Na ja, Saschapepper - kommt immer darauf an, wer an wen Geld verleiht;-)
Denn es ist ein gravierender Unterschied, ob Banken Dir oder mir Geld verleihen, oder ob WIR Geld an die Banken verleihen. Wenn ich Dich kurz zitieren darf:
"Dass man Geld verleiht und dafür einen Zins erhält, ist normal. Dass derjenige aber noch einen Zins dafür zahlt, dass er die Schuldtitel überhaupt übernehmen kann, ist eine historische Einmaligkeit in Deutschland".
Es ist wohl durchaus so, dass es eine historische Einmaligkeit in Deutschland ist, dass man für deutsche Staatsanleihen noch drauf zahlt - aus vermeintlichen Sicherheitsgründen. Wobei ich auch schwer davon ausgehe, dass die wenigsten Kleinanleger in deutsche Staatsanleihen zu negativen Zinsen investieren. Das sind dann wohl eher institutionelle Anleger, wie Versicherungen, Fonds etc., die quasi per Gesetz dazu "gezwungen" werden, große Teile ihrer Beiträge, Einnahmen in deutsche "sichere" Staatsanleihen zu investieren und auch in Bankanleihen ;-)
"Dass man Geld verleiht und dafür einen Zins erhält, ist normal". Tja, aus meiner Sicht ist das eben gar nicht mehr so "normal". Kommt nämlich immer darauf an, wer an wen Geld verleiht.
Wenn die Bank Dir oder mir Geld verleiht, so ist es "für die Bank" und für das allgemeine Verständnis "völlig normal", dass die Bank einen Zins auf die Summe erheben darf und kann, was sie natürlich auch tut.
Wenn Du oder ich oder sonstwer aber der Bank Geld leiht in Form von Bankanleihen, so ist es für die "Bank" ebenso "normal", dass WIR ALLE schon mal eine Vermittlungsgebühr einfach dafür bezahlen, dass wir der Bank Geld leihen "dürfen" ;-)
In heutigen Zeiten, in denen sich die Banken gegenseitig selbst nicht mehr über den Weg trauen, in denen sie für sich erfreulicher und glücklicher Weise von der FED und mittlerweile auch der EZB mit billigem Geld zu unfassbaren Zinssätzen von 0,01 % oder so zugeschüttet werden, obwohl sie wohl fast alle weltweit quasi fast oder gar ganz pleite sind und eigentlich gemäß ihrer schlechten Bonität und entsprechend nach den "Maßstäben" der Ratingagenturen Zinsen in Höhe von mind. ca. 6 - 10 % an ihre Kreditgeber zahlen müssten, kommt mir das alles wie eine einzige Farce, ein bizarres, groteskes, abgekartetes Spiel der Finanzindustrie und ihrer Lobby vor, in dem von vornherein die Verlierer feststehen: WIR.
Der Witz ist ja, wenn ich eine Bankanleihe zeichnen würde, würde ich für x-Jahre so ca. 2 % Zinsen erhalten. Dafür aber, dass ich überhaupt der Bank mein Geld leihe, MUSS ICH aber noch eine GEBÜHR dafür bezahlen! Ich würde also einer fast bankrotten Bank (sind sie mittlerweile ja fast alle - zumindest sehr nahe dran...) mein Geld nicht nur zu einem Niedrigstzinssatz, den normaler Weise nur Personen oder Institutionen oder Unternehmen mit höchster Bonität erhielten verleihen, sondern MUSS auch noch GEBÜHREN - also quasi einen Strafzins oder ähnlich dafür BEZAHLEN, dass ich den angeschlagenen, fast bankrotten Banken mein erarbeitetes, Erspartes in den Rachen werfe - zu DEREN Bedingungen übrigens. Denn die Bank darf immer entscheiden, ob sie den Kredit kündigt oder aufrecht erhält - je nach Zinsentwicklung zu ihren Gunsten natürlich. Ich habe wiederum keine Möglichkeit, den an die Bank gegebenen Kredit eventuell vorzeitig zu kündigen.
Das ist leider immer ein sehr einseitiges Geschäft - und immer nur zu Gunsten der Banken.
Daher ist es eben gar nicht so "normal", dass man, wenn man Geld verleiht, einen Zins erhält.
Es kommt nämlich sehr darauf an, WER an WEN Geld verleiht ;-)
Ich jedenfalls würde keinesfalls eine Bankanleihe zu den derzeit kursierenden, meist angebotenen mickrigen Konditionen (was Kleinanleger und Kleinsparer betrifft) zeichnen und noch Gebühren dafür zahlen, dass ich einer ziemlich maroden Bank noch halbwegs vertraue und ihr eine Finanzspritze geben würde. Nö...
Hm, es ist eben ein extrem ungerechter Unterschied, ob Banken Geld an UNS verleihen, oder WIR Geld an Banken... So ist das eben mit Geld verleihen und Geld verleihen...
Beste Grüße
Kosto