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Der USA Bären-Thread


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Kicky:

Immobilienkrise in Spanien geht weiter

10
27.11.10 16:47
Die Anzahl der zwangsversteigerten Häuser in Spanien könnte sich nächstes Jahr verdreifachen, da die zuletzt durch die Zentralbank neu eingeführten Bilanzrichtlinien die heimischen Kreditgeber dazu veranlassten, ihre beständig an Wert sinkenden Vermögenswerte abzustoßen, wie Experten an Spaniens Häusermärkten mitteilten. Nachdem seit Mitte 2007 rund 2.600 heimische Immobilien- und Baufirmen in die Insolvenz gingen, sitze der Bankensektor auf faulen Krediten in Höhe von rund 180 Milliarden Euro. Ab dem kommenden Jahr soll sich die Talfahrt der Häuserpreise dann laut Experten fortsetzen. Es werde mit Preiseinbrüchen von weiteren rund 20 Prozent gerechnet.

Bereits über 100.000 sich bislang im Besitz von Banken und Kreditgebern befindlichen Häusern und Apartments seien nun auf dem Markt, wie Fernando Acuna, Mitbesitzer einer der größten Internet- Immobilienportale Spaniens, im Rahmen eines Bloomberg-Interviews erklärte. Rund ein Viertel davon sei auf der Webseite seiner in Madrid ansässigen Firma Pisos Embargados im Auftrag von 25 Banken zum Verkauf gelistet. In den Portfolios der spanischen Kreditgeber befänden sich insgesamt 181 Milliarden Euro an Not leidenden Bau- und Immobilienkrediten, wie die spanische Zentralbank im letzten Monat bekannt gab. Seit dem 30. September sind die heimischen Banken dazu angewiesen, mit schnellerer Geschwindigkeit auf sinkende Grundstückswerte zu reagieren und auf Basis der neu eingeführten Bilanzierungsregeln dazu ermutigt, faule oder sich schlecht entwickelnde Vermögenswerte abzustoßen, ohne weiterhin auf eine Erholung des Marktes von seiner nunmehr dreijährigen Schrumpfung zu warten.

....An die 2.600 Immobilien- und Bauunternehmen mussten in den letzten zwei Jahren Insolvenz einreichen, wie aus zuletzt publizierten Daten des  Kreditversicherers Credito y Caucion hervorgeht. Im gleichen Zeitraum hat sich die Arbeitslosigkeit auf offiziell fast 20% fast verdoppelt.

Indem sie nun neue Vorgaben zur Änderung der Bilanzierungsregeln mache, habe die Zentralbank den heimischen Banken in der Tat die Pistole auf die Brust gesetzt. Die Grundstückswerte würden im Zeitraum der nächsten fünf Jahre um mindestens weitere 20 Prozent sinken,Seit der Ausbildung des Hochs an den spanischen Immobilienmärkten im April 2007 sind die Häuserpreise bis heute um 22,5 Prozent gesunken, wie eine neueste Umfrage der Immobilienwebseite Fotocasa.es zutage förderte. Im Rahmen der durch die Bank of Spain im September eingeführten Regeländerungen zur Bilanzierung, müssen die Kreditgeber einen Wertverlust in Höhe von 30 Prozent in Betracht ziehen, wenn sie ihre Vermögenswerte länger als zwei Jahre auf ihrer Bilanz halten. Auch müssen faule Kredite nun bereits nach 12 Monaten anstatt erst nach 72 Monaten abgeschrieben werden
www.wirtschaftsfacts.de/?p=10293
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Malko07:

Für alle die von der DM oder

13
27.11.10 17:27
einer Teilung der Eurozone in Nord und Süd träumen sollten doch mal erwähnen mit welcher Methode man feststellt zu welchem neuen Gebiet/Zone der jeweils alte Euro gehört. Das ist mMn nicht möglich weil schon lange Zeit die klassischen nationalen Barrieren im Finanzsystem verschwunden sind. Es funktioniert nur über einen katastrophalen Zusammenbruch (quasi bei Null anfangen). Man träumt also vom Untergang.

Auch wenn die Staaten sich einig wären dass z.B. Deutschland die Eurozone verlässt, wäre dieses Problem nicht lösbar. Es gibt nämlich nicht nur Staaten sondern auch Finanzkonzerne, international tätige Firmen und international tätige Privatpersonen. Es gibt Eurokonten weltweit, in allen möglichen Ländern und bei allen möglichen Banken. Welche Währung läge dann z.B. auf einem Eurokonto bei der HSBC in Honkong das einem Malayen gehört und der in Canberra lebt? Gerade die deutsche Industrie iist weltweit am breitesten vertreten und hat auch weltweit Schulden und Guthaben in Euro? Und was ist ein deutscher Konzern? Doch nicht die Allianz, als europäischer Konzern mit Hauptsitz in den Niederlanden?

Die "einfache deutsche" Lösung funktioniert nicht. Nur ein relativ kleines Land könnte in den Selbstmord flüchten. Es würde sich den aber von verbleibenden diesen Selbstmord stark versüßen lassen. Alternative: Man kann ein kleines Land eingehen lassen.

Wir werden deshalb komplexere und brutalere "Lösungen" angehen müssen. Und der Weiterlauf der Verschuldung kann auch nicht mehr lange so weiter gehen. Das bedeutet nichts anderes, dass nicht nur die Neuverschuldung sondern zum Teil die Verschuldung zurückgeführt werden muss. Das geht nur über starke Ausgabenstreichungen und moderate Steuererhöhungen. Man kann nicht alleine nur die Leistungsträger die Lasten tragen lassen die nicht flüchten können. Sie würden sich mit Recht schnell verweigern. Also muss man in allen Ländern an die großen Etats ran. Da liegt ganz vorne der Sozialetat. Z.B. eine Krankenversicherung für alle wird nicht mehr selbstverständlich sein. Auch die Höhe der heutigen Stütze nicht mehr.
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Dreiklang:

Malko, du forderst den Deflationscrash

4
27.11.10 17:41
Die "kleinen" Staaten der Welt haben lange Zeit mit dem Doppelspiel ihrer nationalen Währung und einer Leitwährung ($) gelebt. Das wäre mit einem EM EUR Konzept ähnlich.

