Zinspolitik (dovish, mit Flutungstendenz) ist. Trump will so sicherstellen, dass die Börsen weiter steigen, um seinen dubiosen Ruhm als "Finanzgenie" zu unterfüttern.
In der Tat passt die Börsenentwicklung perfekt zu Trump. Er hat seit Amtsantritt praktisch nichts erreicht, feiert sich aber als "der Größte". Ebenso sind die Börsen seit 2014 kontinuierlich gestiegen, obwohl die SP-500 Gewinne seitdem seitwärts liefen. In beiden Fällen gibt es eine "narzisstische" Aufblasung ohne fundamentale Substanz.
Trump hätte auch bei der dovishen Yellen bleiben können. Powell ist jedoch Republikaner - der einzige Rep im Fed-Vorstand. Und ein Rep als Notenbankchef ist Trump natürlich lieber.
Multi-Millionär Powell ist bereits seit 2012 Fed-Mitglied.
Er ist gelernter Jurist, kein Ökonom, und wird der erste Fed-Chef ohne Doktor-Titel in Wirtschaft sein. Sein Vermögen (20 bis 50 Mio.) hat er als ehemaliger Hedgefondsmanager verdient. Er ist der reichste Fed-Vorstand seit Marriner Eccles (1934 - 1948).
Trump hält damit an seiner Linie feste, führende US-Politikposten mit Oligarchen (wie ihm selbst) zu besetzen. Wir sehen eine "Ukrainisierung" der US-Politik. An dieser Stelle lieber Grüße an den Schokokönig.
Powell will - was er als Jurist wohl auch gut kann - eine neuerliche Deregulierung der Finanzmärkte. D. h. er wird versuchen, die von Wall Street wenig geliebte Neuauflage des Trennbankengesetz (Dodd Frank Act) wieder abzuschaffen.
Mit der Kombination aus lockerer Geldpolitik und Deregulierung steuern die US-Börsen allerdings potenziell erneut auf spekulative Exzesse wie 2008 zu - wenn diese nicht sogar jetzt schon erreicht sind. Es droht eine Rückkehr zu jenen unkontrollierten Finanz-Orgien, die die 2008-Katastrophe auslösten.
Aber Wall Street interessiert nicht, wenn übermorgen alles zusammenbricht, solange es morgen irgendeinen Bläh-Reibach zu verdienen gibt. Das Motto lautet: Nach uns die Sintflut. Viele Hedgefondsmanager haben freilich "privat" vorgesorgt: Sie haben sich Ländereien in Neuseeland zugelegt, wo sie am "Tag X" geräuschlos und unbehelligt untertauchen können.
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Die Börsen dürften auf Powells Ernennung mit einer Erleichterungsrally in der letzten Handelsstunde reagieren, mit wahrscheinlichem Schluss auf Tageshoch.
www.zerohedge.com/news/2017-11-02/...-fed-chair-multi-millionaire-jay
...Jerome Powell is a trained lawyer and not an economist. Powell has been a Fed Governor since 2012 and was involved in the decision-making behind QE3 and then policy normalization in recent years. Prior to joining the Board, he was a visiting scholar at the Bipartisan Policy Center, a partner at the Carlyle Group, and worked at the Treasury under the GWH Bush administration.
Powell is a Republican who built a vast wealth as a partner at Carlyle. Powell's latest financial disclosure from June lists his net worth between $19.7 million and $55 million. If he gets the job, Powell would be the richest Fed chair since banker Marriner Eccles, who held the position from 1934 to 1948, according to the Washington Post....