Die aktuelle Größenordnung der "assets and liabilities of commercial banks" wurde seit den 1980ern lediglich Anfang 1987 noch übertroffen (siehe Chart im Anhang!). Der Bogen ist erheblich überspannt.
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| Strategie | Hebel | |||
| Steigender DAX-Kurs | 4,97 | 10,00 | 15,00 | |
| Fallender DAX-Kurs | 4,96 | 9,99 | 15,63 | |
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Zinspolitik
"Der Yen ist ein größeres Problem als der Dollar"
Die Wirtschaftsprofessorin Noriko Hama plädiert für schnelle Zinsanpassungen in Japan, denn in der Nullzinspolitik sieht sie die Ursache für die Hypothekenkrise.
Ein Interview von Christoph Neidhart
Noriko Hama macht die Niedrigzinspolitik in ihrem Land verantwortlich für die Fehlentwicklungen am US-Hypothekenmarkt. Alles andere als eine zügige Anpassung der Leitsätze hält die renommierte Wirtschaftsprofessorin an der Doshisha-Universität in Kyoto für feige. Hama berät diverse Ministerien in Japan.
SZ: Frau Hama, die größte japanische Bank, Mitsubishi-UFJ, hat gerade angekündigt, bis zu zwei Milliarden Euro im Zuge der allgemeinen Krise an Kreditmärkten zu verlieren. Wie gefährlich sind die Auswirkungen der US-Hypothekenkrise für die japanische Wirtschaft?
Hama: Das Fiasko hat vor allem gezeigt, wie gefährlich die Globalisierung der Finanzmärkte sein kann. Es ist gut, dass es passiert ist. Es hat den Leuten vorgeführt, was schiefgehen kann, wenn man die Geschäfte übertreibt. Der Yen-Carry-Trade hatte schon vor Ausbruch der Hypothekenkrise enorme Umfänge erreicht, das waren Warnsignale.
SZ: Beim Carry-Trade nehmen Finanzinstitute in Japan billige Kredite auf. Und legen das Geld anderswo profitabler an.
Hama: Sie stellen das Argument auf den Kopf. Die Finanzkraft Japans ist zu groß für eine isolationistische Politik. Das wäre nicht gut für Japan und nicht gut für die Welt. Japan muss sich schlicht besser auf die Globalisierung der Finanzmärkte einstellen.
SZ: Dennoch ist es den Amerikanern bei dieser Krise gelungen, die Probleme, die sie geschaffen haben, zu exportieren. Deutsche Banken tragen die Folgen, China zahlt und auch Japan.
Hama: Die Amerikaner haben zwar ihre Probleme abgeschoben, aber in diesem Falle ist der Yen ein größeres Problem als der Dollar.
SZ: Inwiefern?
Hama: Carry-Trades mit dem Yen konnten sich doch nur in diesem Umfang entwickeln, weil Japan mit seinen Tiefstzinsen diese riskanten Investitionsinstrumente finanziert hat.
SZ: Solange der Dollar Leitwährung ist, können die USA also weiter ihre Probleme exportieren?
Hama: Was derzeit passiert, ist typisch für eine Währung, die in großem Umfang zirkuliert, obwohl die Volkswirtschaft dahinter die Weltwirtschaft nicht mehr dominiert. Solange das, was für das führende Land gut ist, auch der ganzen Weltwirtschaft nützt, eignet sich seine Währung als Leitwährung. Das war so während der Pax Britannica und während der Pax Americana. Seit Anfang der 70er Jahre ist das nicht mehr so.
SZ: Trotzdem hat der Dollar bislang seine Bedeutung weitgehend behalten, auch wenn der Kurs zuletzt deutlich einbrach. Wie erklären Sie sich das ?
"Vertrauen in den Dollar schwindet"
Hama: Die Amerikaner und zum Teil auch die übrige Welt klammern sich an diese Illusion. Die Leute halten ihre Dollars mehr oder weniger freiwillig, aber das Vertrauen in den Dollar schwindet. Das Festhalten am Dollar ist eher eine Frage des "too big to fail". Wenn der Dollar fällt, sinkt auch das Vermögen derer, die ihn halten. Niemand will deshalb in dieser Situation sagen, der Kaiser habe keine Kleider. Wenn die Probleme offen angesprochen werden, kann das ganze System einbrechen. Seit der Hypothekenkrise zeigt sich, wie gefährlich das ist. Aber wie schon gesagt, die Ursache dafür lieferten die Niedrigzinsen in Japan.
SZ: Gab es denn Alternativen zur Nullzinspolitik in Japan ?
Hama: Vorübergehend brauchte Japan die Tiefstzinsen, aber sechs Jahre waren übertrieben. Von außen gesehen hat das nur Probleme verursacht.
