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US-Notenbankchef in Berlin
Bernankes Schweigen
Der US-Notenbankchef hat Kanzlerin Merkel besucht - und eine Vorlesung über Ungleichgewichte in der Weltwirtschaft gehalten. Nun wird wieder über Zinsen spekuliert.
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Das Datum hat sich der amerikanische Notenbankpräsident Ben Bernanke sicher nicht ausgesucht. Ausgerechnet am 11. September, sechs Jahre nach den Terroranschlägen in New York, kam er auf Einladung der Bundesbank nach Berlin. Erst machte er Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) seine Aufwartung.
Abends hielt er in der Akademie der Wissenschaften eine Grundsatzrede zu dem Thema: ,,Globale Ungleichgewichte: Neue Entwicklungen und ihre Auswirkungen‘‘. In normalen Zeiten sind die riesigen Defizite der Amerikaner im Staatshaushalt und im Handel mit der übrigen Welt ein Dauerbrenner. Angesichts der Turbulenzen an den Finanzmärkten war von Bernanke aber ein klärendes Wort zur amerikanischen Geldpolitik erhofft worden.
Zinssenkung erwartet
Doch Bernanke erwähnte die Hypothekenkrise und ihre Folgen mit keinem Wort. Eine Woche vor der nächsten Zinsentscheidung gab er auch keine Hinweise auf die künftige Geldpolitik der Fed.
Statt dessen zeichnete er ein Bild eines globalen Überflusses an Spargeldern, den die Ölländer und die asiatischen Nationen in den vergangenen Jahren angehäuft und den USA als Kapital zur Verfügung gestellt haben.
Die bestehenden Ungleichgewichte würden sich nur langsam ausbalancieren. Einige Länder, wie China, hätten gerade erst begonnen, ihre Politik entsprechend umzustellen und selbst mehr zu konsumieren. Auf längere Sicht müsste ein Umschwung die langfristigen Zinsen in die Höhe treiben.
Bernankes Grundsatzrede bewegte weder die Börsen noch die Wechselkurse. Allerdings wurden die Reden von anderen Vertretern der amerikanischen Notenbank als Anzeichen einer bevorstehenden kräftigen Zinssenkung in den USA gedeutet.
Viele Volkswirte rechnen seit Bekanntwerden schlechter US-Arbeitsmarktdaten in der kommenden Woche mit einem Zinsschritt nach unten um 0,5 Prozentpunkte auf 4,75 Prozent. ,,Das ist an den Märkten voll eingepreist‘‘, sagte Thomas Mayer von der Deutschen Bank. Die Tatsache, dass Bernanke keinen Hinweis gegeben habe, bestärke die Märkte eher in ihren Erwartungen. Es sehe so aus, als lasse die amerikanische Notenbank den Handel in die richtige Richtung laufen.
Ulrich Kater von der Dekabank hält die Zinssenkung für unausweichlich. Andernfalls führe dies in eine Rezession, womit sich auch die Themen globale Ungleichgewichte und amerikanisches Doppeldefizit erübrigen würden. Denn wenn die Konsumenten in den USA als Nachfrager der Waren aus Asien ausfielen, dann baue sich das Defizit von selbst ab, allerdings mit einem großen Bremseffekt für die Weltwirtschaft.
(SZ vom 12.09.2007) www.sueddeutsche.de/,ra9m4/finanzen/artikel/721/132480/
Mail mit einem Research zu einem Nebenwert bekommen. Das interessante war, das man nun - nachdem die Gewinne rückläufig sind - plötzlich auf den Buchwert schaut und feststellt, das der Kurs "nur" 36% über dem Buchwert und damit günstig im Vergleich zu anderen Firmen ist. Vorher hat man immer mit dem ach so günstigen KGV geurteilt...
Sollte es nun wirklich zu sinkenden Erträgen auch bei den großen Firmen kommen, werden alle Augen sich auf die Substanz, also den Buchwert, des Unternehmens richten. Und dann befürchte ich wahrhaft übles. Denn vom Kurs - Buchwert her sind wir in Regionen, die es zum letzten Mal im März 2000 gab. Noch wird dieser Umstand einzig und allein durch die absoluten Rekordgewinne und Rekordmargen kaschiert.
Aber bald könnte für viele Investoren die "KGV Falle" zuschnappen...
