vertreten die These, dass Intelligenz in hohem Maße (80 %) angeboren sei. Sie vergleichen oft Bevölkerungen hinsichtlich Intelligenz-Testergebnissen und ziehen daraus fragwürdige Rückschlüsse bezüglich der "Gen-Qualität" in diesen Populationen. Besonders gern werden die IQs von weißen und dunkelhäutigen Bevölkerungen miteinander verglichen.
Im 19. Jahrhundert vermaßen Rassisten noch Schädelvolumina, seit Anfang der 20. Jahrhundert missbrauchen sie für ihre Vererbungs-Postulate die IQ-Tests.
Die These von "genetisch dummen Bevölkerungen" ist freilich Unsinn, denn IQ-Unterschiede zeigen sich vor allem zwischen einzelnen Individuen - egal aus welcher Population sie kommen. Im Bevölkerungsdurchschnitt mitteln sich die Unterschiede aus. Ohnehin halten Genetiker Umwelt und Erbe für Einflussfaktoren, die nicht klar voneinander getrennt werden können, da auch die Umwelt genetische Prädispositionen beeinflusst. Prozentangaben bezüglich der "IQ-Erblichkeit" sind daher Scharlatanerie.
Ungeachtet dessen postulieren Rassisten eine hochgradige IQ-Vererbung, und manche US-Geostrategen haben für solche kruden Thesen offenbar ein empfängliches Ohr. Daher gehen letztere in ihrer geostrategischen Milchmädchenrechnung ("Weapons of Mass Migration") davon aus, dass durch genetische Vermischung von Europäern, deren Durchschnitts-IQ bei 100 liegt, und Afrikanern, denen Rassisten teils nur einen IQ von 70 attestieren, eine intellektuell minderwertige "Mischrasse" mit IQ 90 herauskomme, die sich besser aus USA fremdsteuern lasse (zweiter Absatz in # 735).
Es ist jedoch eine in mehreren Großstudien erwiesene Tatsache, dass der IQ selbst bei Individuen keine unveränderliche Konstante ist: Eine hochkarätige Ausbildung kann selbst Kinder, die anfangs einen IQ unter der Norm hatten, als Erwachsenen zu überdurchschnittlicher Intelligenz (über 100) verhelfen.
Eben deshalb ist eine gute Schulausbildung so wichtig. Wenn Merkel und De Maizière hier aber nun die Standards senken wollen, dann bewirken sie damit tatsächlich eine Reduzierung der hiesigen Intelligenz - aber eben nicht durch die von Rassisten unterstellte "Vermischung von guten und minderwertigen IQ-Genen", sondern schlicht und einfach durch Absenkung des Bildungsstandards in der Breite, der allen schadet.