Der Osten betört die Spekulanten


Thema
abonnieren
Beiträge: 3
Zugriffe: 380 / Heute: 1
Happy End:

Der Osten betört die Spekulanten

 
11.02.02 01:05

Sinkende Zinsen + Hoch-Konjunktur


Kurs-Trampolin. Die angestrebte Europareife der Beitrittsländer könnte die Kurse an den Börsen in die Höhe

WIEN (red.). Die Flaute an den Börsen des Westens läßt die Blicke der Investoren zunehmend gen Osten schweifen. Insbesondere Unternehmen aus den Ländern der EU-Beitrittskandidaten haben es den Investmentberatern angetan. Eine reine Marketing-Initiative der großen Banken oder eine wirkliche Alternativ-Strategie für leidgeprüfte Anleger?

Für Investitionen im Osten spricht, daß die Ökonomien kaum wo so stark wachsen wie in den Erweiterungsländern. Durch die eingeleitete Angleichung dieses Wirtschaftsraumes an jenen der EU sinken zudem Inflationsraten, Zinsen und Haushaltsdefizite zum Teil recht deutlich. Wie stark Aktienmärkte auf Bemühungen in Richtung Euro-Fitness reagieren können, zeigte das Beispiel Griechenland. Im Zuge der Anstrengungen für einen Euro-Beitritt Griechenlands schnalzten die Kurse an der bis dahin kaum beachteten Athener Börse in die Höhe. Der Wert der im Leitindex ASE vertretenen Aktien hat sich zwischen 1997 und 1999 immerhin versechsfacht.

Ob eine derartige Wertsteigerung auch den Ost-Börsen winkt, kann freilich niemand beantworten. Experten geben aber insbesondere den Börsen in Budapest, Prag und Warschau große Chancen. Dort ist die Liquidität am größten, wodurch auch die internationale Beachtung steigt. Zudem sind die Aktien vergleichsweise günstig. Die Werte sind mit einem durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnis von acht (Ungarn) bis 14 (Polen) vergleichsweise günstig. Daß günstige KGVs nicht alles sind, zeigt allerdings der Wiener Markt.

In Tschechien sehen werden vor allem Bank-Titel (siehe obenstehenden Artikel) und  Aktien der Energieversorger favorisiert. So steht etwa der börsenotierte Temelín-Betreiber CEZ vor der Privatisierung. Obwohl der Verkauf des 67 Prozent schweren staatlichen Aktienpakets zweimal verschoben werden mußte, dürfte es nach den Wahlen soweit sein. Interesse haben neben dem deutschen RWE auch die französische EdF und ein britisches Konsortium angemeldet. Prager Banken rechnen mit einem Kaufpreis von 200 Kronen, derzeit liegt der Kurs bei knapp 80 Kronen.

Energiewerte zählen auch in Polen zu den interessantesten Aktien. So sollte nach Einschätzung der Bank Austria beim Mineralölkonzern PKN Orlén einiges zu holen sein. Die PKN verhandelt mit der ungarischen Mol und der heimischen OMV über eine gemeinsame Zukunft. Allerdings dürften Vorkommnisse wie in der vergangenen Woche, als PKN-Präsident Andrzej Modrizewski nach Korruptionsvorwürfen für einige Stunden verhaftet wurde, dem Unternehmen nicht gerade gut tun. Auf den polnischen Kauflisten befindet sich mit KGHM Polska Miedz auch noch der zweitgrößte Kupferhersteller Europas. In Ungarn halten Investoren neben der Mol auch auf den Pharmakonzern Gedeon Richter große Stücke.
Antworten
Happy End:

Aktien-Eldorado Osteuropa

 
11.02.02 01:07

EU-Erweiterung macht's möglich


Bankaktien aus dem Osten stehen bei britischen Investmentbanken hoch im Kurs.

LONDON. David Aserkoff von Credit Suisse First Boston in London macht kein großes Geheimnis daraus, daß Polen und Ungarn derzeit seine "bevorzugten" Märkte der Region sind. Nach einem fulminanten Start ins neue Jahr könnten die Kurse an den dortigen Börsen bis auf weiteres zwar auf der Stelle treten: doch das nur bis zur zweiten Jahreshälfte 2002, wenn eine Wiederbelebung des Wirtschaftswachstums und der Faktor EU-Beitritt dieser Länder wieder für ein günstigeres Umfeld sorgen würden.