Deine Variante eines "umfassenden Sparprogramms" wird nicht funktionieren und Länder wie Frankreich in die Pleite treiben.

Besonders lachhaft finde ich die Vorstellung, der Euro wirke "friedensstiftend" in Europa. Soviel Zoff war noch nie - dank Euro!
Antworten
Malko07:

Dreiklang, du verweigerst dich

8
27.11.10 17:57
der Problematik. Wenn ich eine Währung an eine andere "binde" sind trotzdem alle Guthaben und Schulden weltweit in der richtigen Währung ausgewiesen. Also ist überhaupt nicht mit dem Euro vergleichen.

Das Sparprogramm kommt auf leisen Sohlen daher. Schaue wieviel Staaten in Europa sich schon im Sparmodus befinden. MMn wird sich 2011 sogar die USA auf diesen Weg begeben. Der Anfang ist die stufenweise Reduzierung der Neuverschuldung und dann ist es auch nicht mehr weit bis zum einem teilweisen Abbau der Altschulden. Es gibt z.B. ein Beispiel in Europa da hat ein Staat in weniger als einer Dekade über 20% relativ zum BIP Altschulden abgebaut. Der Staat ist nicht im Deflationscrash versunken! Das ist unsinniges Geschwätz von den Monetaristen. Ein Staat der sich zurücknimmt dadurch dass er weniger ausgibt entlässt die Wirtschaft und seine Bürger in größere Freiheit, Ganz konkret entlastet er z.B. die Kapitalmärkte und es ist nicht wie jetzt dass Staat und Firmen sich um das Geld der Märkte streiten. Ich weiß, du bringst jetzt als Lösung QE. QE ist aber keine Lösung sondern nur ein sehr teures Erkaufen von etwas Zeit um dann später noch schlimmere Verhältnisse an den Kapitalmärkten zu haben.
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pfeifenlümmel:

zu #941

12
27.11.10 18:08
Weshalb werden hier immer mehr Geschäfte geschlossen? Die Geschäftslokale bleiben leer, neue Mieter sind nicht zu finden.  Der Binnenkonsum liegt am Boden. Die Trickserei mit den Arbeitslosenzahlen sollten wir alle inzwischen kennen. Schau Dir doch die Berichte der großen Aktiengesellschaften mal genau an. Bei vielen findet man nur geringe Umsatzsteigerungen, aber deutlich höheren Gewinn. Wodurch denn wohl? Und diejenigen, die gut auch im Umsatz sind, verkünden schon wieder erhebliche Streichungen an Arbeitsstellen.

Im europäischen Ausland empfinden offensichtlich viele es als Demütigung, noch mit 60 zu arbeiten. Hierzulande spricht man schon von der Rente mit 67. Nur ein kleines Beispiel, dass eine gemeinsame Währung in Europa keinen Bestand haben wird.
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Dreiklang:

malko quod licet jovi

 
27.11.10 18:34
...non licet bovi.

Es gibt z.B. ein Beispiel in Europa da hat ein Staat in weniger als einer Dekade über 20% relativ zum BIP Altschulden abgebaut. Der Staat ist nicht im Deflationscrash versunken!
Schweden!

Weisst du, wie stark Schweden aufgestellt ist? Was glaubst du, in welchem Land ich lange Zeit mein Hauptdepot hatte?
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wawidu:

Zwei aufschlussreiche Veröffentlichungen

4
27.11.10 18:35
1) Sparquote und frei verfügbares Einkommen in der Eurozone

epp.eurostat.ec.europa.eu/cache/ITY_PUBLIC/...102010-AP-DE.PDF

2) Verschuldung der Privathaushalte in der EU

www.europarl.europa.eu/activities/...anguage=en&file=30657

Das Studium der zweiten empfehle ich besonders dir, Malko. Deine relativ positive Sicht der spanischen Privathaushalte dürfte sich dabei wohl modifizieren.

Noch ein paar interessante gegoogelte Daten: Fast 50 % des gesamten Geldvermögens in Deutschland liegen in den Händen der 10 % Reichsten. Die durchschnittliche Sparquote von rund 13 % verteilt sich wie folgt:

Haushalte mit einem Nettojahreseinkommen bis 25000 €: 2,4 %
Haushalte mit einem Nettojahreseinkommen zwischen 25000 und 50000 €: 9 %
Haushalte mit einem Nettojahreseinkommen über 50000 €: zwischen 10 und 60 %
(Einkommensmillionäre weisen die höchsten Sparquoten auf!)

Hieraus ergibt sich: Die offizielle - durchschnittliche - Sparquote sagt nichts über die Sparanlagen der "Masse des Volkes" aus. Eine median berechnete Sparquote wäre mE wesentlich aussagekräftiger.

Diesbezüglich möchte ich euch noch einen Aufsatz, dessen Aussagen ich im Wesentlichen zustimme, empfehlen:

www.antikap.de/downloads/fehlerhaftes_geldsystem.pdf
Antworten
Dreiklang:

Der EuroBond - und den noch

3
27.11.10 18:45
Wie haben wir uns den EuroBond vorzustellen? Ein Land braucht Geld und legt eine E.B.Anleihe auf. Der Käufer kann sich darauf verlassen, von der Gemeinschaft der E.B.Aufleger für Zins und Rückzahlung bedient zu werden. Unabhängig vom Innenverhältnis der Schuldner.

Das stellt aber de facto bereits ein "sterilisiertes" QE-Programm dar. Genauso hätte die EZB das Geld auszahlen können, dafür eine Anleihe oder sonstige Kreditinstrumente auflegen können und die Zinskosten dem Schuldner in Rechnung stellen können.

In welchem Umfang darf ein Land Geld über den E.B. ziehen? Die Idee, nur einen Teil (z.B. 60%) über E.B. zu ziehen, kann nicht funktionieren, wenn die "nationale" Anleihe nachrangig ist. Niemand würde einem schwachen Schuldner Geld leihen, ich nehme gerne die E.B.-Anleihe für 6%, aber die nationale Anleihe würde ich für 12% nicht anfassen!