Wertzuwachs
in einem gestrigen FTD-Artikel fällt folgender Passus auf:
11.09.2007 - 19:28 Uhr FTD: Die Ruhe vor dem Sturm
Das Welt-Rückversicherungstreffen in Monte Carlo verlief scheinbar ruhiger als frühere Tagungen. Kein Unternehmen, das den Unwillen der Ratingagenturen auf sich gezogen hatte, kaum Personalnachrichten, sogar die Partys waren langweiliger. Doch es braut sich etwas zusammen. "Das ist die Ruhe vor dem Sturm", sagte ein erfahrener Rückversicherer, der seit Jahren nach Monte Carlo kommt. (...)
Dass S&P so deutlich warnt, hat seine Gründe. Das Geschäftsmodell der Rückversicherer ist unter Druck: (...)
Die Verbriefung von Versicherungsrisiken in den Kapitalmarkt wächst rasch - auf Kosten der Rückversicherung. Das gilt vor allem für Katastrophendeckungen, aber nicht nur für sie. Von Goldman Sachs bis JP Morgan waren alle bedeutenden Investmentbanken in Monte Carlo mit großen Aufgeboten vertreten. (...)
(c) FTD
Ich gehe davon aus, daß Rückversicherer eine der wenigen Institutionen sind, die Risiken von Großschadensereignissen halbwegs realistisch einschätzen können. Ist schließlich ihr Kerngeschäft, basierend auf jahrzehntelanger Erfahrung. Und sie tun dies mit gebührender Vorsicht, da sie das Risiko dann auch selbst tragen müssen (als Institution, analog einer kreditgebenden Bank im klassischen Sinn).
Wenn nun die o.g. üblichen Verdächtigen aus der hochkreativen Derivateszene in das Spiel eintreten, entsteht eine ähnliche Situation wie bei Hypothekenkrediten und assoziierten CDSs (bzw. es ist wohl schon entstanden!):
Brokerhäuser übernehmen Versicherungsrisiken (Großschäden, (Un-)Wetter, Dürre, etc.), die zuvor von Rückversicherungsunternehmen gedeckt wurden, verbriefen, tranchieren und bündeln diese Risiken und verkaufen sie auf dem renditelechzenden Kapitalmarkt.
Ich vermute mal, daß die verbriefenden Institutionen nicht sonderlich scharf auf das umfassende Verständnis der Risiken sind (sie reichen die Risiken ja geratet weiter), und die Käufer kennen sie erst recht nicht. Dann haben wir demnächst also geschickt verpackte Terror-, Erdbeben-, Flut- und Hurrican-Risiken in den Portfolien der Landesbanken und ähnlicher Hochleistungsbanker, die von Großschadensrisiken soviel verstehen wie ich vom Ackerbau. Und wenn sich systematische Risiken 'plötzlich und unerwartet' drastisch erhöhen (Stichwort Terror, Erderwärmung) und die entsprechenden Swaps darauf an Wert einbüßen, hat wieder mal keiner was geahnt.
Warten wir's ab ...
VG, Isc.
d
Notenbanken bauen ihre Bestände an US-Staatsanleihen ab.
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/26/26179/1.html
und warum liest man so etwas nur bei Telepolis??
Aus dem gleichen Grund steigen auch die Edelmetalle seit einiger Zeit wieder stetig nach oben. Ich habe eine kleine Shortposition auf den DAX gekauft.
Vergleiche hierzu:
http://www.ariva.de/..._weltweiten_Rezession_t299774?search=permanent
Irgendwann wird nicht nur die Hypothekenkrise zum Problem sondern auch der starke Euro.
Gruß
Permanent
| 12.09.2007 12:00 Uhr | |
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Foto: AP Hektik am DevisenmarktEuro ist so teuer wie nie zuvor | |
Der Euro hat einen neuen Rekordstand erreicht. Für die Gemeinschaftswährung wurden am Mittwoch 1,3879 Dollar bezahlt. Damit übertraf der Euro den letzten Höchststand von 1,3852 Dollar vom 24. Juli. Der Euro profitiert derzeit vor allem von der Schwäche des Dollars. Dieser ist zuletzt wegen schlechter US-Wirtschaftsdaten unter Druck geraten. So ist die Zahl der Arbeitsplätze in den USA zuletzt erstmals seit vier Jahren gesunken. |
#003399">EUR/USD (Euro / US Dollar)1,3886 +0,00 +0,33% ![]() Wirtschaft und Verbrauchern bringt der starke Euro Vor- und Nachteile. Wer etwa zum Urlaub in die USA reist, kann sich darüber freuen, für einen Euro mehr Gegenwert in Dollar zu bekommen. |
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