Banken attraktiv

Anleger sollten denn auch rechtzeitig ihre Aktien in diesen Ländern unter Dach und Fach bringen, bevor die EU im Oktober feste Daten für den Beitritt der ersten "Welle" von Beitrittskandidaten nenne, mahnen gar die Analysten der Investmentbank Schroder Salomon Smith Barney (SSSB) in London. Sie konzentrieren sich dabei auf Bankaktien. Durch die Einbeziehung von 2004 in ihre Ertragsschätzungen fühlen sie sich in ihrem Optimismus erst recht bestätigt. "Wenn die Bankaktien der Region den gängigen Bewertungen der Geldinstitute in der EU folgen sollten, sind Kursgewinne von durchschnittlich 30 Prozent wahrscheinlich".

Polnische Banken sind für die SSSB-Experten eindeutig die Favoriten. Gemeinsam mit den Analysten von Credit Suisse räumen sie den Papieren der Bank Pekao dabei das größte Kurspotential ein. Anhaltende Kosteneinsparungen, reichliche Gebühreneinnahmen und sinkende Rückstellungen würden bei dieser den Gewinn pro Aktie im laufenden Jahr um 26 Prozent und 2003 um weitere "respektable" 21 Prozent steigen lassen. Bis 2004 könnte sich der Wert der Aktie mit einem Kursziel von 161 Zloty nahezu verdoppeln.


Bei der jüngst durch eine Fusion erweiterten BZWBK Bank (ebenfalls Polen) gehen die SSSB-Analysten Simon Nellis und Robert Sobieraj mit einem Kursziel von 90,4 Zloty bis 2004 von einer ähnlich umfangreichen Wertsteigerung aus. Der Gewinn pro Aktie werde sich im laufenden Jahr mehr als verdoppeln und von 2,1 Zloty pro Aktie (2001) bis auf etwa 7,8 Zloty im Jahr 2004 ansteigen.

"Gesundes Umfeld"

"Ein gesundes makroökonomisches Umfeld, ein robustes Wachstum bei der Kreditvergabe und sinkende Zinsen: kann es noch besser kommen?" So läuten die Analysten ihre Empfehlung der ungarischen Bankaktie OTP ein. Zwar befürchten sie eine Erosion der Zinsmarge der Bank unter dem Druck sinkender Zinsen. Auf der anderen Seite werde das bessere wirtschaftliche Umfeld aber die Kreditausfälle in Grenzen halten, was wiederum den Erträgen zugute komme. Auch bei der OTP soll eine Kursverdoppelung auf etwa 33.500 Forint bis 2004 ohne weiteres drin liegen. Obendrein winkten ausländischen Anlegern noch allfällige Kursgewinne beim Forint.

Was den tschechischen Favoriten Komercni Banka angeht, raten die Experten zum Kauf, bevor die Bank im April ihr Jahresergebnis für 2001 bekannt gibt. Dann werde diese nämlich auch den Gewinn aus dem Verkauf von zehn Prozent an dem Versicherer Ceska Pojistovna nennen, den SSSB auf immerhin 445 Mill. Tschechischen Kronen veranschlagt. Das in Aussicht gestellte Kursziel von über 2000 Kronen bis 2004 liegt ebenfalls um fast das Doppelte über dem gegenwärtigen Kurs.

Antworten
fragles:

ich bin da nicht mehr

 
11.02.02 03:26
so euphorisch bei der Politik, die z.B. Polen gerade betreibt. Ansonsten verweise ich nochmals auf die polnische Telekom-Aktie TPSA...ist zwar bißchen spekulativer aber erfolgsversprechender!

Gruss
Antworten
Auf neue Beiträge prüfen
Es gibt keine neuen Beiträge.


Börsen-Forum - Gesamtforum - Antwort einfügen - zum ersten Beitrag springen
--button_text--