Die Konsequenz wäre eine Totalfinanzierung über E.B. Das bedeutet aber Genehmigungspflicht. Wir kämen schnell zu einer zentralen Haushaltsplanung der EU für die nationalen Haushalte. Alle Karten müssten auf den Tisch. Und Länder, welche mit hohen Staatsanteilen fahren und demzufolge hohen Bedarf haben, müssten sich verpflichten, ihre Verschuldung herunterzufahren.

Frankreich würde da nie mitmachen.

Im übrigen, malko, argumentierst du gern sybillinisch, bin gespannt, welche Meinung du in 3 Monaten vertrittst.
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Malko07:

#71955:

3
27.11.10 19:04
Weshalb werden hier immer mehr Geschäfte geschlossen? Die Geschäftslokale bleiben leer, neue Mieter sind nicht zu finden. ...

Wo ist "hier"? Klar gibt es Gegenden die sich immer noch im Abstieg befinden und noch lange nicht unten angekommen sind. Aber was hat das mit der Gesamtlage zu tun. Denn es gibt auch Gegenden die wachsen. Habe ich gesagt, dass die Arbeitslosenstatistik stimmen würde? Habe ich nicht. Wenn man sich nicht die Mühe machen will über andere Parameter auf den Arbeitsmarkt zu schließen muss man sich die Mühe machen den gesamten Bericht zu studieren. Da kann man schnell  herauslesen wie viele sich in Sondermaßnahmen und privater Vermittlung  befinden und wie viele man aus "Altersgründen" aufgegeben hat. Muss man addieren und mit gleich Methode ermittelten Zahlen von z.B. 2007 vergleichen. In der Zwischenzeit kam nur die "private Vermittlung" als zusätzlich verfälschenden Parameter hinzu. Dazu muss man einen Aufschlag von 25% machen. Das sind die die arbeiten wollen aber sich nicht quälen lassen wollen und die eh kein Anrecht auf Stütze haben. Wenn man dann die Auswanderungsbilanz der verflossenen 3 Jahre hinzu nimmt sieht man, dass es keinen Grund für Freudensprünge gibt, sieht aber auch die leichte Verbesserung.
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Dreiklang:

Europa der 2 Geschwindigkeiten

2
27.11.10 19:15

und ich bin ganz gewiss nicht allein, Malko

www.wiwo.de/blogs/chefsache/2010/11/27/zwei-euro-fur-europa/

 

Schon denken manche an eine Aufspaltung, in der Holland, Skandinavien, Österreich und Polen mit Deutschland einen Hartwährungsblock bilden und der Süden austritt. Wofür entscheidet sich Frankreich – bleibt es an der Seite Berlins hoffentlich nicht, wäre inkonsequent, oder wiederholt sich der alte Antagonismus am Rheingraben? Wie auch immer, der Euro-Crash wäre teuer, eine Schockwelle würde die Wirtschaft zumindest vorübergehend lähmen, die Banken ruinieren.Nanana, 30% (max) Abschreibungsbedarf wg. Währungsverlust

Das Gegenmodell klingt weniger brutal, ist aber folgenreicher: Die offizielle Politik versucht, den Euro-Crash zu schönen und zu verzögern. Mit der Transferunion soll so viel Zeit gekauft werden, bis die neoliberalen Reformen europaweit wirken. Mit Koordinations-, Überwachungs- und Sanktionsinstrumenten wird zugleich eine gemeinsame Wirtschaftsregierung etabliert: Das Luftschloss Europa wird damit zentralisiert und harmonisiert.

 
  Aber ist nach dem Verlust der Währung auch die Aufgabe eigener Wirtschaftskompetenz, eine europäisch gestaltete Steuer-, Lohn- und Investitionspolitik „im originären deutschen Wirtschaftsinteresse“, wie Jürgen Trittin schreibt? Ist eine europäische Planwirtschaft die Rettung für den Euro, wird ganz Europa dann germanisch-effizient? sicherlich nicht 

In Blau von 3K

 


 

 

 

Antworten
Malko07:

wawidu (#71957), mir ist unklar was

4
27.11.10 19:25
du mir mitteilen willst. Ich habe nie behauptet in Spanien gäbe es keine kritische private Verschuldung. Eine Immobilienblase im private Hausbau hinterlässt selbstverständlich hohe Schulden. Ich hatte gesagt, dass Irland im Gegensatz zu Spanien zusätzlich eine Gewerbeimmobilienblase tragen muss die bis jetzt stärker als die Hausbaublase auf die Banken durchgeschlagen ist. In Spanien war der Drang zum Wohnungseigentum schon immer groß. So war die Eigentumsquote z.B. im Jahre 2000 (vor dem Beginn der Blase) wesentlich höher als bei uns. Deshalb wohnen viele junge Spanier jetzt bei ihren Eltern und stottern die Schulden ab, die nächsten Jahrzehnte.

Es ist für mich auch nicht überraschend, dass die Reichen reicher als die Armen sind und auch mehr auf die hohe Kante legen können. Das war auch schon vor der Krise so. Diesbezüglich ging es um die Erholung vom Tief aus, die manche hier mit kruden Argumenten verleugnen. Für die Spekulation ist die Einschätzung der Entwicklung wichtig und nicht die roten oder noch schrägeren Ideologien.
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Malko07:

Dreiklang (#71958), Haushaltsentwurf

3
27.11.10 19:56
auf den Tisch und genehmigen lassen und gleichzeitiges Abführen einer zur Haushaltsgröße proportionale "Strafgebühr", die einbehalten oder zurück gezahlt werden kann, war ein Vorschlag der Kommission.  Dieser Vorschlag hat bei unseren politischen Eliten zur öffentlichen Empörung geführt und Merkel hat sich dann schnell, an allen anderen vorbei , mit Sarkozy auf einen kaum realisierbaren Vorschlag geeinigt. Deshalb: Schaust du nach Frankreich, schaust du in Wirklichkeit in einen Spiegel.

