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Hypothekenkrise
Ackermann hat recht
Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hat Managern bei anderen Banken schwere Fehler beim Risikomanagement vorgeworfen. Seine harten Worte treffen ins Schwarze.
Ein Kommentar von Caspar Dohmen
Josef Ackermann, der Chef der Deutschen Bank, legt den Finger in die Wunde: Bankmanager hätten in der Krise um minderwertige US-Immobilienengagements versagt. So hätten die Verantwortlichen der SachsenLB und der IKB mit unzureichendem Risikomanagement ein viel zu großes Rad gedreht.
Mit seinen harten Worten hat Ackermann leider recht, auch wenn nur zwei von mehr als 2.000 deutschen Banken in eine Schieflage geraten sind. Sie wurden auch deswegen in den Strudel des US-Immobilienmarktes gerissen, weil andere Akteure in Deutschland kläglich versagten.
So konnte die SachsenLB unbehelligt agieren, obwohl die Bundesbank, die Finanzaufsicht sowie die Wirtschaftsprüfer von KPMG die schwerwiegenden Vorgänge kannten. Es ist erschreckend, wie mangelhaft das Kontrollsystem in der Praxis funktioniert, zumal das weltweite Finanzsystem immer undurchdringlicher wird.
Das Kerngeschäft, die Kreditvergabe an mittelständische Unternehmen, reicht nicht aus, um den Aktionären die Ergebnisse auszuschütten, welche heute Investoren angesichts weltweiter Anlagemöglichkeiten erwarten. Anders als in anderen Ländern gibt es in Deutschland glücklicherweise einen harten Wettbewerb, von dem die Kunden und die Volkswirtschaft profitieren.
Dies aber macht die Banken für Investoren unattraktiver. Dies ist das Dilemma in Deutschland. Die von Ackermann angestoßene Diskussion über das deutsche Bankensystem muss aber geführt werden, wenn der Finanzplatz Deutschland keinen Schaden erleiden soll.
(SZ vom 3.9.2007)
Gute Nacht und weiter fröhliches Bechern.
Die US-Immobilienkrise kommt die IKB teuer zu stehen: Die Mittelstandsbank, die wegen ihrer wackeligen Anlagen auf dem Markt kurz vor dem Aus stand, rechnet im laufenden Geschäftsjahr 2007/2008 mit Verlusten von bis zu 700 Millionen Euro.
Düsseldorf - Die Kosten der Krise sind dramatisch. Ein Minus von 600 bis 700 Millionen Euro werde am Ende des Geschäftsjahres in den Büchern stehen, erklärte die IKB. Im Geschäftsjahr 2006/2007, das am 31. März 2007 endete, machte die Bank noch einen Gewinn von 180 Millionen Euro. Das operative Jahresergebnis lag bei 263 Millionen Euro.
Die IKB hatte insgesamt etwa 7,8 Milliarden Euro in wackelige Anleihen auf dem US-Immobilienmarkt investiert und war mit diesem Engagement heftig in Schieflage geraten. Es drohten hohe Ausfälle. Wegen der Gefahren hatte die staatliche KfW als Anteilseigner und fast der gesamte Bankensektor die IKB mit einer miliardenschweren Hilfsaktion gestützt. Der Chef der IKB, Stefan Ortseifen, musste gehen. Inzwischen ermittelt die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft gegen mögliche Verantwortliche. Die IKB war die erste deutsche Bank, die in den Strudel der Kredit-Krise gerissen wurde.
ase/dpa-AFX www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,503474,00.html
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die zweitgrößte deutsche Landesbank, die Bayern LB, ist
laut einem Pressebericht ebenfalls mit Milliardenbeträgen im Krisengeschäft mit
Krediten bonitätsschwacher Schuldner („Subprime“) in den USA engagiert. Als eine
der letzten deutschen Großbanken habe die Bayern LB ihre Position öffentlich
gemacht und mit 1,9 Milliarden Euro angegeben, berichtete die 'Frankfurter
Allgemeine Zeitung' (FAZ) am Montag. Diese Zahl habe ein Sprecher der Bayern LB
auf Anfrage genannt. Mit Zahlungsausfällen werde indes nicht gerechnet.
Bei der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen hatte Bayern-LB-Chef Werner
Schmidt das Volumen noch nicht nennen wollen. Wie die 'FAZ' weiter berichtet,
liegen die Subprime-Titel der Bayern LB wie bei anderen Kreditinstituten auch in
den Portfolien außerbilanzieller Zweckgesellschaften (Conduits). Die Bank
betreibe nach eigenen Angaben drei dieser Investment-Vehikel im Gesamtvolumen
von rund 16 Milliarden Euro. Zwei davon seien mit rund 10,5 Milliarden Euro im
amerikanischen Markt investiert. Damit zähle die BayernLB zu den stark im
Geschäft mit Conduits engagierten deutschen Kreditinstituten.
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Der Sprecher der Bayern LB unterstrich der Zeitung zufolge, dass es anders als
bei der deutlich kleineren Sachsen LB keine Liquiditätsprobleme gebe. Die Bank
wäre notfalls in der Lage, das Gesamtvolumen der Conduits in die eigenen Bücher
zu nehmen, falls deren Refinanzierung am Markt über kurzlaufende Wertpapiere
nicht mehr möglich sein sollte./jb/sk
Als einen Grund nannten Banker, dass das Kreditinstitut damit die Liquidität außerbilanzieller Zweckgesellschaften (Conduits) stütze. Zuletzt sind auch andere Institute dazu übergegangen, kurzlaufende Anleihen (Commercial Paper, CP) für Conduits selbst zu kaufen. Denn der Markt für CP ist infolge der Krise am US-Hypothekenmarkt nahezu ausgetrocknet. Die CP-Käufer befürchten, dass in den Conduits hochriskante verbriefte Kredite stecken und sie deswegen ihr Geld nicht wiedersehen könnten.
