Zinserhöhungen (evtl. erneut im März) stärken den US-Dollar. Es ist denkbar, dass die Fed (von Demokratin Yellen geleitet) vorsätzlich eine zu straffe Zinspolitik fährt, um "Trumponomics" in die Parade zu fahren und Trumps Position ökonomisch zu schwächen. (Warum sollte ausgerechnet die Fed die einzige unpolitisch verbliebene Zentralbank auf unserem Globus sein?)
In den Kammern des US-Kongresses haben die Republikaner zwar die Mehrheit und können nach Belieben unternehmensfreundliche Gesetze (Steuersenkungen für Firmen usw.) erlassen. Von der Fed bläst indes vernehmlicher Gegenwind:
Yellen: Fed wird im März vermutlich die Zinsen erhöhen
www.marketwatch.com/story/...est-rate-hikes-can-be-gradual-2017-02-14
'March is a done deal' for the Fed's next rate hike, Peter Boockvar says
www.cnbc.com/2017/02/16/...e-feds-next-hike-peter-boockvar-says.html#
Die große Frage bleibt, ob Wall Street und deren Presse-"Outlets" es weiterhin schaffen werden, die US-Zinserhöhungsserie als Zeichen einer "Rückkehr zur Normalität" zu verkaufen - was in den letzten Wochen in zahlreichen Artikel versucht wurde. Dies löste an den Börsen auch "animal spirits" aus.
Faktisch freilich lässt ökonomische (und politische) Normalität weiterhin auf sich warten: Seit 2008 stagniert das Wachstum weltweit - auch in USA - auf "sub-par"-Niveau. Nicht ohne Grund versuchen die Notenbanken das Wachstum geradezu manisch mit Tiefzinsen zu befeuern - bislang mit mäßigem Erfolg, sieht man mal von der Vermögenspreisinflation (Börsenstände) ab.
Auch die Fed hatte unter Obama ewig "rumgeeiert" und immer wieder erklärt, die Schwäche der US-Wirtschaft gebiete der Fed "vorerst" (= Esel/Möhre), vorsichtig zu agieren. Unter Trump wird diese Vorsicht nun offenbar (um ihn abzusägen?) fallen gelassen. Als Begründung nennt Yellen die guten Arbeitsmarktzahlen. "Gut" ist jedoch nur die nackte Zahl der neu geschaffenen US-Stellen und die niedrige AL-Quote, nicht jedoch die Qualität der neuen Jobs (zu viele Bulettenbrater und Barkeeper in Teilzeit). Die Summe der Lohneinkünfte in USA wächst daher nur mäßig - und weitaus schwächer, als es die "vielen neuen Jobs" erwarten lassen.
Tatsache bleibt, dass auch in USA noch keine ernsthaften Inflationsgefahren in Sicht sind. Die Wirtschaft wächst nur sub-par, der Lohndruck ist zu gering, und zu schwach sind die Gewerkschaften. Die beiden letzten Punkten sind im wesentlichen eine Globalisierungsfolge (und haben mit Trumps hetzerischem "zu viele Latinos in USA" wenig zu tun).
Inflation droht allenfalls aus unerwünschter Quelle - nämlich aus Trumps geplanter Schuldensause. Ursache ist dann aber nicht die damit "induzierte" Wirtschaftsstärke (Stimuli, erst recht beim Errichten sinnloser Mexiko-Mauern, bleiben Strohfeuer), sondern die Sorge der US-Bond-Anleger, USA könnte an Überschuldung ersticken.