Alle bis jetzt an die Öffentlichkeit gekommenen Vorschläge seitens einzelner Staaten kamen von uns, können nicht im Ansatz funktionieren und kosten uns nur Geld. Mit unaugegorenen Vorschläge geht man nicht in die Öffentlichkeit. Die Zockerbanken lachen sich darüber schief. Die Eurogruppe hatte Eurobonds bis zur Grenze von 60% vorgeschlagen.  Könnte erstsmal schon funktionieren im Sinne von Zeitgewinn, ist aber keine Lösung die ohne andere Regelungen (Sparzwang) politisch umsetzbar ist. Sollte es diese Bonds bei einer Überschreitung der 60%-Grenze (egal mit welchem Typ) nicht mehr geben, könnte diese Methode längerfristig stabilisierend wirken, hat aber mit unserer heutigen Problemlage, in der die Problemstaaten jetzt schon drüber oder demnächst drüber liegen werden, nichts zu tun.

Politisch ist es nicht durchsetzbar, dass die einen Staaten zahlen und die anderen fortwährend über ihre Verhältnisse leben. Dazu ist der Nationalismus noch zu groß. Im äußersten Fall akzeptieren die Zahlenden temporäre Übergange wenn sie die Empfänger "leiden" sehen. Es führt auch deshalb kein Weg am Gürtel enger schnallen vorbei.

Zwischen der Emission von Staatsanleihen und QE gibt es einen erheblichen Unterschied. Das erste ist geldmengenneutral und entzieht sogar den anderen Marktteilnehmer  Geld - verteuert es. QE erhöht die Geldmenge im Wirtschaftskreislauf und verstärkt bei schon geringem echten Wachstum die Inflation.

#71960: Weil man in der sogenannten Fachpresse auch derartige Ergüsse liest, hat das überhaupt nichts mit einer Realisierbarkeit zu tun. Mir ist bekannt, dass die Wirtschaftsteile voll von diesem Aufspaltungsunsinn sind. Nirgends habe ich allerdings bis jetzt einen Ansatz der technischen Umsetzung gelesen. Auch unter Journalisten gibt es Träumer und Schwätzer - mehr als hier.
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pfeifenlümmel:

Verpflichtungen

6
27.11.10 20:13

Reichtum verpflichtet: Der wachsende Wohlstand der Wenigen verpflichtet die wachsende Masse der Armen zu noch stärkeren Einschränkungen. ( von Pfeifenlümmel )

Antworten
wawidu:

Irland "auf den Spuren" Ungarns?

3
27.11.10 20:19
Die irische Regierung plant, zur teilweisen Deckung der Staatsschulden und der Infrastrukturprogramme auf die Reserven des Nationalen Pensionsfonds zurück zu greifen. Dies soll über spezielle "Solidaritäts"-Bonds mit einer Verzinsung von 1 % über vier Jahre und bei längeren Laufzeiten mit einer Verzinsung von bis zu 1,5 % erfolgen. Etwa drei Viertel aller Pensionspläne sind bereits chronisch unterdeckt. Bei solchen Zinsen dürfte sich die Unterdeckung allerdings wohl noch verstärken.

www.globalpensions.com/global-pensions/...-reserve-fund-assets
Antworten
wawidu:

malko # 71961

3
27.11.10 21:45
aus # 71927:

"Spanien und Irland haben große Probleme im Immobiliensektor. Spanien mit einer dicken Blase im privaten Bereich, Irland mit einer dicken Blase im Gewerbe- und im privaten Bereich. In Spanien wurde die Krise schon früher virulent und deshalb gibt es dort schon mehr Arbeitslose (Bausektor). Insgesamt ist die private Verschuldung in Spanien (pro Kopf) niedriger und die staatliche Verschuldung deutlich niedriger. Die spanischen Großbanken sind nicht betroffen, die irischen sind pleite respektive todkrank. In Spanien rappelt es im Sparkassensektor aber nicht größer als bei uns bei den Landesbanken (relativ)."

aus # 71961:

"Ich habe nie behauptet in Spanien gäbe es keine kritische private Verschuldung. Eine Immobilienblase im private Hausbau hinterlässt selbstverständlich hohe Schulden. Ich hatte gesagt, dass Irland im Gegensatz zu Spanien zusätzlich eine Gewerbeimmobilienblase tragen muss die bis jetzt stärker als die Hausbaublase auf die Banken durchgeschlagen ist."

Wir beide gehen wohl von einer unterschiedlichen Sicht der Dinge aus. Laut einer unserer Nichten, die mit einem Spanier verheiratet und seit zwanzig Jahren im spanischen Gewerbeimmobiliengeschäft tätig ist, gibt es mittlerweile speziell in den Küstenzonen Spaniens erhebliche Leerstände auch in Gewerbeimmobilien (speziell bei Appartmentanlagen und Einkaufszentren). Wir selbst haben diese in den letzten drei Jahren in Andalusien und auf den Kanaren deutlich festgestellt.

Dass spanische Großbanken davon "nicht betroffen" sein sollen, kann ich mir kaum vorstellen!

Die Schieflage einiger unserer Landesbanken und Sparkassen (speziell Sparkasse Berlin, Sparkasse Köln und Sparkasse Frankfurt, die individuell mit ABS gezockt hatten) ist nicht gleich zu setzen mit der Situation des Durchschnitts unserer Sparkassen. Laut einem Freund, der im Vorstand unserer regionalen Sparkasse sitzt, ist nicht nur deren finanzielle Situation, sondern auch die von über 90 % aller anderen Sparkassen recht gesund. Für die genossenschaftlichen Banken gelte dies ebenso. Insbesondere bei letzterer Gruppe gebe es keinerlei belastende Expositionen durch riskante
Zinsgeschäfte.
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Dreiklang:

Jedesmal wenn ich von einer "Einigung" mit F lese

9
27.11.10 22:03

weiß ich ,dass es eine "französische Lösung" ist.