SZ: Gerade hat die Notenbank wiederholt signalisiert, den Leitzins von 0,5 Prozent bald auf Normalmaß anzuheben.
Hama: Das muss sie auch. Solch extreme Maßnahmen darf man nur zeitlich befristet einsetzen, sonst kommt es zu Verwerfungen. Außerdem wäre es feige, jetzt nicht zu reagieren. Feige Politik schafft keine guten Lösungen.
SZ: Nach der Asienkrise 1997/98 schlug Japan die Schaffung eines asiatischen Währungsfonds vor, zum Leidwesen der Amerikaner. Es ging auch um einem Acu nach dem Vorbild des Euro-Vorläufers Ecu. Was ist daraus geworden?
Hama: Von einer Währungsintegration in Asien zu reden, ist verfrüht. Asien ist sehr heterogen. Es gibt multilaterale Abkommen, mit denen sich Asiens Zentralbanken im Falle einer Währungskrise unter die Arme greifen können. Sie binden auch China ein und zwingen die japanische Notenbank, die externen Folgen ihrer Geldmarktpolitik zu bedenken. Darin einen Schritt zu einer Währung zu sehen, ist ein zu großer Sprung.
(SZ vom 26.9.2007) www.sueddeutsche.de/finanzen/artikel/998/134741/
Malko07: Momentan verlagert sich der Yen Carry Trade deutlich. Während der Yen gegenüber dem US-$ stärker wird, schwächelt er gegenüber dem Euro.
Interview
„Viele werden das Vertrauen in den Dollar verlieren“
26. September 2007
Nach einem guten Lauf über mehrere Jahre kam es in den vergangenen Wochen sowohl an den Börsen als auch an den Kreditmärkten zu zum Teil deutlichen Korrekturen. Sie mögen manche Anleger nervös machen.
Das gilt nur bedingt für die Anlegerlegende Jim Rogers. Der ehemalige Partner von George Soros rechnet im folgenden Interview mit einer Rezession in den Vereinigten Staaten und einem Bärenmarkt an den Börsen. Längerfristig baut er jedoch auf einen anhaltendenn Boom im Rohstoffbereich. Kein Wunder, dass er hier auch entsprechend investiert.
Die Finanzmärkte sind in den vergangenen Wochen etwas zittrig geworden. Wie beurteilen Sie die Lage?
Die Börsen sind überreif für einen Bärenmarkt - und ich fürchte, wir werden einen sehen. Dafür gibt es viele Gründe. Unter anderem befindet sich die Konjunktur in den Vereinigten Staaten auf dem besten Weg in eine Rezession und viele Anleger haben sich finanziell übernommen.
Einen Bärenmarkt - glauben Sie wirklich?
Ja, ich bis ziemlich sicher, dass wir uns schon in einem befinden.
Was halten Sie von den so genannten „Abkoppelungstheorien“, nach welchen sich die europäischen oder auch die asiatischen Märkte von einer Schwäche abkoppeln könnten?
Wenn wir von Aktieninvestments reden, so stimmt das. Es ist intelligenter, an den asiatischen Märkten zu investieren. Denn die Staaten der Region befinden sich wirtschaftlich in einer besseren Verfassung und dürften aus diesem Grund interessantere Anlagemöglichkeiten bieten als andere Märkte. Die Börsen der Region dürften zwar auch fallen, wenn es richtig nach unten gehen sollte. Es ist allerdings besser, „long“ in Asien zu gehen und „short“ im Westen als umgekehrt.
Die asiatischen Staaten exportieren einen großen Teil ihrer Produkte in den Westen, vor allem auch in die Vereinigten Staaten. Wenn nun die amerikanische Konjunktur schwach werden sollte - wird es keine negativen Auswirkungen auf Asien geben?
Keine Frage, letztendlich werden sich die Effekte überall bemerkbar machen. Aber bedenken Sie: Es gibt in Asien drei Milliarden Leute, die alle zusammen riesige Beträge sparen und investieren. Sie schaffen auf diese Weise eine interne Wirtschaftsdynamik und sind aus diesem Grund nicht mehr so stark wie in der Vergangenheit von den externen Wirtschaftsbeziehungen abhängig. Wir befinden uns nicht mehr im Jahre 1977, sondern im Jahr 2007.
Das klingt gut. Nehmen wir jedoch China: Ist dort die Konjunktur inzwischen nicht längst deutlich überhitzt, hat das Land nicht ein ausgeprägtes Inflationsproblem und sollte es aus diesem Grund nicht endlich seine Währung deutlicher als bisher vom Dollar abkoppeln?