Können aber keine CP mehr platziert werden, müssen die Banken mit Liquiditätslinien einspringen. Dies ist teuer, weil die Banken dafür Eigenkapital einsetzen müssen. So nimmt auch die Deutsche Bank derzeit in Kauf, dass die neuen Anleihen auf den stark verunsicherten Märkten deutlich mehr kosten als noch vor zwei Monaten.
So hat sie vergangene Woche eine Festzinsanleihe über 1,5 Mrd. Euro emittiert, für die sie einen Zins von 0,65 Prozentpunkten über dem Interbankensatz zahlt. Dies ist laut Bankkreisen etwa 0,5 Prozentpunkte mehr als sonst. Darüber hinaus hat das Institut eine Zehnjahresanleihe über 3 Mrd. $ mit einer Risikoprämie (Spread) von 0,72 Prozentpunkten begeben sowie eine zehnjährige Anleihe, die immer den aktuellen Zehnjahressatz zahlt ("Constant Maturity Floater"), von 600 Mio. Euro zu 35 Basispunkten.
Banker interpretierten dies dahin gehend, dass die Deutsche Bank den Markt teste und sich bevorrate. Teilweise werden mit dem Geld zudem regulär fällige Anleihen abgelöst. Auch die US-Konkurrenten Bank of America, Citigroup, Goldman Sachs, Morgan Stanley und Merrill Lynch emittieren Marktkreisen zufolge verstärkt Zehnjahrespapiere. Denn kurzfristige Mittel sind derzeit schwer erhältlich, da sich die Banken misstrauen und nicht mit Liquidität versorgen. Zudem könnten zum Quartals- und Jahresende Engpässe drohen, da dann viele Refinanzierungen auslaufen, so der Vorstand einer Großbank. Wegen der Turbulenzen hatten die Zentralbanken weltweit dreistellige Milliardenbeträge in den Markt gepumpt.
Die Deutsche Bank hatte laut Geschäftsbericht Ende 2006 Liquiditätslinien von 38,3 Mrd. Euro für CP-Programme ausstehen. In dieser Höhe besteht laut Geschäftsbericht auch das "maximale Verlustpotenzial des Konzerns". Zugleich hatte die Bank 14,1 Mrd. Euro Kredite, strukturierte Finanzierungen und andere Vermögenswerte in Conduits liegen. Das ist ähnlich viel wie bei der Deutschen Industriebank (IKB), die wegen Liquiditätsproblemen ihres Conduits gerettet werden musste. [Größenverhältnisse der beiden Banken beachten! Malko07]
Analysten erwarten, dass die Gewinne der Deutschen Bank und anderer Investmentbanken infolge der Krise im zweiten Halbjahr stark schrumpfen. Die Rating-Agentur Standard & Poor's (S&P) hat errechnet, dass die Vorsteuergewinne sogar um 70 Prozent fallen könnten. Denn in den vergangenen Wochen sind in vielen Bereichen die Umsätze gesunken: Laut Bloomberg ist das Volumen der Firmenübernahmen und -fusionen im August auf den niedrigsten Stand seit zwei Jahren geschrumpft, da Banken kaum mehr Großkredite zur Verfügung stellen.
Starke Einbußen gibt es auch im Handel mit Kreditprodukten aller Art, bei der Strukturierung forderungsbesicherter Anleihen und mit Krediten unterlegten Investmentpools (CDO). Mehrere Institute beginnen bereits, ihre CDO-Abteilungen zu verkleinern. Die Deutsche Bank zieht sich aus einem speziellen Kredithandelsbereich, den "Relative-Value"-Strategien, zurück. Bei dieser Methode, auf Unter- oder Überbewertung von Kreditprodukten zu handeln, hatte sie einen Verlust von 100 Mio. Euro eingefahren. Über die Hälfte der 14 Teammitarbeiter muss die Bank verlassen.
Aufgrund der Geschäftsstruktur sieht S&P die Deutsche Bank sowie Goldman Sachs, Bear Stearns und Lehman Brothers besonders stark betroffen. Bei Banken mit Stärken in Privatkundengeschäft und Vermögensverwaltung wie UBS, JP Morgan Chase & Co., Citigroup und Barclays würden die Gewinne weniger stark beeinträchtigt. S&P sieht bei keinem Institut aktuell Grund für eine Herabsetzung der Bonitätsnote. Dies könnte sich aber ändern, wenn sich der Abschwung 2008 fortsetzt. Dann würden Ratingherabstufungen wahrscheinlicher, so S&P.
Quelle: www.ftd.de
Die sehr wahrscheinlich großen Gewinneinbußen im zweiten Halbjahr werden mit der richtigen Mischung mit zusätzlich schlechten Nachrichten die Kurse der Banken weiter in den Keller treiben. Mit einem wieder funktionierendem Markt sollte dann die Gewinne wesentlich größer als letztes Jahr sein. Also Augen offen halten.
tja, was war da im Mai als sich DAX und DB trennten?
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Und Malko, wenn die Gewinne einbrechen, dann haben wir bei einem Kurs von 60 nicht unbedingt ein KGV von 5;)
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