 ...auf den Tisch und genehmigen lassen und gleichzeitiges Abführen einer zur Haushaltsgröße proportionale "Strafgebühr", die einbehalten oder zurück gezahlt werden kann, war ein Vorschlag der Kommission.  Dieser Vorschlag hat bei unseren politischen Eliten zur öffentlichen Empörung geführt und Merkel hat sich dann schnell, an allen anderen vorbei , mit Sarkozy auf einen kaum realisierbaren Vorschlag geeinigt. Deshalb: Schaust du nach Frankreich, schaust du in Wirklichkeit in einen Spiegel.

dito. Ich kenne genügend Skandinavier (S, DK, N), und jedesmal dasselbe Thema: Der stärkste Einwand gegen die EU war, dass sich D. komplett von F dominieren lässt. Es ist andererseits völlig klar, dass die eigentliche Garantiemacht im EUR Deutschland ist, warum sollte sich also Dtl. von irgendeiner Kommission der EU seinen Haushalt genehmigen lassen?

Die Franzosen ihrerseits sind nicht blöd. Sie wissen, dass Merkel keine Peilung hat und am Ende man bei einer QE-Variante landen wird (solange Merkel so weiter macht wie bisher) und das ist genau das, wo sie hin  wollen. 

Alle bis jetzt an die Öffentlichkeit gekommenen Vorschläge seitens einzelner Staaten kamen von uns, können nicht im Ansatz funktionieren und kosten uns nur Geld.

Der Hosenanzug aus der Uckermark kann es nicht besser. s.o.

Mit unaugegorenen Vorschläge geht man nicht in die Öffentlichkeit. Die Zockerbanken lachen sich darüber schief.

Ich auch. Deswegen ja short auf Bund und long auf IR

Die Eurogruppe hatte Eurobonds bis zur Grenze von 60% vorgeschlagen.

Darüber lache ich auch.

 

Könnte erstsmal schon funktionieren im Sinne von Zeitgewinn, ist aber keine Lösung die ohne andere Regelungen (Sparzwang) politisch umsetzbar ist. Sollte es diese Bonds bei einer Überschreitung der 60%-Grenze (egal mit welchem Typ) nicht mehr geben, könnte diese Methode längerfristig stabilisierend wirken, hat aber mit unserer heutigen Problemlage, in der die Problemstaaten jetzt schon drüber oder demnächst drüber liegen werden, nichts zu tun. 

Die Problemstaaten brauchen 100% Finanzierung über EuroBond, alles andere ist Augenwischerei.

Politisch ist es nicht durchsetzbar, dass die einen Staaten zahlen und die anderen fortwährend über ihre Verhältnisse leben. Dazu ist der Nationalismus noch zu groß.

Eben doch! Allerdings in der TarnkappenVariante QE

Im äußersten Fall akzeptieren die Zahlenden temporäre Übergange wenn sie die Empfänger "leiden" sehen. Es führt auch deshalb kein Weg am Gürtel enger schnallen vorbei. 

"Temporäre Übergänge" ist eine Frage der Größenordnung. Hier verschätzen sich die MdB's erheblich. Kostete die bisherige EU-Fütterung einstellige Prozentbeträge im Bundeshaushalt, wäre man nun schnell mit mittleren 2stelligen Prozentbeträgen dabei (50-Mia-Scheine im Abreißkalender)

Zwischen der Emission von Staatsanleihen und QE gibt es einen erheblichen Unterschied. Das erste ist geldmengenneutral und entzieht sogar den anderen Marktteilnehmer  Geld - verteuert es. QE erhöht die Geldmenge im Wirtschaftskreislauf und verstärkt bei schon geringem echten Wachstum die Inflation.

Eurobonds ohne QE? Auf welchem Planeten lebst du, Malko?

#71960: Weil man in der sogenannten Fachpresse auch derartige Ergüsse liest, hat das überhaupt nichts mit einer Realisierbarkeit zu tun. Mir ist bekannt, dass die Wirtschaftsteile voll von diesem Aufspaltungsunsinn sind. Nirgends habe ich allerdings bis jetzt einen Ansatz der technischen Umsetzung gelesen. Auch unter Journalisten gibt es Träumer und Schwätzer - mehr als hier.
 

Abwarten, technische Umsetzung wäre selbstverständlich machbar. Kleiner Hinweis: Auch Tschechien und die Slowakei haben sich "sanft" getrennt. Die neue EuropaMark würde zunächst 1:1 mit dem Euro verrechnet werden. 

 

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wawidu:

Merkel und Brüderle sind "ökonomische Dilettanten"

9
27.11.10 23:50
und unser Finanzminister ist - gesundheitlich gesehen - ein Wrack mit damit wohl zwangsläufig verbundenen Problemen bei der Verarbeitung von ihm zugelieferten Informationen - eine mE sehr gefährliche Mixtur! Schäuble ist aus meiner Sicht nur noch eine Marionette seiner von Keynes Ideen beeinflussten Staatssekretäre. Aber dies war auch schon während der letzten Großen Koalition der Fall. Die "ökonomischen Dilettanten" Merkel und Finanzminister Steinbrück (SPD) ließen sich vor den Karren des Staatssekretärs im Finanzministerium, ASMUSSEN, spannen, der die Lösung der Finanzprobleme der BRD in einer Öffnung der Banken für "innovative"(sprich: US-) Finanzprodukte (speziell ABS) und einer Öffnung von Unternehmensübernahmen durch Hedgefonds propagierte. ASMUSSEN ist wohl als der zentrale Wegbereiter der IKB-/HRE-Pleiten zu definieren. Unter seiner Regie (die Regie führte keineswegs der völlig überforderte Peer Steinbrück!) wurde der Firmensitz der DEPFA, einem der global bedeutendsten Finanzierer von Staaten und Gebietskörperschaften, "aus steuerlichen Gründen" nach Dublin verlagert.
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Anti Lemming:

Sensationeller Aufschwung in Spanien

10
28.11.10 08:03
"A.L.'s Kapitalmarktausblick"

Das Wirtschaftswachstum in Spanien sprengt alle Rekorde! Seit dem Krisen-Tief im März 2009 sind die Auftragseingänge der spanischen Industrie förmlich explodiert: Sie stiegen um sagenhafte 24 % - nämlich von 76 auf 94 auf der nach oben offenen (Eint)Richterskala. Wenn diese Anstiegsrate anhält oder sich sogar, wie Analysten von "La Caixa" in Bilbao versichern, weiter exponentiell beschleunigen wird (grün im Chart unten), dürfte das bisherige Allzeithoch von Jan. 2008 bereits Ende 2011 deutlich überschritten werden.