Nicht nur China hat ein Inflationsproblem. Alle haben Inflationsprobleme, im Westen lügen wir sie uns lediglich in die Tasche. China versucht die überhitzte Wirtschaft mit aggressiven Zinserhöhungen zu dämpfen - und ich hoffe sie geht zurück. Denn ich rede nicht darüber, chinesische Aktien jetzt zu kaufen, sondern dann, wenn sie gefallen sind. Dann stellen sie eine gute Kaufgelegenheit dar.
Wenn man jetzt investieren möchte, so sollte man Rohstoffe und internationale Währungen kaufen. Das werden gute Märkte sein, was immer auch in den kommenden fünf bis zehn Jahren passieren mag.
Sind die Rohstoffmärkte inzwischen nicht ebenso überhitzt wie etwa die chinesische Börse?
Kommt darauf an: Der Zuckerpreis befindet sich 85 Prozent unter seinem Allzeithoch, der Silberpreis befindet sich 75 Prozent unter seinem Allzeithoch, der Preis für Baumwolle befindet sich 60 Prozent unter dem höchsten jemals erreichten Stand - soll das überhitzt sein?
Nun, ich dachte in erster Linie an jene Märkte, die in den vergangenen Jahren zum Teil sehr gut gelaufen sind.
Ja, manche Rohstoffpreise sind aus verschiedenen Gründen sehr gut gelaufen. Sehr wahrscheinlich wird es zwischenzeitlich Korrekturen geben. Aber betrachten wir den Ölpreis: Der Preis für einen Barrel in Dollar liegt zwar nahe am Allzeithoch. Berücksichtigt man jedoch die Inflation oder bewertet man es mit Gold, so müsste der Preis eigentlich über 100 Dollar liegen.
Ist das Ihre Positionierung?
Ja, ich setze auf Rohstoffe und internationale Währungen, dagegen bin ich bei Finanzwerten im Westen „short“ gegangen.
Haben Sie kein Vertrauen in die Bilanzen der Investmentbanken und Broker?
Nein, natürlich nicht. Sie sind voller schlechter Papiere, die in den kommenden Jahre sehr wahrscheinlich „sauer“ werden. Wenn wir von Exzessen reden, so fanden sie in den vergangenen Jahren im Finanzbereich der westlichen Welt statt. Sie haben dort 29 Jahre alte Kinder, die zehn bis 15 Millionen Euro pro Jahr verdienen. So etwas nenne ich einen Exzess. Das ist nicht normal, das muss sich ändern und das wird sich ändern.
Lassen Sie uns über die amerikanische Zentralbank reden. Werden die Zinssenkungen eine Rezession in den Vereinigten Staaten verhindern können?
Nein, sie werden die Rezession sogar noch verschlimmern. Da alle wissen, dass Zinssenkungen die Inflation beschleunigen werden, dürften und müssen die langfristigen Zinsen steigen. Gleichzeitig wird der Dollar fallen und die Rohstoffpreise weiter nach oben treiben.
Was denken Sie über den Yen, wird auch er aufwerten?
Der Yen ist ein gutes Investment. Im Rahmen der so genannten Carry Trades verkauften in der Vergangenheit viele den Yen und den Schweizer Franken. Sollten sie ihre Positionen auflösen, kann das zu einer Aufwertungsbewegung wie im Jahr 1998 führen. Generell stellen der chinesische Yuan und der Yen gegenwärtig sehr gute Investitionsmöglichkeiten dar.
Gehen sie davon aus, dass China den Wechselkurs des Yuan weiter lockern wird?
In den kommenden ein bis zwei Jahren werden wir den „free float“ der chinesischen Währung sehen. In diesem Rahmen wird sie gegen den Dollar deutlich aufwerten.
Es gibt jedoch Stimmen, die rechnen mit einem massiven Kapitalabfluss aus China, sofern das Land Kapitalkonten freigeben sollte. Könnte es nicht sein, dass aus diesem Grund der Yuan eher ab- statt aufwerten könnte?
Sicherlich würde es zu deutlichen Kapitalabflüssen kommen, da sich in China gegenwärtig Unmengen „heißen Gelder“ befinden. Sollte der Kurs des Renminbis jedoch unter Druck geraten, wäre das gut. Denn ich könnte günstig mehr davon kaufen.
Sie sind „bärisch“ für den Dollar. Wo wird der Kurs ihrer Meinung nach hinlaufen?
Die amerikanische Währung wertet längst ab, wird jedoch noch deutlich weiter fallen. Als das britische Pfund seinen Status als Weltreservewährung verloren hat, ging es um 80 Prozent nach unten. Ähnliches dürfte auch dem Dollar blühen. Letztendlich werden in den kommenden Jahren aufgrund der amerikanischen Geldpolitik viele das Vertrauen in die amerikanische Währung verlieren.
Quelle: www.faz.net
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| 469 | 156.460 | Der USA Bären-Thread | Anti Lemming | ARIVA.DE | 08.03.26 14:00 | |
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