Dass die Fed definitiv in 2013 "tapert" und ihre Anleihenkäufe 2014 einstellt, das würde ich in Anbetracht der heutigen Situation eher als illusionär bezeichnen.
Denn hinsichtlich des "Taperns und Einstellens" und einem womögliche begleitenden Anziehens der Zinsschraube liegt eindeutig die Differenz zwischen der Projektion der Fed und der sich künftig darstellenden wirtschaftlichen Realität. Was bedeuten soll, dass in der Vergangenheit die Fed sehr oft eine recht optimistische Sichtweise hinsichtlich einer positiven Entwicklung der US-Wirtschaft hatte, ihre Projektionen jedoch eben auch öfters revidieren musste. So musste z.B. die Fed ihre Wachstumsschätzung für das laufende Jahr nun schon zum zweiten Mal senken – von ursprünglich 2,3% bis 3,0% auf mittlerweile nur noch maximal 2,6%.
Für 2014 lautet die Fed-Prognose für die Zunahme des US-BIP auf 3,5% und es gibt scheinbar nicht wenige Marktteilnehmer, die weit weniger optimistischer hinsichtlich der US-Wirtschaft sind als die Fed.
Werden sich also die Projektionen der Fed künftig wiederum als nicht haltbar erweisen, so dürfte das Gepumpe sprich expansive Geldpolitik unvermindert fortgesetzt werden, wobei letztendlich egal ist, wer in 2014 an der Spitze der Fed steht.
Bernanke kommentierte dazu ja auch bezeichnenderweise:
"Wenn es angebracht ist, werden wir nicht bremsen, sondern den Fuß etwas vom Gas nehmen. Selbst wenn bestimmte Ziele, etwa auf dem Arbeitsmarkt, erreicht sind, so heißt das nicht automatisch, dass wir die Geldpolitik verschärfen." (Zitat hier entnommen aus der WiWo)
Von daher halte ich eben derlei Aussagen, dass die Fed "definitiv" ihre Wertpapierkäufe nun Schritt für Schritt verringern wird und gegen Mitte 2014 dann komplett auslaufen lässt, in Anbetracht der äußerst unsicheren Lage was die künftige wirtschaftliche Entwicklung abgelangt, schlichtweg für Nonsens. Bernanke sprach eben nur eine Option an, als nicht mehr und nicht weniger sollte man es interpretieren.
Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!