Grund für die phänomenalen Anstiege ist erneut aufflammendes Investoren-Interesse an spanischen Immobilien. In der Krise waren die Preise deutlich gefallen - mit der unausweichlichen Folge, dass sich Schnäppchenjäger aus dem nasskalten Norden auf die Beton-Perlen und -Burgen mit Mehrblick geradezu stürzten. Die starke Nachfrage löste eine gewaltige Preis-Lawine aus, die gewievte Zwischenhändler, die die Immobilien oft nur wenige Tage halten, weiter befeuern. Bereits 2012 rechnet José Pendecho von Varde Partners y Carval...

www.mundohipoteca.es/2010/11/...tres-sobre-impagados-o-mor.asp

mit neuen Preisrekorden bei spanischen Immobilien. Pendecho rät Investoren, bereits jetzt das immer noch günstige Preisniveau für beherzte Käufe und Zukäufe zu nutzen. Zurzeit seien Anleger wegen finanzieller Nervosität in Irland und Irritationen in Griechenland besorgt um die Zukunft des Euro. Sie würden deshalb verstärkt in Sachwerten anlegen: "Spanische Immobilien sind bei Investoren inzwischen wieder ähnlich stark gefragt wie richtiges Gold, das von einem Rekord zum nächsten eilt."

"Je tiefer der Euro fällt, desto höher dürften die Preise spanischer Immobilien steigen", ist sich Pendecho sicher. "Das ist eine Art Simbabwe-Effekt. Im Zeitalter kollabierender Papierwährungen suchen Anleger händeringend nach realen Werten, ehe Alles zu spät ist." Auch spanische Aktien, speziell aus dem Bau-, Immobilien- und Finanzsektor, erfreuen sich als Sachwerte wieder regen Investoren-Interesses. Die Anstiege des IBEX dürften sich daher - parallel zu den Auftragseingängen der spanischen Industrie - künftig parabolisch fortsetzen.
Der USA Bären-Thread 361606
Antworten
Anti Lemming:

Details zu Analyst Jose Pendecho

4
28.11.10 08:22
woerterbuch.reverso.net/spanisch-deutsch/pendejo
Antworten
Anti Lemming:

@Dreiklang

3
28.11.10 08:33
Danke, dass Du Malko von mir ablenkst ;-)
Antworten
Anti Lemming:

An Merkels Bulldozer

2
28.11.10 08:51
kommt kein Ire oder Grieche ungeschoren vorbei:
Der USA Bären-Thread 361608
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Kicky:

FAZ:wann braucht Spanien Hilfe?

6
28.11.10 09:03
....Die Frage lautet für Pessimisten deshalb nicht mehr, ob Spanien Hilfe braucht, sondern nur noch, wann. „Spanien könnte innerhalb einer Woche in Not geraten“, sagt etwa Daniel Gros, Direktor des Centre for European Policy Studies in Brüssel. Wenn die Anleihegläubiger misstrauisch würden, komme der Absturz ganz schnell. „Das ist, als ob einer in einem Saal Feuer ruft – dann will jeder zuerst an der Tür sein.“

Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, rechnet ganz nüchtern vor, wann es so weit sein könnte. „Für einen Zehn-Jahres-Kredit aus dem Rettungsfonds zahlt ein Land etwa 7,1 Prozent Zinsen“, sagt er. „Wenn das Land am freien Markt deutlich mehr zahlen muss, wird der Rettungsfonds lukrativ.“

Noch ist der Abstand zu diesen 7,1 Prozent groß für die Spanier. Anders als etwa für Griechenland, Irland oder auch Portugal. Die Frage ist, wie lange das so bleibt. Der Finanzwissenschaftler Clemens Fuest, der in Oxford lehrt, glaubt zwar, dass Spanien eigentlich keine Hilfe benötigt. Doch er sagt auch: „Das größte Problem ist die Angst vor der Angst.“ Es ist wie bei einem Sturm auf die Banken: Es geht nicht darum, ob man selbst glaubt, dass Spanien solvent ist. Es geht darum, was man glaubt, was die anderen glauben. „Wenn ein Investor denkt, alle anderen werden nervös, dann ist es für ihn vernünftig, sein Geld abzuziehen – auch wenn er selbst Spanien für solide hält.“

Dass solche Gedankenspiele in Mode sind, erfreut die Spanier gar nicht. Schließlich hatte man sich dort ganz gut in Schuss gefühlt. Mit rund 63 Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegt die Staatsverschuldung niedriger als in Deutschland. Spanische Banken waren zudem kaum in Subprime-Papieren engagiert und relativ solide, da sie streng beaufsichtigt sind und zur Absicherung ihrer Kredite hohe Rückstellungen bilden mussten.

Trotzdem sind es genau diese Banken, die auf einmal in den Blick geraten. Der spanische Ökonom Luis Garicano, der an der London School of Economics lehrt, sagt: „Die große Unsicherheit kommt vom Häusermarkt. Dort werden die Preise deutlich sinken müssen.“ Das führt zu Anpassungen für die Banken, von denen keiner genau weiß, wie hoch sie sein werden. Mal heißt es fünf Prozent, mal 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Klar ist: Es ist viel.

....Angestachelt wurde das durch die Einführung des Euro – und die darauf folgenden niedrigen Zinsen. Kredit war auf einmal so günstig zu haben, dass die Spanier zugriffen: Am Ende lag die private Verschuldung bei 300 Prozent des Bruttoinlandsprodukts....

Seit der Bauboom mit der Finanzkrise sein abruptes Ende fand, steckt das Land in der Misere. Zwangsversteigerungen, leerstehende Häuser. Die Bauindustrie, in der bis vor kurzem jeder fünfte Arbeitsplatz entstand, liegt am Boden. Und die Banken, die den Immobilienboom finanziert haben, bleiben auf ihren Krediten sitzen. Wenn das so weitergeht, könnte das erst für die Banken und dann für den Staat zum Problem werden.

Deutschland muss das kümmern. „Würde Spanien bankrottgehen, gäbe das eine Wirtschaftskrise, schlimmer als das, was auf die Lehman-Pleite folgte“, sagt Ökonom Fuest. „Da könnte das Wachstum schnell mal um fünf Prozent einbrechen.“ Deshalb ist er sicher: „Sollte Spanien Hilfe benötigen, wird es diese bekommen.“

Die derzeitigen Hilfen der Euroländer würden wohl nicht reichen. Juergen Donges, einstiger deutscher Wirtschaftsweiser, der 1940 im spanischen Sevilla geboren wurde und gerade in Madrid weilt, rechnet vor: „Die spanische Wirtschaft ist neunmal so groß wie die irische. Wenn Spanien den gleichen Finanzbedarf hätte, benötigte das Land neunmal so viel Hilfe: mehr als 700 Milliarden Euro.“ ....

Das erklärt die Nervosität der Politiker in Deutschland. Sie wissen nicht, wie sie es der Bevölkerung vermitteln sollten, wenn die unbeliebten Hilfen aufgestockt würden. Alles hängt daran, dass es Spanien gelingt, den Anlegern Vertrauen einzuflößen. Luis Garicano zumindest ist sicher, dass das klappt: „Der spanische Staat ist zahlungsfähig. Die drei großen Banken sind zahlungsfähig.“ Und wenn eine der kleineren in Schwierigkeiten geraten sollte, dann könne man die ruhig auch mal pleitegehen lassen.
www.faz.net/s/...129B481227BBAE7163~ATpl~Ecommon~Scontent.html
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Kicky:

Barry Eichengreen:Deutschland könnte aus dem Euro

4
28.11.10 09:08
austreten
www.faz.net/s/...5186800BA54734F1CB~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Der Wissenschaftler Barry Eichengreen findet, dass Deutschland die D-Mark wieder einführen könnte, „ohne sich damit eine schwere Finanzkrise einzubrocken“. Im Interview erläutert er, warum er trotzdem nicht an einen Euro-Austritt glaubt.

Ich glaube, der Euro überlebt! Ich habe 2007 untersucht, unter welchen Umständen Länder aus dem Euro zu ihrer alten Währung von der Drachme bis zur D-Mark zurückkehren könnten. Eine nette akademische Überlegung - es ist aber praktisch unmöglich.
Ihre These war damals: Ein Austritt aus der Währungsunion ist weniger wahrscheinlich als ein Meteorit-Einschlag im Frankfurter Eurotower. Ist die Wahrscheinlichkeit mittlerweile gestiegen?
Minimal. Heute würde ich sagen: Die Wahrscheinlichkeit des Eintreffens beider Ereignisse ist ungefähr gleich hoch.
Was macht Sie da so sicher?

Ein Krisenland an der Peripherie Europas müsste verrückt sein, aus dem Euro auszutreten. Es würde in seinen Grenzen den größten Banken-Sturm aller Zeiten auslösen. Die Menschen würden - nicht ganz zu Unrecht - befürchten, dass ihr Geld mit der neuen Währung drastisch an Wert verlieren könnte. Und für die Schulden des Landes würde es nichts bringen: Die wären ja weiter in Euro notiert

Es gäbe eine andere Möglichkeit. Eines der starken Länder wie Deutschland könnte aus dem Euro austreten - um nicht andauernd andere Länder retten zu müssen.

Das ist sicher die wichtigere Frage. Deutschland ist eines der Länder, die - zumindest in der Theorie - ihre alte Währung wieder einführen könnten, ohne sich damit eine schwere Finanzkrise einzubrocken.
Was würde denn passieren, wenn Deutschland aus Frust über den Euro und die Rettungsaktionen die D-Mark wieder einführt?

Immerhin würde in Deutschland niemand glauben, dass die „Neue D-Mark“ eine Weichwährung würde. Es würde aber Europa um 50 Jahre in der Geschichte zurückwerfen - die gesamte europäische Einigung würde revidiert. Ich glaube aber nicht, dass das passiert. Das ist doch unvorstellbar..........
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Kicky:

1700 Milliarden Staatsschulden in Deutschland

5
28.11.10 09:22
Eichengreen hat übrigens auch zu Spanien bemerkt,dass es wahrscheinlich Hilfe braucht und man sich bald drum kümmerne müsse und dass Deutschland erheblich an dem Euro profitiert hat ,sonst wäre die DM durch die Decke geschossen,die müsse Merkel der Bevölkerung klar machen.

Nur wieviel Staatsschulden hat denn Deutschalnd jetzt?
Die FAZ rechnet es ungefähr aus:
Wenigstens nähern kann man sich dem Drama in Zahlen. Die Hilfe für Griechenland hat ein Volumen von 110 Milliarden Euro, davon trägt Deutschland 22,4 Milliarden Euro. Der Euro-Rettungsschirm ist 750 Milliarden Euro groß, wovon Deutschland Garantien bis 147,6 Milliarden Euro abgeben kann. Das ergibt zusammen 170 Milliarden Euro. Allerdings kommen über EU, IWF und EZB noch einige nicht einzeln erfasste Kleinteile hinzu, woraus das Ifo-Institut errechnet, dass der deutsche Steuerzahler im Krisenmechanismus für den Euro-Raum insgesamt mit bis zu 215 Milliarden Euro in der Haftung steht.....

Der zur Bankenrettung geschaffene deutsche Finanzmarktstabilisierungsfonds Soffin hat ein Volumen von 480 Milliarden Euro, darunter maximal 400 Milliarden Euro als Garantien und 80 Milliarden Euro für Kapitalmaßnahmen. Aktuell sind davon 150,87 Milliarden Euro für Garantien und 29,28 Milliarden Euro für Kapitalmaßnahmen eingesetzt. Nicht ganz unbedeutender Nebenschauplatz: Die Länder haben ihren Landesbanken zudem 14 Milliarden Euro Eigenkapitalhilfen und 55 Milliarden Euro Garantien gewährt.

Natürlich dürfen die Unternehmen nicht fehlen, für sie gibt es – hauptsächlich über die staatseigene Förderbank KfW – weitere Bürgschafts- und Kreditprogramme im Gesamtvolumen von 115 Milliarden Euro. Davon entfallen 15 Milliarden Euro auf Kredite für den Mittelstand, 25 Milliarden Euro auf Kredite für große Unternehmen und 75 Milliarden Euro auf Bürgschaften. Hinzu kommt eine nicht bezifferte Verbesserung der Exportgarantien.

Bei all dieser Unübersichtlichkeit kann man sich wenigstens auf die realen, also ganz sicher existierenden Schulden des Staates verlassen. Die nämlich misst der Bund der Steuerzahler ebenso genau wie anprangernd. Ende 2009 hatte der Bund 1018 Milliarden Euro Schulden. Plus 50 Milliarden Euro Neuverschuldung 2010, plus 48,4 Milliarden Euro 2011.
Nach jetziger Prognose hätte der Bund somit Ende 2011 Kreditmarktschulden von 1116,4 Milliarden Euro. Weil der Bund aber nicht allein mehr Geld ausgibt, als er einnimmt, errechnet sich eine Staatsverschuldung von mehr als 1700 Milliarden Euro. Das sind – wie gesagt ohne die Stütze für Griechenland, Irland und was sonst noch kommen mag – rund 21.000 Euro je Kopf.

www.faz.net/s/...58BEEFB608F962698C~ATpl~Ecommon~Sspezial.html
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Kicky:

Kommentar zum Merkel-Crash

3
28.11.10 09:29
Eigentlich weiß man nicht, worüber man sich mehr ärgern soll: über die Naivität der Politik, weil sie maßlos unterschätzt hat, was die Verankerung der Gläubigerhaftung bei Staatspleiten im EU-Stabilitätspakt, die auf Deutschlands Betreiben hin beschlossen wurde, seit Ende Oktober an den Anleihenmärkten angerichtet hat. Oder aber über die frechen Sprüche von Analysten und Investoren aus dem angelsächsischen Raum, die den Kursverfall von Anleihen der Euro-Peripheriestaaten genüsslich den "Merkel-Crash" nennen. ....

Der Ablauf legt indes nahe, dass man in Berlin noch immer nicht versteht, wie Kapitalmärkte ticken. Der Fehler der EU war es, die Gläubigerbeteiligung bei Staatspleiten - auf das Drängen Berlins hin - auf den letzten Drücker vertraglich im EU-Stabilitätspakt zu verankern und als unausweichlich zu apostrophieren, bevor überhaupt ein Konzept vorlag, wie genau sie denn aussehen soll

Damit war der Geist aus der Flasche: Investoren hatten viel Zeit zum Herumspinnen, wie der Mechanismus gestaltet wird. Werden Laufzeiten von Anleihen verlängert, Zinsen gekürzt, Nennwerte herabgesetzt? Wann werden Gläubiger beteiligt - schon beim Antrag auf Hilfen oder erst am Ende eines gescheiterten Sanierungsprozesses? Und wie glaubwürdig ist die Beteuerung, dass es Bestandsschutz für Altanleihen geben wird, die bis 2013 ausgegeben werden? Schließlich wird es viele Jahre dauern, ehe schon heute klamme Staaten über neue Anleihen ab 2013 so viel Geld eingesammelt haben werden, dass deren "Beschnitt" überhaupt eine spürbare Entlastung bringen würde.

Und wie darf man sich das vorstellen: Gibt es dann künftig Anleihen erster (geschützter) und zweiter (ungeschützter) Güte? Wie viel mehr Zinsen werden Anleger wohl für Papiere zweiter Güte verlangen, und was heißt das für künftige Zinslasten der ohnehin klammen Länder, die sie ausgeben?
Wenn so viele Fragen offen sind (und sie sind es im Übrigen bis heute), reagieren Investoren am Anleihenmarkt genau so wie jeder vernünftige Käufer im Alltag auch, wenn die Lage unübersichtlich ist: Sie kaufen erst mal gar nichts....

Im Falle der Gläubigerhaftung allerdings ist das Zaudern berechtigt: Wer würde schon ein Auto kaufen, wenn er vom Verkäufer den Hinweis bekommt: Greifen Sie zu - aber haben Sie Verständnis dafür, dass wir die genauen Verkaufsbedingungen in den nächsten Wochen noch mal überarbeiten werden und im Übrigen bereits an neuen Modellen feilen?
Das Dumme ist nur, dass es an den Kapitalmärkten derzeit um nicht weniger als die Frage geht, ob Staaten wie Irland, Griechenland oder Portugal überhaupt noch einmal in der Lage sein werden, ihre Schulden von kumuliert 480 Mrd. Euro ohne Hilfe der EU, der Europäischer Zentralbank (EZB) oder bilateralen Garantien zu refinanzieren
Eine saubere Kommunikation gegenüber den Akteuren an den Kapitalmärkten ist daher die Bringschuld der Politik, keine Holschuld der Investoren, die den Schuldenberg der Euro-Peripherie auch künftig refinanzieren sollen.Erschwerend kommt hinzu, dass derzeit weder am Devisenterminmarkt noch am Markt für Kreditausfallversicherungen (CDS) Indizien dafür zu finden sind, dass es spekulative Attacken auf den Euro oder die Anleihen der Euro-Peripherieländer gibt. Es sind also nicht Spekulanten, die die Schuldenkrise wieder verschärft haben, vielmehr haben Investoren schlicht das Vertrauen verloren.
Es schmerzt zwar, nun die wohlfeilen Sprüche gerade von angelsächsischen Analysten lesen zu müssen: über das Versagen der EU in der Kommunikation und natürlich auch den plumpen Ratschlag, nun solle eben die EZB die Sache mit milliardenschweren Bondaufkäufen lösen. Das Kalkül ist zu durchsichtig: Etwas Besseres konnte den USA und Großbritannien kaum passieren, als dass sich die Euro-Zone ohne Not in Turbulenzen quasselt.
www.ftd.de/finanzen/maerkte/...-nur-schlecht-ist/50197243.html
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